Lutzbutz

Lernmethoden

2 Beiträge in diesem Thema

Hi

Zu Beginn meines Studiums war für mich klar, dass ich mit meiner "alten" Vorgehensweise beim Lernen nicht glücklich werden würde. Zu ineffektiv, zu "altbacken", zu mühselig.

Daher informierte ich mich nach anderen Methoden des effektiven Lernens und bin auf die sog. 8-Schritte-Methode (in manchen Lektüren auch nur als 5-Schritte-Metode beschrieben) gestossen. Diese Vorgehensweise möchte ich jetzt kurz vorstellen.

Wer weitere Methoden kennt und/oder verwendet, kann den Thread entsprechend erweitern.

Wichtig wäre mir aber, dass am Ende ein persönliches Fazit mit Vor- und Nachteilen steht.

Gruß Lutz


Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

(8. Semester BWL an der HFH und alle Prüfungen hinter mir)

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8-Schritte-Methode (aka 5-Schritte-Methode)

Nicht schockiert sein. Aber bei der Methode werdet ihr, wenn ihr es effektiv machen wollte, ca. 1/2 Std. je Seite benötigen. Bedenkt das bei eurer Tages- und Zeitplanung.

Diesen Mehraufwand werdet ihr aber bei der späteren Prüfungsvorbereitung wieder reinholen, da die Zeit für eine Wiederholung minimal ist.

Vorbereitung:

Ihr solltet den zu lernenden Text in kleinere Abschnitte teilen. Oftmals ist die bereits gegebene Kapitel- und Abschnittsunterteilung ausreichend.

Schritt 1 - Überblick verschaffen

Nehmt euch den Lernabschnitt vor, den ihr als erstes erarbeiten wollt. Überfliegt ihn. Macht euch kurz vertraut welche Titel, Untertitel, Abschnitte, Merksätze, Grafiken, Tabellen etc. es gibt.

Effekt: Ihr wisst in etwa was auf euch zukommt (Thema und Umfang)

Schritt 2 - Fragen stellen

Überlegt euch 1-2 Fragen, die euch der Text nach dem Lesen beantworten soll. Bspw. "Worin besteht die Kernaussage?", "Wie wird sie belegt/widerlegt?"

Effekt: Ihr werdet euch automatisch aktiv mit dem Text auseinander setzen

Schritt 3 - Lesen

Hier geht es nur darum, den Text zu lesen und zu verstehen. Es soll noch nichts mitgeschrieben, oder markiert werden. Die Kombination mit einer bestimmten Lesetechnik kann diesen Schritt optimieren.

Effekt: Ihr konzentriert euch nur auf den Text, den Inhalt, die Aussage

Schritt 4 - Haupt- und Nebenaussagen erfassen

Der m.M. nach aufwändigste, aber effektivste Teil.

Nach dem ihr den Text gelesen habt (Schritt 3) beginnt ihr ihn erneut von vorne. Doch jetzt notiert ihr euch auf einem separaten Blatt die Haupt- und Nebenaussagen (HA, NA). Dazu geht ihr wie folgt vor:

Jeder Abschnitt eines Textes beinhaltet eine Aussage. Diese ist zumeist in den ersten 2 Sätzen, oder ganz am Ende des Abschnittes zu finden.

Schreibt sie auf - bspw.

"HA - Bedürfnisse sind unbegrenzt"

Weiterhin finden sich im Text auch Hinweise, die diese Aussage unterstützen/belegen/widerlegen.

Findet sie und schreibt sie auf - bspw.

"NA1 - Da lt. Maslow die Beseitigung von Bedürfnissen neue, höherwertige generiert."

"NA2 - Technischer Fortschritt erzeugt ebenfalls neue, veränderte Bedürfnisse."

Oft gibt es mehrere Nebenaussagen zu einer Hauptaussage.

Effekt: Ihr erarbeitet und verinnerlicht den Text aktiv und konzentriert.

Schritt 5 - Schlüsselworte identifizieren

Nun widmet ihr euch dem Text zum 3. mal, allerdings mit Hilfe von 2 unterschiedlichen Farb-Markern. Die eine Farbe (bspw. gelb) verwendet ihr, um die Schlüsselworte aus dem Text zu markieren.

Mögliche Schlüsselworte: bspw. Bedürfniss, Bedarf, Maslow, Befriedigung etc.

Schritt 6 - Verbindungsworte identifizieren

Die Vorgehensweise ist analog zu Schritt 5, doch diesmal geht es um Verbindungsworte. Das sind Worte/Aussagen, die die Schlüsselbegriffe miteinander in Beziehung setzen, oder im direkten Kontext stehn.

Mögliche Verbindungsworte: bspw. unbeschränkt, höherwertig, nicht, keine, alle, jedoch, dadurch, vorteilhaft etc.

Effekt von Schritt 5 & 6: Beim späteren Wiederholen und Lesen müsst ihr nur noch diese Markierungen beachten. Ausserdem prägt sich der Inhalt besser ein, was wiederum Zeit spart und effektiver ist.

Schritt 7 - Think about

Legt nun den Text zur Seite. Schliesst die Augen und versucht nochmal den gelesenen/gelernten Abschnitt zu wiederholen. Ruft euch die Kernaussagen in Erinnerung, genauso wie evtl. Grafiken und Tabellen in´s Gedächtnis zurück.

Effekt: Hierdurch übertragt ihr das Wissen in das Langzeitgedächtnis

Schritt 8 - Prüfen

Nach der gedanklichen Wiederholung prüft ihr durch abgleich mit dem Text, ob ihr ihn verstanden habt.

Effekt: Sicherstellung und Lernerfolgskontrolle

Fazit:

Vermutlich werden einige jetzt sagen, dass das viel zu umständlich sei. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch wer mit seiner bisherigen Methode unzufrieden ist oder Lust auf Neues hat, sollte sie wirklich einmal ausprobieren. Meine Erfahrungen sind durchweg positiv.

Vorteile: Intensiv, effektiv, strukturiert, umfassend, großer Merkerfolg, Wissen & Verstehen, sehr kurzer Wiederholungsaufwand

Nachteile: Zeitaufwändig, anstrengend, langsam im Vorankommen, erfordert Disziplin

Tipp: Der Schritt 4 ist in Verbindung mit der Mind-Map-Methode, statt den Mitschriften auf Papier, eine Hammer-Kombination und m.E. höchst effektives Lernsystem.

Einfach mal ausprobieren :D

Gruß Lutz


Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

(8. Semester BWL an der HFH und alle Prüfungen hinter mir)

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