Betriebswirt (VWA)?
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Guten Abend!! Nach vielen Beiträgen und Infobroschüren bin ich total verwirrt. Ist es ein Studium bei der VWA oder nicht? Wenn es ein Studium ist, so in der Broschüre Ökonom und Betriebswirt, warum gibt es dann keine anerkannten Abschlüsse? Bin ich dann Betriebswirt (VWA) oder Okonomin (VWA) und kann damit nichts anfangen??? Mal abgesehen von den Studiengebühren, die wirklich sehr niedrig im Vergleich zu anderen Anbietern sind. Was ist der Abschluss danach wert? Es wird von Semestern und Vorlesungen gesprochen, auf universitärem Niveau. Haben schon andere diesen Abschluss erlangt und tatsächlich Arbeit gefunden?? Über Rückantwort würde ich mich sehr freuen. Auch zum Thema Voraussetzungen gehen die Richtlinien sehr auseinander. Die einen müssen eine kaufmännische Ausbildung haben und andere brauchen nur einen Fachoberschulabschluss und einige Jahre Berufserfahrung. Kann man ohne kaufmännische Berufserfahrung überhaupt bestehen?? Fragen und Haareraufen...hiiiilfffe...bitte, ich freu mich über Antworten.
Gruss Monik aus Hamburg
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Hallo Monik,
zu Deinen Fragen:
Ist es ein Studium bei der VWA oder nicht?
In gewisser Weise schon, da die Lehrveranstaltungen überwiegend von Dozenten an FHs bzw. Universitäten gehalten werden und der Anspruch entsprechend hoch ist.
Bin ich dann Betriebswirt (VWA) oder Okonomin (VWA)?
Ja ... nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Was ist der Abschluss danach wert?
Meiner Ansicht nach zielt der Abschluss in Richtung des Bachelor einer regulären Hochschule, wobei dieses Niveau jedoch nicht ganz erreicht wird.
Haben schon andere diesen Abschluss erlangt und tatsächlich Arbeit gefunden??
Na klar. Ich kenne VWA Absolventen, die durchaus interessante Jobs haben. Die von der VWA vermittelten Kenntnisse können sich sehen lassen und das ist meiner Meinung nach auch bei den Personalern bekannt.
... zum Thema Voraussetzungen ... ??
Die Voraussetungen zeigen, dass die dort vermittelten Inhalte nicht exakt mit einem Studium an der regulären Hochschule verglichen werden können. So werden z. B. viel weniger Kenntnisse in Mathe vermittelt, als in der Wirtschaftsmathematik eines FH- oder Uni-Studiums. Dementsprechend passen die Inhalte des Studiums natürlich zu den Voraussetzungen.
Insgesamt finde ich die VWA eine gute Wahl zum Erlernen kaufmännischer Kenntnisse durch Abendunterricht. Ich habe auch schon von Hochschulen gehört, die VWA Absolventen in kurzer Zeit zu einem Bachelor-Abschluss weiterführen.
Viele Grüsse
Marco
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-Ist es ein Studium bei der VWA oder nicht?
Nein
-Bin ich dann Betriebswirt (VWA) oder Okonomin (VWA)
ja
-und kann damit nichts anfangen???
Das kann man so pauschal schlecht sagen.
-Mal abgesehen von den Studiengebühren, die wirklich sehr niedrig im Vergleich zu anderen Anbietern sind. Was ist der Abschluss danach wert?
Das mit Gebühren ist auch relativ. Ein Studium an einer staatlichen Fernhochschule z. B. dürfte nicht teurer sein.
-Es wird von Semestern und Vorlesungen gesprochen, auf universitärem Niveau.
Das ist Geschwätz. Semester gibt es an der VHS auch. Das Universitäre Niveau bezweifle ich, ich habe mal eine "Diplom"-Arbeit der VWA gesehn, die war unterirdisch (und gut bewertet)
-Haben schon andere diesen Abschluss erlangt und tatsächlich Arbeit gefunden??
Sicher haben schon Leute damit Arbeit gefunden. Statistiken sind schwierig, weil die Leute ja meist schon Berufserahrung haben oder sogar im Beruf stehen. Dass also jemand das weitermacht, was er vorher gemacht hat, ist nur begrenzt ein Erfolg. Ich kenne konkret ein Beispiel, die VWA gemacht hat und jetzt, Jahre später, noch immer den gleichen Sachbearbeiter-Job hat. Hat ihr nichts gebracht, wie sie selbst sagt, in der Statistik zählt sie wohl als erfolgreiche (=beschäftige) Absolventin.
-Kann man ohne kaufmännische Berufserfahrung überhaupt bestehen??
Sicher kann "man". Einfacher ist es wohl mit Berufserfahrung. Aber das kann man ausgleichen.
Noch zwei persönliche Anmerkungen: Ich halte die VWA für halbseiden. Erstens macht sie Werbung, die ersichtlich auf subtile Irreführung ausgelegt ist (Bsp: Hier in Köln werben sie mit "VWA in der Universität zu Köln" - das ist klar darauf ausgelegt, eine Verbindung vorzuspiegeln, die in Wirklichkeit nicht existiert). Zweitens glaubt der Großteil der Absolventen falsches bezüglich der Fortbildung: Z. B. glaubt offenbar die Merhheit der Absolventen, sie dürften sich Dipl-BW (VWA) nennen. Würde das klar kommuniziert werden, dürfte das nicht vorkommen.
