Ghyanne1925

Abi nachholen? Fernabitur? Chance?

16 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

vorweg: werde mir die Tage auch noch viele andere Threads durchlesen und mich per Internet mehr informieren.

Ich bin gerade per google hier auf dieses Forum gestoßen und wollte einfach gerne mal etwas loswerden.

Ich, weiblich, 21 Jahre alt, habe am 01.02. angefangen an einer Schule für Erwachsene mein Abitur nachzuholen (2. Bildungsweg). Ich fühle mich alles andere als wohl, kann jetzt auch nicht einschlafen, obwohl ich hundemüde bin aber ich hab jetzt schon Panik vor morgen... Ich habe eine soziale Phobie, denke sie könnte noch deutlich schlimmer sein, aber ich pack die Schule nicht. War letzte Woche drei Tage nicht, befürchte ich drehe morgen vor der Schule um, ich pack das nicht...

Nun, weil ich wirklich gerne das Abi nachholen würde, überlege ich, ob es vielleicht eine Option wäre dies per Fernstudium zu tun.

Ich bin mir nicht sicher, dachte dass es jetzt mit der Schule klappen würde (habe früher das Gymnasium deswegen abgebrochen) aber ich pack das nervlich nicht. Bin auch auf der Suche nach einer Therapeutin, bevor hier etwas kommt ;-)

Ich habe Angst mit meinen Eltern darüber zu reden... Sie unterstützen mich...aber vor allem mein Vater kann meine (soziale) Unsicherheit nicht nachvollziehen :-/

Ich weiß gerade nicht mehr weiter.

Überleg gerade was ich hier GENAU mache... Muss ja noch eine Frage stellen.

Gibt es hier vielleicht noch jemanden, der aus ähnlichem Grund wie ich sich entschieden hat das Abi auf diesem Weg nachzuholen? Hat er/sie es bereut?

Ich bin mir so unsicher. Ich möchte mein Leben in den Griff bekommen aber ich halte es auf der Schule einfach noch nicht aus.

Finde des gerade schwierig mich genau auszudrücken...

Würde mich über ein paar Antworten sehr freuen,

LG

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Hi Ghyanne,

ich würde mich einfach mal queerbeet durch die zig Beiträge des Forums zum Thema Fernabitur lesen. Auch in den Blogs könntest Du lesen: z. B. HIER, HIER und HIER und weitere. Die Gründe sind allerdings unterschiedlich, warum diese Form (Fernschule) gewählt wurde.

Evtl. findest Du auch HIER etwas.


Viele Grüsse

Zippy

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Um das mal zu vervollständigen, könntest du vielleicht auch HIER interessante Informationen finden :)

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Hallo Ghyanne25,

ich antworte dir heute abend ausführlich.


Studentin AKAD International Business Communication (BA)

 

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter

Zarko Petan

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Hey Ghyanne!

Ich habe mein Abitur auf dem staatlichen Gymnasium damals aus ähnlichen Gründen abgebrochen. Ich habe aufgrund meines familiären Umfelds nie psychologische Hilfe in Anspruch genommen und daher auch keine ärztliche Diagnosse, die Situation wurde für mich aber zunehmend unerträglicher. Ich war schon immer extrem schüchtern und zurückhaltend, letzendlich habe ich mich aber nicht mehr getraut, mir in der Cafeteria ein Brötchen zu kaufen, wenn schon Leute anstanden, Klassenzimmer zu betreten, wenn schon Mitschüler drin saßen. Ich habe im Unterricht nie ein Wort gesagt (was im Leistungskurs zum Beispiel dazu führte, dass meine 15 Punkte im schriftlichen Teil durch fehlende Mitarbeit auf dem Zeugnis zu 10 Punkten wurden), bei mündlichen Überprüfungen vor dem Kurs bekam ich kein Wort raus, bin rot angelaufen und habe angefangen zu zittern. Anstehende Vorträge haben mir ab dem Zeitpunkt ihrer Bekanntgabe schlaflose Nächte beschert und bei Gruppenarbeiten hätte ich am Liebsten den Raum verlassen. Hinzu kam eine abwertende Haltung einige Lehrer mir gegenüber (mein Physiklehrer sagte einmal in aller Ernsthaftigkeit vor dem gesamten Grundkurs, dass jeder Schimpanse intelligenter wäre als ich...).

Zuletzt habe ich dann angefangen zu schwänzen, zunächst nur bestimmte Fächer, später ganze Schultage, bis ich mich dann eben offiziell abgemeldet habe, zum Entsetzen meiner Eltern, die von alle dem nichts wissen und mich (immernoch) für faul und völlig ohne Ehrgeiz halten. Ich habe zwar auch im täglichen Probleme mit anderen Menschen, aber die Auswirkungen sind zur Zeit nicht so fatal, wie sie auf dem Gymnasium gewesen sind, denn sie hatten definitiv eine Verschlechterung meiner schulischen Leistungen zur Folge.

So viel wollte ich dazu eigentlich gar nicht schreiben, aber egal.

