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Erfahrungen mit dem Fernstudium an der FH Zwickau (Wirtschaftsinformatik)

Empfohlene Beiträge

Servus Zusammnen,

 

da es nur eine Überschaubare Anzahl an Berichten über das Fernstudium der FH Zwickau gibt, will ich mal so frei sein und einzwei Fragen hier beantworten und meine Erfahrung mitteilen.

 

Ich bin Fernstudent an der FH Zwickau im Studiengang Wirtschaftsinformatik und bereit mich aktuell auf die Diplomarbeit vor. Da wir viel Kontakt auch mit den Wirtschaftsingenieuren hatten gelten meine Ausführungen zu 98% auch für diese Fachrichtung. Die Unterschiede liegen mehr Fachlich wie sich versteht.

 

Prüfungen anerkennen lassen:

- geht Grundsätzlich für jedes Modul sofern man darin entsprechend Vornoten in einem Vorrausgegangenen Studium erhalten hat. Berufskenntnis reicht hier nicht! Nützlich ist es wenn ihr zu eurer Notenübersicht des Faches auch idealerweise eine alte Modulbeschreibung oder Inhalte parat habt. Ich habe mir die BWL Teile komplett anrechnen lassen, musste aber mit jedem Prof. einzeln sprechen und alle Nachweise (Noten und Inhalte) abklären. Vorher macht ihr euch am besten bei der Studienbetreuung kundig und holt euch das Anerkennungsformular. Achtung: ihr müsst streckenweise den Profs. intensiv hinterher rennen damit diese alles bestätigen. Der ein oder andere Prof. hat auch Ambitionen und möchte nicht mal eben so eure Noten anerkennen. Da kann es sein dass ihr noch mehr Material nachweisen müsst.

Ich habe mir ebenfalls im Informatikbereich einzwei sachen anerkennen lassen. Ging aber eben nur da ich das entsprechende Modul der FHZ als einen Teil einer alten Vorlesung hatte und das nachweisen konnte.

Alles in allem ist die Anerkennung aber jederzeit machbar! Nur manchmal Nerven- und Zeitintensiv.

 

Projektarbeit:

- hat gänzlich nix mit der Diplomarbeit zu tun. Es sind in jedem Semester Projektarbeiten zu verfassen. Diese haben eine praxisnahe Orientierung und können mit dem Prof. abgestimmt relativ frei gewählt werden. Generell gibt es nahezu jedes Semester zusätzlich auch mindestens ein Modul in dem auch ein Beleg anzufertigen ist. Diese sind idR. ab 15 Seiten aufwärts (mitunter bis zu 100 Seiten). Manch Modul will auch eine umfangreiche PP Präsentation von euch sehen. Zusätzlich zu den Klausuren versteht sich. Also plant euch auch die eine oder andere Abendstunde zum Arbeiten schreiben ein.

 

Klausuren:

- sind generell Fair und machbar wenn man ausreichend Schweiss hinein steckt. Auf jeden Fall die Präsenzwoche mitnehmen da dort häufig nochmal Schwerpunkte gesetzt werden. Die ein oder andere Altklausur liegt auch beim Fachschaftsrat. Dort einfach mal im Moodle nachsehen.

Es gibt auch durchaus knackige Klausuren. Wie in jedem Studium gibt es auch Klausuren die mit der gegebenen Zeit nicht auf 100% zu packen sind. Zu bestehen sind aber alle, es gibt keine "Aussieb Klaussuren" meiner Meinung nach wenn ihr euch nicht dumm anstellt.

Die Benotung kommt meist mit massiver Verzögerung ins System. Es war nicht unüblich dass wir teils schon ein komplettes Folgesemester abgeschlossen hatten, und immernoch eine Note aus dem Vorsemester nicht eingetragen war.

Ich weis nicht warum es eine Studienordnung dort gibt, daran gehalten wird sich von seiten der Profs. definitiv nicht. Achja und erhofft euch keine Hilfe vom Prüfungsamt.

...aaaaber mit ausreichend Gedult kommen trotzdem immer irgendwann die Noten. Gedult - (und Nachdruck) ist ein absolutes MUSS an der FHZ in allem was ihr tut! Von alleine geht an einigen Stellen alles meist nur im Schneckentempo.

Besonders ätzend wenn ihr euch auf die Diplomarbeit vorbereiten wollt und noch nicht alle Noten da sind (es dürfen nurnoch 2 offen sein vor der Anmeldungder Arbeit!!!)

 

Zeit und Arbeitsvolumen:

- ist je nach persönlichem Typ unterschiedlich. Ich habe in der Regel meist am Wochenende mich mit der Theorie beschäftigt. Praxisnähe habe ich dank des Jobs schon ausreichend. Vor der Prüfungsphase habe ich in der Regel immer ca. 3 Wochen im Vorraus mit der Vorbereitung begonnen, habe aber am Abend dann nur ca. 1 Stunde investiert. Eine Woche vor der jeweiligen Klausur habe ich dann jeden Abend ca. 2 Stunden investiert zum lernen. Aber je nach eurem Lerntyp und Vorkenntnissen kann das auch anders aussehen.

