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Anschreiben - was ist wichtig?


paulaken

Empfohlene Beiträge

Nehmen wir mal an, dass eine Person einen sehr ungeraden Lebenslauf hat.

Abi

Studium A - ohne Abschluß

Kind

Studium B - ohne Abschluß

Praktikum im Bereich vom Studiengang A

Ausbildung im Bereich von Studiengang A - nach 1,5Jahren abgeschlossen

3 Monate beim Ausbildungsbetrieb angestellt

6 Monate im Bereich der Ausbildung angestellt

nun geht es wieder auf Stellensuche.

Nach Abbruch vom Studiengang B kam ein Bewerbungscoach ins Spiel um die Chancen für einen Ausbildungsplatz zu steigern. Dort war die Hauptaussage, dass in einem Anschreiben deutlich werden muss, dass die Person weiß was sie will und was zu den beiden Abbrüchen geführt hat.

Das hat auch offensichtlich geklappt und führte zu einer Ausbildung. Das Anschreiben war auch bei der Stellensuche zu der Position nach der Ausbildung erfolgreich.

Nun kommt aber die Aussage eines Arge-Mitarbeiters dazu, dass die Person mit dem Anschreiben alles kaputt macht, weil es viel zu negativ rüber kommt. Die Begründung, warum der Lebenslauf so aussieht, muss komplett raus. Angelehnt an Hesse/schrader soll nur noch die Ausbildung, die nachfolgenden Tätigkeiten und warum gerade dieser Job rein.

Arge ist ja dafür bekannt, dass sie nicht unbedingt viel Ahnung vom Bewerbungsverfahren haben, vor allem mit Fällen, die eben nicht ins Schema F passen. Das Anschreiben wäre sicher für jemanden richtig, der einen geradlinigen Lebenslauf hat. Aber passt der auch für den beschriebenen Fall?

Ein Bewerbungscoach wäre sicher auch jetzt eine gute Idee, aber mit dem verfügbaren Budget nicht realisierbar...

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Du musst hier bedenken, dass Du in einer völlig anderen Situation bist. Vielleicht versuchst Du Dich mal in den jeweiligen Arbeitgeber hineinzuversetzen und seine Position einzunehmen. Damals - für die Ausbildung und heute - für den Job.

Auf der Suche nach der Ausbildungstelle war dem Arbeitgeber als Adressat der Bewerbung wichtig zu erkennen, warum du abgebrochen hast und jetzt wieder in den Bereich A willst. Er muss ein gutes Gefühl bekommen, dass Du es diesmal (damals) auch wirklich durchziehst und nicht wieder abbrichst, ein zweites Kind während der Ausbildung bekommt etc. Mit einem schlechten Gefühl investiert man einfach kein Geld in jemanden, von dem man nicht sicher ist, dass er oder sie die Ausbildung zumindest durchzieht.

Jetzt hast Du dieses durchgezogen und möchtest in dem Bereich arbeiten. Hier will der potentielle Arbeitgeber aber nichts an Entschuldigungen hören, warum Du Studium A und B abgebrochen hast. Es interessiert ihn nicht, da er Dich als AUSGEBILDETE einstellen möchte und nicht als AUSZUBILDENDE. Im Gegenteil, es macht ihn hochgradig nervös, weil Du im Grunde ihn mit der Nase in den braunen Haufen drückst der im sagt, dass die Dame evtl. etwas nicht durchhält und schnell wieder gehen könnte. Deine Motivation und die Ausbildung tritt dann in den Hintergrund und der negative Aspekt - "sie kann nicht durchhalten" - leuchtet groß und breit.

Für den neuen Arbeitgeber ist vor allem wichtig, dass Du die Ausbildung hast und wie Du Dich in den Jobs im Anschluß geschlagen hast. Was Du kannst, was er brauchen könnte und er muss ein gutes Gefühl haben, dass Du dir richtige für genau diese Stelle bist. Das Du Studiengänge abgebrochen hast ist für diese Stelle irrelevant. Er wird Dich im Gespräch vielleicht danach fragen aber dann hast Du den Fuß schon in der Tür und kannst mit anderem glänzen. Zeig ihm bereits in der Bewerbung, dass Du Dich geändert hast und jetzt weißt wo Du lang laufen musst. Der Lebenslauf ist vielleicht nicht gerade aber mittlerweile begradigt. Das ist es, was wichtig ist.

Abgesehen davon verschenkst Du unnötig Platz mit Erklärungen anstatt kurz und prägnant darzustellen, warum Du die einzig wahre Besetzung bist. Auch das wirkt in der Bewerbung schon negativ, wenn die Leute es nicht schaffen, dass Wichtigste gezielt auf den Punkt zu bringen. Ob das Zusätzliche jetzt noch einen negativen Touch an sich hat (wie hier) oder einfach neutral ist, ist dabei egal. Zuviel unnötige Information ergibt kein gutes Bild.

Ich hoffe der Perspektivwechsel hat etwas geholfen zu verstehen, warum der Bewerbungscoach damals und der Arge-MA heute recht hat.

Viele Grüße und viel Glück,

Aquila

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