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AKAD gendert bei den Bezeichnungen der Weiterbildungen


Markus Jung
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vor 11 Stunden schrieb Klaudius1:

Wenn du dich als irgendwas definierst, was nicht weiblich oder männlich ist, dann ja. Minderheit.

Was mich stört sind die Gendersternchen, -Striche, -Leerzeichen, …, weil es nicht zum guten Lese- oder Hörverständnis beiträgt. Die deutsche Sprache wird dadurch nur weiter unnötig verkompliziert. 

 

 

Entgendern nach Phettberg. Liest sich gut, schreibt sich gut.

 

Der Vorteil der anderen Varianten ist die explizite Nennung, bei geringerem Textumfang im vergleich zum Ausschreiben.

Neutrale Formulierungen ("die Lesenden") aktivieren in einem geringen Maße die Vorstellung an alle Personengruppen, denn "die Leser:innen."

Nochmals höher ist es bei "Leserinnen und Leser" - aber hier werden eben Personen ausgeschlossen, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.

 

Dass die Sprache einen Einfluss auf Wahrnehmung und Handeln hat, ist belegt. Wir sind hier noch immer am Anfang des Prozesses. Die Nutzung einer "besseren Lösung" ist daher der Suche nach der "perfekten Lösung" vorzuziehen - auch, da sich diese beiden Punkte ja nicht ausschließen. 

 

Reaktanz ist zu erwarten, ebenso, dass diese durch die häufigere Begegnung mit den Formulierungen im Laufe der Zeit zurückgehen wird.

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Zudem zur Erinnerung:

 

Wenn man "Studenten" durch "Studierende" ersetzt, dann wirkt das neutral ausschließlich im Plural. Im Singular bleibt der Artikel männlich.

 

Beispiel: "Den Studierenden werden unterschiedliche Prüfungsformen angeboten." und "Dem Studierenden werden unterschiedliche Prüfungsformen angeboten."

 

Also ist durch den Ersatz des Nomens durch das Gerundiv eigentlich nichts gewonnen. Außer, man gendert das Gerundiv nun auch.

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  • Community Manager
vor 38 Minuten schrieb DerLenny:

Entgendern nach Phettberg. 

 

Vielleicht ist es Gewöhnungssache. Aber diese Y-Formulierungen wirken auf mich bisher eher noch nach Comedy.

 

Den weiteren Abschnitten Deines Beitrags stimme ich zu.

 

Ich sehe es auch als Prozess, der in Gang gekommen ist. Und ich merke bei mir zum Beispiel, dass mir Texte, in denen ausschließlich die männliche Form verwendet wird, mittlerweile als ungewöhnlich auffallen. 

 

Im Schreiballtag finde ich es häufig einfacher, eine :-Formulierung zu wählen, als zum Beispiel unter https://geschicktgendern.de/ nachzuschlagen und dann doch festzustellen, dass die vorgeschlagenen Begriffe sich oft noch arg konstruiert anfühlen und häufig auch sehr unpersönlich und kalt wirken. Den Begriff "Kundschaft" mag ich zum Beispiel nicht. Ebenso schwierig finde ich „Publikum“ als alternativen Begriff, wie er ja zum Beispiel bei Behörden oft verwendet wird. Das empfinde ich als eher abwertend. Da sind Menschen, die zuschauen, nicht wirklich etwas zu sagen haben. Da fühlt sich für mich Kund:innen tatsächlich besser an.

 

Hier ist aber vieles Geschmackssache und ich wünsche mir mehr Toleranz. So akzeptiere ich es, wenn Menschen nicht gendern möchten. Und wünsche mir umgekehrt, bei mir zu akzeptieren, dass ich es tue. Ohne mich deshalb abzuwerten oder mein Verhalten ins Lächerliche zu ziehen, wie ich es verschiedentlich erlebt habe, besonders in YouTube-Kommentaren.

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@Markus Jung Toleranz und Respekt ist ja eigentlich genau das was mittels dem Gendern bewirkt werden soll. Aber wie du bereits erfahren hast, fehlt das leider häufig.

Ich bin ein Freund des genderns aus den bereits erwähnten Aspekten. Aber mir liegt es fern jemanden abzuwerten wenn die betreffende Person es nicht macht.

 

Allerdings rege ich mich über die Argumentation auf, dass „die nicht normalen Personen“ eine so geringe Minderheit darstellen, dass sie nicht beachtet werden müssen (Entschuldigung aber das musste ich noch mal los werden)

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vor 47 Minuten schrieb Markus Jung:

Vielleicht ist es Gewöhnungssache. Aber diese Y-Formulierungen wirken auf mich bisher eher noch nach Comedy.

