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Markus Jung

Ist das so?: "Studierende ohne Abitur müssen einen riesigen Lernrückstand aufholen"

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In der Süddeutschen ist online ein Artikel zum Studium ohne Abitur erschienen. In diesem wird Professor Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Vorsitzender des Wissenschaftsrats, unter anderem so zitiert:

Studierende ohne Abitur müssen einen riesigen Lernrückstand aufholen. Die Lücke ist meist zu groß - und es gibt keine Angebote, diese Lücke zu schließen. Wir brauchen mehr Einführungs- und Vorbereitungskurse, um junge Leute ohne Abitur fit zu machen für ein Studium.

Teilt ihr diese Ansicht? - Gerade unter Fernstudenten gibt es ja etliche Berufstätige, die auch ohne Abitur Zugang zum akademischen Fernstudium erlangen können und nach dem, was ich bisher hier so gelesen habe, habe ich eher nicht den Eindruck, dass es da nicht überbrückbare Lücken geben würde.

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das würde ich - gerade für Fernstudenten - so nicht unterschreiben

ich denke eher, dass das Problem darin liegt, dass der letzte Schulbesuch häufig schon einige Jahre zurückliegt - und damit geht vieles an Schulwissen verloren. Gerade bei Mathematik ist es doch so, dass man gerade die Oberstufenmathematik - wie Kurvendiskussionen, Differenzial- und Integralrechnung, die Lösung von Gleichungen im Allgemeinen und mit mehreren Unbekannten im Speziellen etc. - im Alltag eher nicht braucht. Auch bei Sprachen ist es so - was man nicht regelmäßig nutzt, vergisst man.

daher denke ich nicht, dass es einen Unterschied macht, ob man die Inhalte auffrischen muss oder komplett neu lernen muss.

bei Präsenzstudenten, die frisch nach dem Abi zur Uni kommen, kann das anders sein...da kommt es aber wahrscheinlich auch auf den genauen Werdegang und das Studium an. Ich bezweifle, dass z. B. jemand mit mittlerer Reife und einer Ausbildung zur Krankenschwester einer Abiturientin ohne jegliche Erfahrung unterlegen ist. Oder ein Mechaniker-Meister im Mechatronik-Studium einen Abiturienten.

Das jemand direkt nach der mittleren Reife studiert, ist wohl eher selten....

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Ich beziehe mich hier auf Bewerber und Studenden ohne allgemeine bzw. fachgebundene Hochschulreife sowie Fachhochschulreife.

Der klassische Lehrling hat kein Gymnasium besucht sondern einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife. Im akademischen Studium werden aber je nach Fachgebiet umfangreiche Kenntnisse der Oberstufen-Mathematik der sogenannten höheren Mathemaik, wie Analysis Stochastik etc. erwartet und auch benötigt. Der Klassische Handwerksmeister oder Fachkaufmann hat in seiner Schul oder Ausbildungszeit keine Berührung mit der höheren Mathematik. Dann sind natürlich zeitliche Aspekte entscheidend wie lange liegt der letzte Abschluss respektive Schulbesuch zurück etc. Dann je nach Generation unterscheiden sich die Fremdsprachenkenntnisse enorm.

Aber natürlich lassen sich diese Herausforderungen meistern. Dem einen wird das leichter fallen dem anderen wird das größere Probleme bereiten.

Man sollte sich bereits im Vorfeld der Aufnahme mit bestimmten Fächern und Themen befassen. Man kann das autodidaktisch machen oder entsprechende Angebote nutzen wie spezielle Kurse und Seminare. Es empfiehlt sich vielfach angebotene Brückenkurse in Anspruch zu nehmen. Das gilt aber hauptsächlich für klassische Präsenzhochschulen.

Angemerkt sei, dass die akademischen Fernstudiengänge schon eine etwas andere Zielgruppe haben und schon daher schon die besonderen Voraussetzungen der Studenten berücksichtigen.

An den Präsenzhochschulen stellt sich der Sachverhalt anders da.