Ich muss dazu sagen, dass ich damals nie die Absicht hatte, das Abitur nachzuholen. Ich wollte von der Schule nichts mehr wissen, habe anschließend Langzeitpraktika in Pferdebetrieben gemacht. Irgendwann habe ich mich aber gefragt, ob ich wirklich den Rest meines Lebens ausmisten will. Eine Abendschule kam für mich aber nicht in Frage (ganz abgesehen davon, dass ich für selbige in meinem Bundesland die Voraussetzungen nicht erfülle), selbstständiges Vorbereiten auf die externe Prüfung habe ich mir nie zugetraut und würde das auch heute nicht so machen.

Ich habe es bisher ganz und gar nicht bereut, mein Abitur nun über eine Fernschule zu machen. In meiner Familie werde ich regelmäßig darauf angesprochen, wie ich denn so dumm sein konnte, dass Gymnasium abzubrechen und nun für den Abschluss zahlen zu müssen. Die haben aber eben auch keine Ahnung. Aspekte, die von manchen Fernschülern als Nachteile angesehen werde (zum Beispiel fehlende Klassenkameraden oder Lehrer) sind für mich Vorteile und stören mich kein bisschen. Ich war schon immer ein Eigenbrötler, der lieber allein über einem Buch gehangen hat, als sich den Stoff mit Klassenkameraden oder durch mündliche Mitarbeit zu erarbeiten. Ich habe mich in der Schule nie wohl gefühlt, wenn ich heute Nachmittag in einer Ecke der Bibliothek sitzen werde, weiß ich, dass ich dabei absolut entspannt bin und nichts befürchten muss. Für mich persönliche wäre das Gymnasium der härtere Weg gewesen.

Die finanzielle Belastung ist für mich tragbar, momentan zahle ich noch vom Ersparten, demnächst werde ich einen Minijob beginnen. Ich wohne noch zu Hause, habe also keine großen anderen finanziellen Verpflichtungen. Beim Fernabitur ist sicherlich eine hohe Motivation, eine gewisse Selbstorganisation und Durchhaltervermögen gefragt, aber es ist auf jeden Fall zu schaffen.

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Hallo,

als ich das hier las erinnerte ich mich an einen Thread aus dem fernabi-forum.

Ich erlaube mir mal meine dortige Antwort hier her zu kopieren.

Mir persönlich wird das ganze immer zu einseitig beleuchtet und man empfiehlt ohne Anmerkungen ein Fernstudium was ich in unter diesen Umständen auch für riskant halte.

Denn das Kernproblem behebt man so nicht und du wirst immer unter der Situation leiden das sollte dir bewusst sein.

Hier nun meine besagte Antwort aus dem Fernabi-Forum

Hallo,

ich finde das du genau die falsche Taktik wählst, denn so wirst du deine Soziale Phobie nur stärken und was nutzt dir das schönste Abitur wenn du absolut im Umgang mit Mitmenschen gehandicapt bist wie willst du denn dann später arbeiten ???

Es spricht nix dagegen das du wen Weg über das Fernabitur wählst jedoch solltest du unbedingt dein Kernproblem angehen und das am besten in Form einer Therapie

Diese wird dir ungemein helfen und dir wieder sehr viel Lebensqualität bescheren.

viel Erfolg

Quelle: http://forum.fernabitur.com/viewtopic.php?f=1&t=1105

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg nur bitte beuge dich nicht deiner Phobie sondern setze dich mit dieser auseinander.

bearbeitet von manu07

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@manu07: Vielleicht könntest Du noch den Link einfügen, woher das Zitat stammt?


Viele Grüsse

Zippy

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Sie hat doch geschrieben, dass sie bereits einen Therapeuten sucht.

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Ich möchte an der Stelle anfügen, dass es durchaus eine Lösung sein könnte, das Abi über einen Fernschule nachzuholen. Ich will in diesem Zusammenhang aber auch darauf hinweisen, dass man zur Prüfung ja ebenso in eine soziale Situation gerät, die belastend, möglicherweise belastender als erwartet, sein könnte. Eine Therapie ist gut, und ich halte das auch für wichtig, aber eine Therapie garantiert nicht, dass man zum Prüfungszeitpunkt in der Lage sein wird, diese soziale Situation zu meistern. Insofern sollte man sich zumindest im Klaren sein, dass man viel Geld für etwas ausgibt, das einem am Schluss dennoch belasten könnte/trotz aller Anstrengungen scheitern könnte.

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Hallo,

also bei mir ist das zum Glück nicht ganz so ausgeprägt und ich würde das bei mir auch noch nicht als schlimm bezeichnen. Bei mir ist es eher sowas wie "Nein ich hab keine Lust in die Stadt zu gehen" oder ähnliches. Also nicht zu vergleichen mit dir.

Ich weiß aus dem ILS-Forum, dass es dort einige gibt, die aufgrund sozialer Phobien nicht auf eine Abendschule können und ihr Abitur eben jetzt per Fernkurs machen und das sind nicht wenige. Du bist mit dem Problem auf jeden Fall nicht alleine. Ich denke es ist durchaus eine gute Möglichkeit so lang du eben auch nebenher noch eine Therapie machst, denn TomSon hat schon recht. Spätestens bei den Probeklausuren, die du zumindest bei ILS absolvieren musst, triffst du auf viele unbekannte Menschen und das eben auch noch in einer Prüfungssituation. Das solltest du dabei auf jeden Fall bedenken.


Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten die in uns liegen.

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