So ging es mir auch, bis ich es mal genutzt habe.

Nach 30min passt es. Es liest sich immer noch recht informal (eben, weil es nach Verniedlichungsform klingt), aber auch da gewöhnt man sich sehr schnell daran.

 

vor 13 Minuten schrieb Kruemmelchen:

Allerdings rege ich mich über die Argumentation auf, dass „die nicht normalen Personen“ eine so geringe Minderheit darstellen, dass sie nicht beachtet werden müssen (Entschuldigung aber das musste ich noch mal los werden)

Uneingeschränkte Zustimmung.

Ostrazismus ist eine sehr gängige Praxis - dies daher als akzeptabel darzustellen, ist jedoch keine Lösung. Denkt man hier etwas weiter, zeigt es auch das Kernproblem der gesamten Diskussion.

Die meisten Mathematiker sind männlich, also nutze ich hier nur die männliche Form → weniger Frauen fühlen sich angesprochen → weniger Frauen werden Mathematikerinnen → das Stereotyp wird bestätigt.

 

Oder andersherum: In den Pflegeberufen arbeiten hauptsächlich Frauen, also nutze ich durchgehend die weibliche Form → weniger Männer fühlen sich angesprochen → weniger Männer gehen in Pflegeberufe → das Stereotyp wird bestätigt.

 

Sprache hat einen profunden Einfluss auf unsere Denkweise. Beispiel: Sprecher:innen von Sprachen, in denen das Futur das Verb in der Gegenwartsform nutzt, haben eine bessere Altersvorsorge. Ein anderes, ausgezeichnetes Beispiel des Einflusses der Sprache auf die Denkweise zeigt dieser Ted Talk von Phuc Tran zum Subjunktiv:

 

So zu tun, als ob unsere Sprache nicht die Denkweise beeinflussen würde, ist nicht hilfreich. Noch schlimmer ist es, wenn man diese Information hat, sie aber nicht berücksichtigt.

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vor 9 Minuten schrieb DerLenny:

 

Ostrazismus ist eine sehr gängige Praxis ...

 

Für alle, die sich bei dem Wort "Ostrazismus" auch mangels einschlägiger Bildung ausgeschlossen gefühlt haben, dieses Zitat aus Wikipedia:

 

Ostrazismus bezeichnet das Ignorieren oder Ausschließen einzelner Personen oder Gruppen durch andere.[1] Es ist ein Phänomen, welches sowohl bei Naturvölkern als auch in modernen Gesellschaften auftritt sowie in Gruppen jeglichen Alters.[2] Die Ächtung eines Gruppenmitgliedes oder deren Androhung findet vorrangig in Gruppen mit einer hohen Kohäsion statt und trägt ihrerseits zur Stabilisierung der Gruppenkohäsion bei. Bei den von der Ausgrenzung oder Ächtung Betroffenen löst dies starke seelische Belastungen aus.[3][4]

Eine weitere Definition besagt, dass der Ostrazismus die soziale Ausgrenzung oder Exklusion an den Rand der Gruppe oder Gesellschaft ist. Damit ist der Prozess gemeint, in dem Einzelpersonen oder ganzen Gemeinschaften von Menschen systematisch verschiedene Rechte, Möglichkeiten und Ressourcen (oder der volle Zugriff darauf) verweigert werden, die normalerweise für die Mitglieder einer anderen Gruppe zur Verfügung stehen und die von grundlegender Bedeutung für die soziale Integration in bestimmte Gruppen sind (wie z. B. Wohnen, Beschäftigung, Gesundheit, bürgerliches Engagement, demokratische Teilhabe und ordnungsgemäße Verfahren, Prozesse).[5]"

Bearbeitet von KanzlerCoaching
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Entgendern wäre z. B. eine echt gute Möglichkeit. Bestimmt erstmal ungewohnt und klingt ziemlich niedlich, aber das macht Schweizerdeutsch ja schließlich auch irgendwie ;-)

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vor 3 Stunden schrieb Kruemmelchen:

Dieses :gendern finde ich persönlich auch fürchterlich 

Ich habe es letztens gesprochen erlebt. Ich habe ein Lotsengespräch bei einer Therapeutin gehabt und much hat das wirklich irritiert immer Therapeut-innen, Heilprakter-innen also immer eine Pause dann betont das innen. Es hat mich dermaßen irritiert. Zumal ich tatsächlich nur von Thereputinnen gesprochen habe unf auch klar war männliche kommen nicht in Frage. In Stunden könnte ich damit nicht umgehen.

 

Ich kann dir Intention nachvollziehen, aber ich persönlich habe da eine andere Rationale.

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