Bearbeitet von manu07

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Der klassische Lehrling hat kein Gymnasium besucht sondern einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.

das ist nicht korrekt - mittlerweile wird auch für viele Ausbildungen das Abitur vorausgesetzt, es kommt halt eben darauf an, um welche Ausbildung es sich handelt: Maler oder Bankkaufmann?

übrigens: Lehrlinge gibt es (offiziell) schon lange nicht mehr......

Im akademischen Studium werden aber je nach Fachgebiet umfangreiche Kenntnisse der Oberstufen-Mathematik der sogenannten höheren Mathemaik, wie Analysis Stochastik etc. erwartet und auch benötigt.

auch hier würd ich sagen: kommt drauf an. ich glaube nicht, dass z. B. Studenten der Germanistik oder der klassischen Archäologie umfangreiche Kenntnisse der Oberstufen-Mathematik benötigen. Wenn jemand Ingenieur werden, will ist das vielleicht was anderes.....

Der Klassische Handwerksmeister oder Fachkaufmann hat in seiner Schul oder Ausbildungszeit keine Berührung mit der höheren Mathematik.

auch das würd ich so kategorisch nicht ausschließen - du weißt schließlich nicht, welche Schulbildung der Handwerksmeister hinter sich hat....und auch in Fachoberschulen wird durchaus höhere Mathematik gelehrt

darf ich fragen, welche Schule(n) du besucht hast?

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übrigens: Lehrlinge gibt es (offiziell) schon lange nicht mehr......

Ist das so entscheidend ob ich hier Lehrling oder Auszubildender schreibe ? Bisschen kleinlich eigentlich nicht bedeutsam.

auch hier würd ich sagen: kommt drauf an. ich glaube nicht, dass z. B. Studenten der Germanistik oder der klassischen Archäologie umfangreiche Kenntnisse der Oberstufen-Mathematik benötigen. Wenn jemand Ingenieur werden, will ist das vielleicht was anderes.....

Ich schrieb, je nach Fachgebiet wenn jemand ein Studium aufnimmt in einem Gebiet das wenig Beziehung zur Mathematik aufweist, dann sind natürlich andere Fächer und Kenntnisse wichtig.

auch das würd ich so kategorisch nicht ausschließen - du weißt schließlich nicht, welche Schulbildung der Handwerksmeister hinter sich hat....und auch in Fachoberschulen wird durchaus höhere Mathematik gelehrt

Wir sprechen hier von beruflich Qualifizierten und natürlich beziehe ich mich hier auf die Zielgruppe, eben die beruflich Qualifizierten ohne Abitur und oder Fachhochschulreife. Für die anderen Meister die über ein Abitur oder die Fachhochschulreife verfügen ist die Thematik doch gar nicht relevant, da sie ja entsprechenden Kontakt mit der Materie gehabt haben dürften.

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Ergänzend: ich schrieb vom klassischen Lehrling. Der überwiegende Anteil von Auszubildenden startet mit dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife in die Ausbildung. Das es natürlich auch Auszubildende gibt, die mit einem höheren Abschluss, eine Ausbildung ergreifen ist richtig und unstrittig. Ein Arbeitgeber kann potenziell jede erdenkliche Qualifikation als Voraussetzung festlegen. Er kann auch sagen ich nehme nur Bachelor als Auszubildende. Das ist immer davon abhängig wie sich der Kandidaten-Markt darstellt.

Aber wie geschrieben der klassische Auszubildende verfügt über einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.

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dein ganzer Satz war so....

Der klassische Lehrling hat kein Gymnasium besucht sondern einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.

und in der Zeit, in der es noch Lehrlinge gab, hatten diese tatsächlich noch vor allem einen Hauptschulabschluss und/oder mittlere Reife

die Zeiten haben sich geändert: aus den "Lehrlingen" sind "Auszubildende" geworden - und ich kenne eine Reihe von Ausbildungsberufen, in der das Abi oder die Fachhochschulreife Einstellungsvoraussetzung ist (z. B. der oben genannte Bankkaufmann). Umgehkehrt gibt es eine Menge Abiturienten, die eine Ausbildung machen.

