SoundCat

Fernstudium Psychologie - und aus dem Ausland

9 Beiträge in diesem Thema

Guten Tag allesammen :) ein nettes Forum hier!

Meine Situation: Anfang 30, mit Fachabitur (in English und Geo, Psychologie gab's bei uns damals gar nicht), und habe lange in Grossbritannien gewohnt und gearbeitet (Kundendienst und IT). Ich wohne allerdings nun in Dänemark, und gibt es kein grosses Angebot an Fernstudium. Da hilft mir also nur ein Studium im Ausland und ja, ich will Psychologie studieren. Die ganze, richtige, lange Ausbildung bis man sich dann Psychologe nennen darf und Psychotherapie machen kann. Obwohl ich auch gerne Coaching und so was machen würde, und z.B Kunsttherapie mich sehr anspricht. Aber ich möchte eben die Möglichkeit haben, Leuten die starkes Trauma verabeiten müssen, professionell helfen zu können .

Ja wo fange ich an :rolleyes:

1.) Abschluss: Kann eine Berufserfahrung in Kundendienst und Qualitätsicherung (wo das menschlichste noch "Usability" wäre, also sich in die Benutzerperspektive einzuleben :blushing: ...) plus so ein Fachabi genug sein? :( Und wenn nicht, wie kann ich am besten supplementieren?

2.) Kursangebot: Die Open University erscheint mir viel zu teuer, aber z.Bsp die Fernuni Haagen scheint mir so presiwert zu sein dass es mich verwirrt: 330-370 Euro pro Semester - misverstehe ich da was? Gibt es nicht nur zwei Semester pro Jahr, im Vollzeitstudium? Auf der Universität in Derby wären es 703 Euros, also 16.872 Euros für den ganzen Verlauf. Wie kann das sein?

Das bringt mich zu 3.)

Werden Fernstudenten genauso behandelt wie die Studenten die vollzeitig an die Universität gingen? Denn es sieht so aus als ob man einen Masters braucht um sich Psychologe nenne zu können, und da muss man sich ja bewerben.

Ja, und dann wird es natürlich noch ein bischen mehr speziell, denn ich wohne ja in DK wo evtl. ganz andere Regeln gelten, für was Psychotherapeut bedeutet, denn in DE, denn in UK, denn in ganzwoanders.

Also:

4.) Es scheint so zu sein dass man dann noch viele Jahre weiterstudieren muss um sich als Psychotherapeut auszubilden?

Und ist sowas so landesabhängig wie z.B Jura? Wird das dann also gar nicht im Ausland anerkannt? Ja ich reise gerne, und wass wenn ich dann in 10 Jahren nach Frankreich ziehe. Keiner kann in die Zukunft schauen, aber sind solche Ausbildungen auf gar keinen Fall... öhm... "transferable"?

Entschuldigung dass das hier so lang wurde...

Ich freue mich über alle Hilfe.

:001_wub:

Cat

bearbeitet von Markus Jung
Smilies repariert

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Hallo singende Mietzekatze

wenn du in Deutschland eine Kassenzulassung haben möchtest, musst du ein "psychologischer Psychotherapeut" sein - d. h. nach deinem Psychologiestudium musst du noch eine Weiterbildung machen. Das ist in etwa vergleichbar mit Ärzten, die nach ihrem Medizin-Studium noch eine Facharztausbildung machen müssen.

hier mal der Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychologischer_Psychotherapeut

wie es in anderen Ländern ist, weiß ich nicht...

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Ich versuche mal ein paar Antworten, sage aber gleich, dass wir eine Rechtsberatung hier weder leisten könnnen noch dürfen. Du solltest im Zweifelsfalle qualifizierten Rechtsrat einholen, der individuell auf Deine Situation eingeht. Mehr als allgemeine Tatsachen und Hinweise sind in diesem Forum nicht möglich.

