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Boromir

Wie wirkt ein Fernstudium als Erststudium im CV?

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Hallo,

ich studiere seit 2 Jahren an der FernUni Hagen in Vollzeit. Davor habe ich 3 Semester an einer Präsenzuni studiert. Kann mir hier jemand sagen, wie ein Fernstudium als Erststudium (B.A.) bei Personalern ankommt? Bin mir da nämlich nicht sicher, wie das bewertet wird:confused:.

Formal hat man ja das selbe Zertifikat und man hat auch bewiesen, dass man sich selber gut organisieren und motivieren kann.

Dennoch ist das eher ungewöhnlich und könnte bei Personalern auch als mangelnde Sozialkompetenz gewertet werden, da man halt überwiegend im Selbststudium gelernt hat.

Ich habe mich ganz bewusst für ein Fernstudium entschieden, weil mich die Studieninhalte interessiert haben. Die Studienform war für mich zweitrangig. Kann mir trotzdem vorstellen, dass da im Vorstellungsgespräch Fragen kommen werden. Wie kann man am besten damit umgehen?

Ich hoffe..mir kann hier jemand weiterhelfen.

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Was gibt es denn in Hagen so Besonderes zu studieren, was es an einer Präsenzuni nicht gibt?

Der Weg ist ungewöhnlich für jemanden, der nicht gleichzeitig im Job ist. Fragen Sie sich selber, was Sie durch ein Fernstudium alles NICHT lernen. Mal abgesehen vom Faktenwissen, das vermutlich vergleichbar ist.

Fragen Sie sich auch, was Sie vermutlich vermissen werden, wenn Sie ins Berufsleben eintreten werden, was Ihnen Präsenzstudenten voraus haben werden.

Sabine Kanzler

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Sicher...Präsenzstudenten haben bestimmt mehr Möglichkeiten sich auszutauschen, gemeinsam zu lernen und Kontakte zu knüpfen..das ist ein Vorteil. Allerdings ist das doch auch nicht zwingend so. Meiner Erfahrung nach, hält sich das gemeinsame Lernen an einer Präsenzuni ja auch in Grenzen. Bei gnadenlos überfüllten Hörsälen und Seminaren mit über 50 Teilnehmern (!) ist an effektives Lernen eher nicht zu denken. Letztendlich besteht doch auch ein Präsenzstudium zu einem großen Teil aus der selbständigen Auseinandersetzung mit den Studieninhalten, besonders bei den schriftlichen Arbeiten.

Zur Fernuni bin ich gekommen, weil ich an meiner Präsenzuni nicht in meinen Wunschstudiengang wecheln konnte und das auch bei 2 anderen Päsenzunis nicht möglich war. Sicher hätte ich auch an einer Präsenzuni weiterstudiert,wenn das damals möglich gewesen wäre. Meine Entscheidung kann ich aber auch nicht mehr Rückgängig machen.

Wie ich ihre Frage verstehe, würden sie einem Präsenzstudenten also bei einer Bewerbung den Vorzug geben?!

Ich weiß, dass so ein Fernstudium als Erststudium ungewöhnlich ist. Aber ist man dann wirklich gleich der "Exot" den keiner einstellt, weil er zu sehr von der Norm abweicht? :confused:

Bearbeitet von Boromir

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Ihre Antwort bestärkt meine Vermutung, dass Sie im Gespräch gar nicht verstehen würden, was der Fragesteller überhaupt im Sinn hat mit seiner Frage.

Was studieren Sie denn? Das ist für die Chancenfrage ja auch nicht ganz unerheblich!

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Ich studiere Bildungswissenschaft und habe vorher Soziologie /VWL an einer Präsenzuni studiert.

Davor habe ich eine kaufmännische Ausbildung und das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht.

ich habe das Studium gewählt, weil ich in der Personalentwicklung oder betrieblichen Weiterbildung arbeiten möchte. Auch eine Spezialisierung auf E-Learning und Fernlehre kann ich mir gut vorstellen.

Zu den Chancen mit Bildungswissenschaft in diesem Bereich Fuß zu fassen habe ich schon unterschiedliches gehört und gelesen. Nach Aussagen der Uni bereitet das Studium auch auf Tätigkeiten im Personalwesen vor und ich habe hier auch einen Schwerpunkt gelegt.

Wenn ich mir aber aktuelle Stellenanzeigen im Personalbereich ansehe, werden oft Personalreferenten/innen oder HR-Assistenten/innen gesucht, die von ihrem Profil her kaufmännisch orientiert sind und auch viel mit arbeitsrechtlichen Fragen zu tun haben. Welche Kompetenzen und Qualifikationen Personalentwickler mitbringen sollten und wie man dort einsteigen kann ist mir bisher noch unklar. Selbst wenn die Möglichkeiten schlecht sein sollten mit diesem Studium eine Stelle in diesem Bereich zu finden, suche ich nach Möglichkeiten mich dorthin zu entwickeln.

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Grundsätzlich ist das meiner Meinung nach eine unglückliche Kombination: Jemand, der Bildungswissenschaft als Erststudium an einer Fernuni studiert. Oder anders gesagt: Jemand, der anderen etwas beibringen will, weicht zum selber lernen auf die Variante aus, wo er mit möglichste keinen anderen Menschen zu tun haben muss. Zumindest für die "klassischen" Bildungswissenschaftlichen Jobs (also pädagogische Arbeit) halte ich das für eine sehr schlechte Voraussetzung.