 

Organisation:

- die allgemeine Studienorganisation ist manchmal doch Chaotisch. Es werden ab und an Räume verlegt oder Prüfungsanmeldungen werden im System sehr spät freigeschaltet. Das ist besonders nervig da man bis spätestens 1 Woche vor Klausur angemeldet sein MUSS! Wenn dann die Klausur erst zwei Wochen vorher eingestellt wird vergisst der ein oder andere schonmal die Anmeldung.

Weiterhin sind Fragen an die Studienbetreuung via Mail machbar, sollten aber mit Gedult abgewartet werden. Konkretes und Kurzfristiges am besten via Telefon klären oder persönlich am Samstag abklären.

Professoren reagieren extrem mieserabel auf Email Kontakt. Hier empfehle ich ganz besonders den direkten Draht!! Streckenweise kommen via Mail kein Antworten oder erst mit 3 Monaten verzögerung. Die Kommunikationskultur an der FHZ ist unterirdisch.

Achja, auch so nett die Studienbetreuung ist und wie sehr sie sich ins Zeug legt... ihr müsst auch dort an euren Themen dran bleiben! Wenn ihr ein Problem habt oder eine Antwort sucht... bleibt dran! Es gehen auch gerne mal MAils und Infors verloren.

 

Präsenztage:

- Anwesenheit ist keine Pflicht. Ihr könnt natürlich auch nur zur Klausur einschrieben und erscheinen. Allerdings fallen oftmals K relevante Infos während der Veranstaltung sowie in der Präsenzwoche. Es lässt sich nie ganz verhindern dass man mal einen Samstag aussetzen muss wegen privater Themen. Da macht es sinn einfach den Kontakt in der Gruppe zu halten und sich updaten zu lassen. Da 50% der Vorlesungen Folienschlachten sind, reicht meist die Info welche Präsentationen und welche Folien von-bis gezeigt wurden.

Bei den Präsentationen ist mitunter das sehr alte Material auffällig was noch verwendet wird. Gerade bei einem Informatiklastigen Kurs halte ich Literatur und Infos aus der Zeit vor 1990 für massiv veraltet. Grundlagen - OK, aber das trifft leider nicht nur dafür zu.

Dennoch würde ich nicht empfehlen massiv häufig zu fehlen, da wir schon auch Kommilitonen hatten denen das ständige fehlen eine extrarunde und Nachklausuren beschert hat. Müsst ihr wissen ;).

Sonst ist von der Präsenz natürlich die Präsenzwoche zu empfehlen. Die meisten haben hier normal Urlaub genommen und sich in Zwickau eine Übernachtung gesucht. In der Woche waren wir dann häufig gemeinsam in der Stadt essen und feiern.

Tipp: sucht euch nicht zwingend ein Hotel für die Woche. Die sind teils spürbar teurer. Wir hatten uns immer in einer 4er bis 6er Gruppe eine Ferienwohnung gemietet und sind da Preislich pro Person deutlich günstiger weggekommen.

Vorteil war zudem die soziale Komponente mit gemeinsamen Feierabendbierchen in der Küche :).

 

Grundlegendes:

- ich hatte mich im Vorfeld auch über andere Studiengänge an anderen Standorten informiert. Preislich können die aber alle nicht mit Zwickau mithalten, besonders da es hier wenigstens noch Diplom und keinen Rosenverkäufer zu erwerben gibt. Der Aufwand alles in allem war zwar knackig, aber nicht unlösbar. Wir sind viele im Kurs mit Kind und Kegel, natürlich hauptberuflich kreuz und quer in Deutschland am Arbeiten. Wir haben alle unsere Hobbys und trotzdem muss man eben bereit sein die extra Schippe oben drauf zu legen und sich abends nochmal an die Bücher und Laptop zu setzen.

 

ALLES IN ALLEM FAZIT:

So Steinig der Weg ist. So anstrengend die Organisation ist. So unfähig manch Prof. zu sein scheint. Trotzdem würde ich mich wieder für das Studium an der FHZ entscheiden. Der Preis / LEistungsfaktor ist absolut Okay und fakt ist, ich konnte viel auch für meine praktische Arbeit mitnehmen und eben nicht nur für den "Titel".

Wer mit dem Studium aufbauend auf sein bisheriges schlichtes Lebenslauftuning betreiben will ist hier ebenso gut aufgehoben wir derjenige der ernsthaft sich in die IT Richtung entwickeln will. Man muss sich wie bei allen Fernstudiengängen immer bewusst sein, dass man nur mit erheblichen Eigenaufwand den Wissensstand erreicht, den man auch zur persönlichen Weiterentwicklung haben möchte. Klausuren kann man schreiben, der Stoff der in der Präsenz vermittelt wird kratzt mangels Zeit oft nur an der Oberfläche. 300 Folien klingen viel, sind aber meist nur der Einstieg in komplexe Themengebiete.

Ich habe aktiv die Möglichkeit genutzt mir über den FHZ Zugang aus der Online Bibo reihenweise Fachliteratur als Ebook zu laden und mich damit intesiv an den Wochenenden einzulesen. Das ist das nötige Quäntchen extra was man schon mehr oder minder mitbringen muss meiner Meinung nach.