Also:

zu 1) "Intellektuell" sollte m. E. das mehr als genug sein. Ob Du mit dem Studium zurechtkommst, wird sich zeigen, garantieren tut das nichts. Problematischer könnte die formale Zulassung werden. In Hagen reicht die FHR nicht. Für die Zulassung ohne Abitur ist normalerweise eine Berufsausbildung erforderlich. Ich empfehle ein Telefonat mit der Studienberatung. An der OU wiederum gibt es keine formalen Voraussetzungen.

zu 2) Hauptgrund ist, dass die FeU wesentlich staatlich finanziert wird. Nachdem ein Präsenzstudium kostenlost ist (in NRW bald wieder), ist grundsätzlich nicht zu sehen, warum ein Fernstudium für 300 Euro oder so nicht möglich sein soll. Semster gibt es wirklich nur 2. Nun wird hier oft über die angeblich unterirdische Qualtität in Hagen geschimpft, das ist aber Unsinn. Man kann in Hagen ein Studium mit den angebotenen Hilfmitteln gut bewältigen. Ein "rundum-Sorglos-Paket", wie hier schon von privaten Anbietern angepriesen wurde, ist es aber nicht. Hier muss man wissen, wieviel Geld man ausgeben will. Lernen muss man überall, und überall selbst.

zu 3) Der Werdegang wäre Bachelor->Master->Psychotherapeut (in D, über DK weiß ich nichts). Das geht grundsätzlich im Fernstudium genauso. Aber: Im Master muss man klinische Psychologie machen. Der Bachelor in Hagen beinhaltet diese nicht (an der OU aber m. W. auch nicht). Es gibt mindestens einen Master, der klinische Psychologie beinhaltet, und der mit dem FeU-Master absolviert werden kann. Wie gut die Chancen tatsächlich sind, weiß ich nicht. In jedem Falle ist man hier Pionier und ein problemloses "durchmarschieren" kann nicht garantiert werden.

zu 4) Die Ausbildung ist sicher länderabhängig. Allerdings sollte innerhalb der EU die Niederlassung möglich sein. Es gibt aber mindestens eine Barriere, nämlich die Sprache. Therapie läuft doch viel darüber, und ich würde mir ehrlich nicht zutrauen, jemanden in einer Fremdsprache zu therapieren, auch bei guten Kenntnissen. Bezüglich der rechtlichen Lage sollte der Eures-Service Deines Landes weiterhelfen, den es auch in DK geben sollte.

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@Dadi: Vielen Dank, auch für den Link!! :)

@stefhk3: Vielen lieben Dank für die ausführliche Meinung, ja es war auch nur so gemeint, mit Erfahrungsberichten und Tips und Meinungen.

-> 1. FHR hat mir dann auch geschrieben dass es nicht mehr genug ist, aber auf der Webseite stand man könnte einen Zusatzkurs machen. Da muss ich aber erstmal genauere Info finden. Evtl. kann ich das auch hier in DK machen, werde hier eine Studienberatung dazu anrufen, auch weil ich nicht weiss ob man da einfach das 13. Jahr (und auch noch von so lange her) draufpacken kann wie Lego-Bausteine :) es wäre aber natürlich schön. Und ja, eine Problematik die es bei der OU wenigstens nicht gibt.

-> 2. Danke für den Kontext dazu, das kann ich jetzt besser verstehen. Allerdings dachte ich das staatsfinanzierete Vorteile nur von Leuten bezogen werden können die auch wirklich in dem Land leben? Ich bin zwar Deutsche, aber hatte erwartet das genau wie bei der OU und Derby die Kosten höher sind wenn man im Ausland wohnt. Aber das kann ich auch mit FHR selber abklären, die haben sehr schnell geantwortet. Was aber ist mit "Hier muss man wissen, wieviel Geld man ausgeben will." gemeint? FHR sagte dass da keine weiteren Gebühren anfallen, oder habe ich den Satz misverstanden?

-> 3: Danke, das werde ich weiter untersuchen.