Ich schrieb, je nach Fachgebiet wenn jemand ein Studium aufnimmt in einem Gebiet das wenig Beziehung zur Mathematik aufweist, dann sind natürlich andere Fächer und Kenntnisse wichtig.

eben

umgekehrt wird ein Abiturient, der z. B. das Abitur in Deutsch, Politik und Biologie (ich weiß nicht, ob diese Kombination möglich ist) gemacht hat, weniger Probleme mit einem (z. B.) Physikstudium hat als jemand, der nach der mittleren Reife eine Ausbildung als Physikant gemacht hat

Wir sprechen hier von beruflich Qualifizierten und natürlich beziehe ich mich hier auf die Zielgruppe, eben die beruflich Qualifizierten ohne Abitur und oder Fachhochschulreife. Für die anderen Meister die über ein Abitur oder die Fachhochschulreife verfügen ist die Thematik doch gar nicht relevant, da sie ja entsprechenden Kontakt mit der Materie gehabt haben dürften.

weiter oben hast du noch geschrieben, dass "Lehrlinge in der Regel kein Abitur hat, sondern eine Hauptschule besucht hat oder mittlere Reife hat"

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und in der Zeit, in der es noch Lehrlinge gab, hatten diese tatsächlich noch vor allem einen Hauptschulabschluss und/oder mittlere Reife

die Zeiten haben sich geändert: aus den "Lehrlingen" sind "Auszubildende" geworden - und ich kenne eine Reihe von Ausbildungsberufen, in der das Abi oder die Fachhochschulreife Einstellungsvoraussetzung ist (z. B. der oben genannte Bankkaufmann). Umgehkehrt gibt es eine Menge Abiturienten, die eine Ausbildung machen.

Hm, wieso wiederholst du meinen Satz, ich habe meine Ausführungen ansich nicht vergessen !?

Was du schreibst ist stark pauschalisiert und faktisch nicht korrekt. Zunächst mal habe ich eben schon erwähnt, dass es irrelavant ist für das Thema ob ich von Lehrlingen oder Auszubildenden schreibe das ist vollkommen nebensächlich. Dann schreibst du, dass du eine Reihe von Ausbildungsberufen kennst wo das Abitur die Zugangsvoraussetzung wäre. Hier muss man sagen es gibt keine formal rechtlichen Zugangsbestimmungen bezogen auf die allermeisten Ausbildungsberufe. Sondern entscheidend ist hier welche Anforderungen und Voraussetzung ein potenzieller Arbeitgeber definiert. Dem ist das fregestellt. Und welche Voraussetzungen gestellt werden ist von der Marktsituation abhängig. Ein Hauptschüler kann formal genauso Bankkaufmann werden wie ein Abiturient. Bei uns sind die meisten Auszubildenden im Berufsbild Bankkaufmann Inhaber der Fachhochschulreife oder der Mittleren Reife.

weiter oben hast du noch geschrieben, dass "Lehrlinge in der Regel kein Abitur hat, sondern eine Hauptschule besucht hat oder mittlere Reife hat"

Vielleicht betrachtest du das Threadthema nochmal genauer und schaust auf was sich das Thema hier bezieht.

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ich denke eher, dass du pauschalisierst - ich habe versucht, die Dinge differenziert zu sehen: es gibt Fälle/Studiengänge, in denen Abiturienten Vorteile gegenüber beruflich Qualifizierten haben und bei anderen Sachverhalten sind diese Sachverhalte nicht erkennbar. Pauschalisiert hast eher du mit deiner Aussage, dass Lehrlinge in der Regel nur Hauptschulabschluss oder mittlere Reife haben, dafür aber wenig Ahnung von Höherer Mathematik.

Dann schreibst du, dass du eine Reihe von Ausbildungsberufen kennst wo das Abitur die Zugangsvoraussetzung wäre. Hier muss man sagen es gibt keine formal rechtlichen Zugangsbestimmungen bezogen auf die allermeisten Ausbildungsberufe. Sondern entscheidend ist hier welche Anforderungen und Voraussetzung ein potenzieller Arbeitgeber definiert.

du magst Recht haben, wenn du schreibst, dass es häufig keine rechtlichen Zugangsbedingungen gibt - wohl aber gibt es faktische. Nämlich wenn Arbeitgeber von Ihren Azubis Abi oder Fachabi verlangen.

