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Markus Jung

Sollten Fernstudium-Anbieter der Unterstützung der Lernenden mehr Gewicht beimessen?

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Karlheinz Papa hat bei der Hamburger Akademie über Open Content und die Auswirkungen auf Lern-Dienstleister gesprochen und berichtet darüber in seinem Blog-Beitrag Bessere Lerner Services mit Open Content.

Zentrale Aussage des Textes ist es, dass mehr Zeit für hilfreiche Unterstützungs-Leistungen für Lerner („Lerner-Services“) aufgewendet werden sollte. Dies soll unter anderem möglich werden, in dem nicht mehr alle Inhalte selbst produziert werden, sondern auch auf Open Content zurückgegriffen wird.

Hier die Folien aus dem Vortrag:

Open Content Pa 120530

Hier im Forum sind ja nun auch erfahrene Fernstudium-Anbieter und auch Fernschüler/Fernstudenten unterwegs und mich würden eure Meinungen zu den Vorschlägen sehr interessieren.

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Hallo Markus

Interessanter Ansatz! Ich hoffe, ich habe das Ganze überhaupt so einigermaßen richtig verstanden... ;)

Dieser Ansatz setzt m.E. einen gewissen Lernertyp voraus, der bereit ist, selbst mit verschiedenen Quellen zu arbeiten, der es sich selbst zutraut, (ggf. unter Anleitung) eine Gewichtung und Bewertung der vorhandenen Wissensressourcen und Wissensinhalte durchzuführen.

Das ist ein wunderbarer Lerner-Typ, den eigentlich alle Fernlehrer sehr schätzen. :) Aber wie realitätsnah ist diese Sicht? Gerade Fernstudierende und Fernlerner haben ja ungemein viele "Baustellen", um die sie sich kümmern müssen: Job, Familie, Fernstudium... Wie viele Ressourcen und wie viel Power haben diese oft doppelt- ud dreifach belasteten Lerner denn wirklich, sich nicht nur ihr Wissen mehr oder weniger alleine anzueignen (das müssen sie ja bei eigentlich jedem Fernstudium), sondern auch gleich noch eine Bewertung durchführen, wie stimmig und praxisrelevant ihre "Wissensbrocken" sind, die sie im Internet angeboten bekommen.

Der bei dieser Methode geforderte Lerner-Typ ist m.E. schon ein Ideal-Typ, der aber in der Wirklichkeit nicht so oft vorkommt.

Wo ich dem Autor allerdings Recht gebe: Die Betreuung bei Fernlehrangeboten muss erheblich besser, individueller und passgenauer werden. Solche simplen Antworten wie "fein gemacht, Sie bekommen für diese Antwort 5 von 5 Punkten", helfen keinem Fernlerner wirklich weiter. Da muss schon mehr Substanz her.

Wir versuchen das derzeit z.B. bei unserem Dozenten-Lehrgang mit einem "dialogischen Betreuungskonzept": Hier wanderen die Einsendeaufgaben oft mehrmals zwischen Betreuer und Teilnehmer hin und her, wobei der Teilnehmer das Feedback des Betreuers in seine Antworten integrieren kann. Erst anschließend (und wenn der Teilnehmer dafür sein OK gibt) werden die Einsendeaufgaben bewertet und benotet.

Ich hoffe, wie gesagt, ich habe diesen Ansatz überhaupt richtig verstanden... ;)

Viele Grüße

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Hallo

Noch ein kleiner Nachtrag...

Was ggf. auch bei diesem Open Content-Ansatz verloren ginge, ist der "rote Faden", der durch einen Fernlehrgang "alter Art" führt: Hier bauen die Lehrbriefe didaktisch aufeinander auf und die Begrifflichkeiten bleiben während des gesamten Kurses gleich. Die Lerninhalte werden im Verlaufe des Kurses immer wieder von verschiedenen Blickwinkeln neu beleuchtet, so dass sich am Ende des Lehrgangs ein (möglichst) komplettes und stimmiges Gesamtbild des Themas ergbit.

Ich stelle es mir schon schwierig vor, wie man eine solche Konituität erreichen will, wenn man mehr oder weniger ausschließlich Open Content nutzt...

Gibt es zu diesem Lehrmodell eigentlich schon Erfahrungen, Markus? Wie bewerten die Teilnehmer ein solches Verfahren?

Viele Grüße

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Hallo Anne,

Gibt es zu diesem Lehrmodell eigentlich schon Erfahrungen, Markus? Wie bewerten die Teilnehmer ein solches Verfahren?

Ist mir nicht bekannt. Evtl. stellst Du diese Fragen (auf die mich die Antwort auch sehr interessieren würde) direkt dem Autor in seinem Blog?

Ich sehe die Problematik im übrigen ähnlich wie Du und gerade ein Grund, warum ich mich immer wieder für Fernlehrgänge entscheide, ist dass ich das Material (im Idealfall) "aus einem Guß" bekomme und damit sehr effizient lernen kann.

Dennoch denke ich, dass eine Individualisierung des Lernens und auch der Lerninhalte immer wichtiger wird. Das stelle ich mir so vor, dass der Anbieter einen großen Pool von Inhaltsmodulen hat und dem Lerner daraus ein individuell zugeschnittenes Programm zusammen stellt, in dem dann aber auch ein roter Faden vorhanden ist und alles aufeinander aufbaut. Natürlich ist dafür dann im Vorfeld auch erstmal eine intensive Beratung nötig um genau zu ermitteln, was denn der Lerner braucht.

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Hallo Markus

So ein modularer Aufbau, wie Du ihn da vorschlägst, ist sicherlich eine sehr gute Lösung und wird von einigen Veranstaltern (auch von uns bis zu einem bestimmten Grad) auch ermöglicht.

Das Problem sind dann aber eben u.U. Rahmenlehrpläne, wie sie z.B. bei IHK-Prüfungen gegeben sind. Wenn ein Teilnehmer dann nicht alle in diesem Lehrplan festgelegten Inhalte abgearbeitet hat, dann hat er kaum Chancen in diesen Prüfungen.

Jetzt ist natürlich die Frage, ob ein Teilnehmer für seinen Job tatsächlich alle im Lehrplan festgelegten Inhalte benötigt. Aber wenn er diese Inhalte nicht drauf hat, bekommt er (im schlimmsten Falle) auch nicht das angestrebte IHK-Zertifikat.

Bei manchen dieser Lehrgänge kann man ja vielleicht über die Reihenfolge der Module diskutieren, aber dass alle Module belegt werden müssen, ist bei derartigen Prüfungen sicherlich verpflichtend.

Bei institutsinternen Abschlüssen kann das natürlich schon ganz anders aussehen; da haben die Anbieter (und damit auch die Teilnehmer) erheblich mehr Möglichkeiten.

Viele Grüße

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Ich denke, dass auch diese formalisierten Abschlüsse künftig weniger Wert haben sollten. Diese enthalten oft sehr viel Ballast, der gar nicht für die Praxis benötigt wird. Meiner Meinung nach ist es gut, zu Beginn seiner Laufbahn eine gute, breit angelegte erste Ausbildung zu machen, also in Form zum Beispiel einer Berufsausbildung mit IHK-Prüfung oder in Form eines akademischen Studiums. Aber alles, was danach kommt, sollte meiner Meinung nach auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt sein und Vorwissen sowie Ziele berücksichtigen.

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