-> 4: Danke, ich hatte gar nicht an EURES gedacht... und ja, die Sprache muss schon sehr gut sein bevor man das ernst planen darf, 100% einverstanden :)

bearbeitet von SoundCat

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Und noch eine Ergänzung: Zu psychotherapeutischer Arbeit und zum Coaching braucht es eine Menge theoretischer Kenntnisse. Die lassen sich durch ein Fernstudium sicher lernen. Es braucht aber dann supervidierte Arbeit - und das nicht nur mit einem Klienten. Und man muss die Sprache können -meiner Meinung nach fast auf muttersprachlichem Niveau, mindestens, was das Verstehen angeht. Darüber hinaus braucht es interkulturelle Kenntnisse und interkulturelles Verstehen. Jenseits von allgemeinen psychischen Prozessen "ticken" nämlich Leute schon anders, je nachdem, woher sie kommen und in welchem gesellschaftlichen Kontext sie aufgewachsen sind. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

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@KanzlerCoaching: Vielen Dank für die Antwort, sehr informativ und hilfreich!!

Die Leute in diesem Forum sind alle so nett :)

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Hallo,

es ist ganz wichtig, dass Sie sich mit dem Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) in Verbindung setzen, die können Ihnen die formal korrekten Informationen liefern. Momentan sieht es so aus, dass das Minimum in der Kombi Bachelor + Master + Therapieausbildung besteht (wobei nur wenige Therapierichtungen mit den KK abrechenbar sind). In Planung ist ein europäisches Zertifikat (EuroPsy), mit nochmals 60 Credits zur Sicherstellung europäischer Standards - ob das relevant werden könnte, entzieht sich meiner Kenntnis - weiss aber der BDP.

Viel Erfolg

Rüdiger Reinhardt

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@RüdigerReinhardt: Vielen Dank für den Tip! Von dem EuroPsy wusste ich noch gar nichts, vielen Dank! Sehr informativ, und auch richtig super dass an sowas gearbeitet wird.

BDP und deren Equivalente Vereinigungen in anderen Ländern werde ich auch anschreiben und im Info bitten.

Habe mich ansonsten 95% dafür entschieden einen BSc in Psychology bei der OU zu machen, mit zwei "residential" Schulen in England, und dazu so viele praktische Erfahrung wie möglich zu finden. Das werden in erster Linie erstmal Freiwilligenjobs im Sozialbereich (das können viele verschieden Sachen sein) nebenbei sein, ich werde also VIEL zu tun haben, aber Erfahrung ist kostbar, und es wird bestimmt auch viel Spass machen :) Freue mich schon im Vorraus.

Hehe, mache mir schon ein Budget, einen vorläufigen Studienplan, hab ein paar Bücher zur Vorbereitung bestellt und freu mich :)

Mein vorläufiger Plan im Moment ist danach zu versuchen als Assistenz-Psychologe arbeiten zu können, oder in einer anderen Stelle die akzeptiert wird, denn das braucht man für ein paar Jahre um einen Masters bei vielen Uni's machen zu können, scheint mir auf jeden Fall so. Den Masters will ich am liebsten in Cognitive Behaviour Therapy machen, na ja, das wird ja noch dauern, schaun' wir mal :)

Vielen lieben Dank allesammen!!

Cat

P.S. den Verlauf den ich da schildere gibt es in England im Moment. Ob das so in der Zukunft ist, ob das für alle Uni's so ist, ob es wirklich so "einfach" aussieht, ob ich die Jobs bekomme, ob ich das richtig verstanden habe, etc etc, das kann ich leider nicht 100% besagen, aber ich glaube bzw. hoffe, je nach dem :)

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Hallo,

berufsbegleitende Wege im psychologischen Umfeld sind nicht sehr verbreitet.

Ich habe lange gesucht und gewartet, bis ich einen passenden Master-Studiengang gefunden habe.

Die Fernhochschule Riedlingen, die in Norddeutschland auch Studienzentren für die Klausuren etc. vorhält, bietet einen Bachelor und Master in Wirtschaftspsychologie. Das ist zwar nicht ganz der gesuchte Weg, doch bei einer Vertiefung in AO-Psychologie wäre der Coaching-Weg sicher mit guten Grundlagen belegt. Zudem gibt es dann ja noch ergänzende nichtakademische Programme, wie NLP u.a. die hier interessant sein könnten.

Hier zur Fernhochschule Riedlingen:

http://www.fh-riedlingen.de/de/fernstudium/wirtschaftspsychologie/


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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