 

Ich hoffe ihr habt einen guten Einblick bekommen und die Entscheidung fällt euch etwas leichter.

 

Grüße

 

 

Bearbeitet von fhzstudi

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Rechnen die dann zum Beispiel einen Bachelor in Betriebswirtschaft an für die betriebswirtschaftlichen Fächer?

Bearbeitet von Markus Jung
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vor 13 Minuten, fhzstudi schrieb:

Hast du meinen Beitrag gelesen? ...lies mal unter der ersten Überschrift.

Wollte nur nochmals sichergehen

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vor 9 Stunden, yxcv schrieb:

Wollte nur nochmals sichergehen

Ich habe diesen Prozess für BWL / VWL gerade (Juni/Juli) hinter mir. Einige Informatikmodule hoffe ich auch noch anrechnen lassen zu können, da ich an der FernUni entsprechende Module abgeschlossen habe.

 

Wichtig ist, dass Du jedes Modul einzeln nachweisen kannst (also inhaltlich mit entsprechendem Umfang). Mein Zeugniss und Urkunde zum "Dipl. Volkswirt" alleine genügt zB nicht, um "Einführung in die VWL" angerechnet zu bekommen - ich musste tatsächlich die Inhalte aus der Modulbeschreibung einzeln nachweisen.


Abgeschlossene Fernstudien: Dipl. Kaufmann, Dipl. Volkswirt (FernUni Hagen), Master of Laws (Universität Saarland)

Aktuelle Projekte: M.Sc. Wiwi an der FernUni (110 von 120 ECTS), Dipl. Wirtschaftsinformatik als Fernstudium an der FH Zwickau (42 von 90 ECTS)

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Gut, die Modulbeschreibungen habe ich, mit CP und den einzelnen Themen.

Bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gelöscht

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Die Organisation ist tatsächlich etwas chaotisch.

Muss man wohl bei einem Semesterpreis von ca. 280 € in Kauf nehmen.

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vor 2 Stunden, Markus Jung schrieb:

 

Hast du dafür Beispiele?

 

Raum:

 

Es ist eine Raumnummer auf dem Vorlesungsplan vermerkt.

Ich gehe davon aus, dass dieser auf dem Campus dann zu finden ist.

Mitnichten, der befindet sich mehrere Kilometer vom Campus entfernt.

 

Anerkennung:

 

Frage an die Hochschule: Gibt es ein Formular? Antwort: Ich soll die Nachweise bringen.

Gut Nachweise zusammen gesucht.

Frage an die Hochschule: Wohin ich die Unterlagen senden soll. Antwort: Ich muss Formular ausfüllen. 

Bitte um Zusendung.

Kam nichts.

Rufe wieder an, wegen der Anerkennung, das ich dass Formular noch brauche.

Ich soll am Vorlesungstage vorbei kommen.

Gut komme am Vorlesungstag. 

Habe ich Formular ausgefüllt dabei? Nein, habe ja noch keins bekommen.

Sie sendet es mir per E-Mail zu.

 

Nach rund 3 Wochen habe ich das Formular tatsächlich bekommen.

 

Zugangsdaten:

 

Wie komme ich an die Skripte? Sind online. Ich habe aber keine Zugangsdaten erhalten. 

Soll in der Vorlesung nachfragen bei den anderen.

Gut Frage die Mitstudenten. Es gibt einen Antrag für eine Abteilung die das macht. 

Mittlerweile habe ich den Antrag erhalten und an die Hochschule gesendet.

 

 

Reicht dir das?

 

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Deckt sich mit meinen Erfahrungen!

Auch immer schön: es gibt zwar einen 'Stundenplan' für jedes Semester, dieser wird aber praktisch noch während des laufenden Semesters permanent verändert. Teilweise sind auch Platzhalter an bestimmten Tagen gesetzt, sodass man als Fernanreisender nicht anständig seine Termine planen kann (ganzer Tag geblockt).

 

Oder zum Thema Räume: Klausur ist in Raum X geplant, am Klausurtag steht man drin und es heisst 'neee ihr müsst nun doch in Raum Y'. Auf Nachfrage bei der Studienorganisation: 'Huppsi, da sollte noch eine Email raus. Naja Sie haben es ja gefunden.'

 

Skripte sind auch ein Traum, da es zunächst zwei Systeme gibt (Moodle und OPAL). Die Wiwi nutzen Moodle, die Infs nutzen OPAL. Beide sind aber grauenhaft gepflegt.

Wer Skripte braucht nervt am besten in der ersten Vorlesung den Prof. sofern er vorab keine Mail mit den Skripten oder Infos für den Zugang rausgeschickt hat.

Da lohnt sich meist auch die Hilfe untereinander, da irgend ein Kommilitone immer die Skripte hat und via Dropbox verteilen kann.

 

Die DB hat sich auch gut etabliert um Kursintern Klausuren und Vorbereitungen zeitnah zu verteilen. Manch einer hat ja doch meist noch Material aus Vorkursen.

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