Ein Hauptschüler kann formal genauso Bankkaufmann werden wie ein Abiturient.

nochmals: rechtlich-theoretisch magst du recht haben. Die Praxis sagt aber was anderes...

Bei uns sind die meisten Auszubildenden im Berufsbild Bankkaufmann Inhaber der Fachhochschulreife oder der Mittleren Reife.

ich weiß nicht, wo du arbeitest - die Bundesagentur für Arbeit hat andere Daten:

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Bankkaufleute mit Hochschulreife ein.

Schulische Vorbildung - rechtlich

Nach dem Berufsbildungsgesetz ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.

Schulische Vorbildung - praktiziert

Im Jahr 2011 begannen 13.662 zukünftige Bankkaufleute ihre Ausbildung. 72 Prozent von ihnen verfügten über die Hochschulreife, 26 Prozent über einen mittleren Bildungsabschluss .

Quelle: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/berufId.do?_pgnt_act=goToAnyPage&_pgnt_pn=0&_pgnt_id=resultShort&status=A09

Theorie und Praxis sind nun mal verschiedene Dinge

und zu deiner Information: es gibt auch eine Menge Ausbildungsberufe, die rechtlich Mindestqualifikationen verlangen - ein Beispiel ist der Gesundheits- und Krankenpfleger, bei dem Mittlere Reife Voraussetzung für die Ausbildung ist

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/berufId.do?_pgnt_act=goToAnyPage&_pgnt_pn=0&_pgnt_id=resultShort&status=A09

und nun zurück zum Thema:

Studierende ohne Abitur müssen einen riesigen Lernrückstand aufholen. Die Lücke ist meist zu groß - und es gibt keine Angebote, diese Lücke zu schließen. Wir brauchen mehr Einführungs- und Vorbereitungskurse, um junge Leute ohne Abitur fit zu machen für ein Studium.

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Also wir bemerken bei unseren Auszubildenden auch große Unterschiede bei Hauptschulabgängern und Leuten, die auf der Realschule waren. Irgendwie haben Erstere Probleme mit dem Schreiben. Ich kann schon verstehen, dass man da auch im Studium nachher noch was merkt. Trotzdem bin ich erstaunt, dass das sogar Brückenkurse hervorrufen können soll. Theoretisch müsste es doch möglich sein, den Stoff so aufzubereiten, dass alle mitkommen - kann ich doch von Dozenten erwarten?

Ob das früher bei den Abiturienten nicht auch so war, ich weiß nicht ob man das so nachvollziehen kann. Seit wann wird denn die Qualität der Lehre wirklich evaluiert?

Wenn jetzt der Hauptschüler das Maul aufmacht, heißt das erstmal nicht zwangsweise, dass es der Abiturient besser kapiert hat.

Trotzdem habe ich sowas ähnliches in Bezug auf nur beruflich Qualifizierte auch schon gehört: An meiner Hochschule hat es da nämlich auch ne Trendwende gegeben, und die Beschränkung für die beruflich Qualifizierten in meinem Studiengang wurde aufgehoben. D.h. vorher hatten fast alle Berufserfahrung und Fachabi, jetzt reicht die berufliche Quali. Nur wird das da dann nicht so negativ dargestellt, sondern im Bewusstsein gehandelt, dass das eben nun was anderes ist. Und das kann ja auch ne Berreicherung sein. Ich würde nicht sagen, dass denen jetzt was fehlt. Allerdings, ich studiere ja auch nicht Mathe...und bei uns muss es immer noch eine Berufsausbildung sein, die in diesem Bereich angesiedelt ist. Das denke ich, macht viel aus.

Und letztlich ist eben auch nicht jeder zum studieren berufen. Muss man ja auch mal klar sagen.

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