Meiner Meinung nach ist ein Ausbildungsgang wie Bildungswissenschaft im Fernstudium dann sinnvoll, wenn es ein berufsbegleitendes Studium für jemanden ist, der bereits in diesem Bereich arbeitet (oder gearbeitet hat).

Allerdings komme ich aus dem pädagogischen Bereich. Wie es mit dem Studium in Bezug zum Personalwesen aussieht, weiss ich nicht. Die Vorerfahrung im kaufmännischen Beruf ist sicher nützlich, das ist ein anders als wenn jemand ein Fernstudium als Erstausbildung absolviert. Auch wenn du konkret in Richtung e-Learning gehen möchtest, kann das natürlich sinnvoll sein. Allerdings weiss ich nicht, ob du dafür in der richtigen Ausbildung bist (ich weiss nicht, ob Hagen in diesem Bereich etwas anbietet, Vertiefung oder so).

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Hallo Rumpelstilz,

Danke für deine Einschätzung! Das Spektrum des Studiengangs ist sehr breit angelegt.Man kann seinen Schwerpunkt beispielsweise auf Berufspädagogik/Erwachsenbildung, Personalentwicklung oder E-Learning legen. Zum "virtuellen Lernen" werden ganze drei Module angeboten. ich sehe den Studiengang auch nicht als "klassisches" Pädagogikstudium. Das Ganze ist eine Mischung aus Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft und bereitet eher auf den planenden, organisierenden Bereich in der betrieblichen Bildung/Weiterbildung vor (soll es jedenfalls ;)).

Diese "Vielfalt" macht die Berufsfindung nicht gerade leichter. Ursprünlich wollte ich mal in den Bereich Bildungsplanung/Bildungsmanagement und habe dafür ein Praktikum bei einem Bildungsträger gemacht. Ob dieser Studiengang dann ausreicht, um in diese Branche einzusteigen weiß ich nicht. Deshalb wollte ich meine BA-Arbeit zu einem Personalthema schreiben, um da flexibler zu sein.

Was ich merkwürdig finde ist allerdings, dass gerade in diesem Forum ein Fernstudium als Erststudium so kritisch gesehen wird. :mellow: Nur weil es jemandem liegt, selbständig zu lernen, heißt das doch nicht, dass man keine sozialen Kompetenzen hat und nur zu Hause "rumhängt". Die Praxiserfahrungen kann man sich ja in Praktika, oder im Ehrenamt erwerben.

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Was ich merkwürdig finde ist allerdings, dass gerade in diesem Forum ein Fernstudium als Erststudium so kritisch gesehen wird.

Liegt vermutlich daran, dass hier einige schlechte Erfahrungen damit gemacht haben! Ich gehöre auch dazu. Vor paar Jahren habe ich mich aus gesundheitlichen Gründen für das Fernstudium Sportmanagement entschieden, weil ich keine 4-8h Sport mehr machen kann (und das ist an Präsenzhochschulen meistens der Fall). Ist ungewöhnlich, aber lässt sich noch plausibel rechtfertigen. Zeigt auch, dass ich um jeden Preis in diese Schiene wollte.

Wenn du lediglich dazu sagen kannst, dass du woanders nicht angenommen wurdest, folgt dann garantiert die Frage nach dem Warum! Und das kann ziemlich unangenehm werden.

Wichtig ist in diesem Fall (egal welches Studienfach man belegt), dass man von Beginn an(!!!) Praktika in diesem Bereich macht, oder besser noch bereits darin arbeitet. Weil was du nicht vergessen darfst, ist dass man auch in völlig überfüllten Hörsälen eine gewisse Praxis bekommt. Und die bekommt man beim einfachen Lesen der Studienskripte nicht!

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Was ich merkwürdig finde ist allerdings, dass gerade in diesem Forum ein Fernstudium als Erststudium so kritisch gesehen wird.

Das Fernstudium als Erststudium wird generell nicht als kritisch angesehen, es wird nur kritisch gesehen nur es der erste berufsqualifizierende Abschluss ist.

Wenn du jahrelang im Beruf tätig bist und dann ein Fernstudium (auch als Erststudium) in diesem oder einem ähnlichen Bereich absolvierst, wirkt sich das meist ziemlich positiv auf die weitere berufliche als auch persönliche Entwicklung aus. Andersrum ist es etwas komisch, da meiner Meinung nach eines der Hauptargumente - des direkten Wissenstransfers in den Beruf - abgeht.

Zudem glaube ich auch, dass ein Fernstudium in vielen Bereichen nicht die gleichen Inhalte als ein Präsenzstudium vermitteln kann wie z.B. die Soft Skills - deshalb ist eine parallele berufliche Karriere bei einem Fernstudium als Erststudium wichtig.

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Es geht beim Studium ja auch neben dem Wissenerwerb um solche "Kleinigkeiten" wie Diskussionsfähigkeit, seine Meinung vertreten und durchsetzen, mit anderen etwas erarbeiten, vor Gruppen präsentieren etc. Wer meint, ein Studium sei nur, möglichst viel Wissen abprüfbar und mit guten Noten versehen in die Birne zu bekommen, der hat etwas Wesentliches leider noch nicht begriffen.

Sag ich jetzt mal so in aller Härte!

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