So etws wie einen objektiven Überblick über die Aussichten bekommt man in Internet-Stellenbörsen. Eine Suche bei monster.de nach "VWA" gibt 36 Treffer. Darunter sind in der Tat einige interessante Angebote. Aber: Die Suche mit "FH" oder "Diplom" ergibt jeweils mehr als 1000 Treffer (das scheint der Cutoff zu sein), selbst der viel geschmähte "Bachelor" ergibt noch 516 Treffer.
Stefan
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 Zitat von yoda
wird von Behörden auch als Voraussetzung für den gehobenen Dienst anerkannt.
Das stimmt so nicht. Die VWA ist für Leute, die bereits Beamte sind, u. U. hilfreich, um Aufzusteigen (das geht aber auch ohne VWA). Für den Einstieg in eine Beamtenlaufbahn ist die VWA belanglos. Übrigens geht es der Fragestellerin ja wohl um den sog. Wirtschaftszweig. Für die Beamten ist der Verwaltungszweig, da muss man aber schon im gehobenen Dienst sein, um aufgenommen zu werden.
Ich zitiere mal KURS (das ist das Arbeitsamt - steht so auf der Seite, ich weiß, dass der Laden jetzt anders heißt):
"Ein Aufstieg in den höheren Dienst ist grundsätzlich möglich, wenn Eignung, Befähigung und fachliche Leistung dies rechtfertigen. Das Laufbahnrecht sieht zwei Formen des Aufstiegs vor, den Regel- bzw. Ausbildungsaufstieg mit Erwerb der umfassenden Befähigung für den höheren Dienst und den Verwendungs- bzw. Praxisaufstieg.
Die Zulassung zum Regel- bzw. Ausbildungsaufstieg setzt neben der Teilnahme an einem Auswahlverfahren voraus, dass sich der Beamte/die Beamtin des gehobenen Dienstes in einer mehrjährigen Dienstzeit (Dauer unterschiedlich, je nach Bundesland) bewährt hat. Die Aufstiegsbeamten und -beamtinnen werden in einer Einführung, die meist Lehrgänge und Praxisphasen von mehreren Monaten Dauer umfasst, an ihre neuen Aufgaben herangeführt.
Unter Verwendungs- bzw. Praxisaufstieg versteht man den Aufstieg in Positionen in fachverwandten höherwertigen "Anschlussverwendungen". Die Einführungszeit umfasst auch hier praktische Ausbildungsteile und theoretische Lehrgänge.
Als Nachweis besonderer fachlicher Kenntnisse werden laufbahnrechtlich auch die Diplome der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien sowie Abschlüsse gleichwertiger Einrichtungen angesehen. Formale laufbahnrechtliche Berechtigungen wie Beförderung oder Aufstieg sind jedoch mit einem VWA-Diplom nicht verbunden."
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Die VWA`n verwenden offensichtlich ganz bewußt Begriffe wie z.B. "Studium auf Universitätsniveau" oder "Wirtschafts-Diplom", um dem Interessenten vorzutäuschen es handele sich hier um so etwas wie ein Universitätsstudium. Die Verwendung von Begriffen wie "Diplomandenseminar" oder "Diplomarbeit" im Rahmen einer VWA-Fortbildung stößt schon heftig an die Grenzen des rechtlich Zulässigen.
Ganz offensichtlich wird diese Täuschung dann, wenn die VWA verrät, daß in Kooperation mit einer ausländischen Hochschule mit einem zweisemestrigen Zusatz-Studiengang ein Bachelor in Business Admininistration (also so ziemlich der einfachste akademische Grad, dem man überhaupt auf dieser Welt erringen kann) erreicht werden kann.
Also, in Deutschland kooperiert keine Hochschule mit der VWA !
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Auch ich stehe dieser Weiterbildungsmöglichkeit sehr skeptisch gegenüber. Wenn ich das schon höre, wie mit diesen Begrifflichkeiten "Studium", "universitäres Niveau", "Diplom" um sich geworfen wird, dann wird mir ganz anders. Ich kenne auch Leute, die mit dem VWA-Abschluss sagen, sie seien studierte Betriebswirte, haben aber noch immer den gleichen Job wie vor Jahren. Man sollte die Kirche im Dorf lassen und das Kind immer beim Namen nennen. Die VWA bietet keinen akademischen Abschluss und bietet auch nicht annähernd ein Hochschulniveau, bloß weil sie z.B. die Räumlichkeiten der technischen Universität in Berlin nutzen! Und bloß weil auch die Dozenten auch Professoren sind, heißt das nicht, dass wir Uni-Niveau haben. Ich finde auch den Umgang mit den oben von mir zitierten Schlagworten sehr fahrlässig, weil hier ein falsches Bild vorgegaukelt wird. Und die "Studenten" glauben dann noch selbst, sie sind vollwertige Betriebswirte. Auch wenn es löblich ist, dass man sich im Vergleich zur trägen Masse überhaupt weiterbildet, sollte man immer klar wissen, was ist akademisch und was nicht. Dieses Konzept der Kommunikation nach außen ist es nämlich, welches den Ruf der akademischen Weiterbildung verschlechtert, weil jeder, der sich neben dem Job weiterbildet scheinbar "studiert" und "Diplome" erwirbt!
Geändert von Ocean (26.08.2006 um 22:28 Uhr)
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