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Ohne Approbation als Therapeut tätig werden?


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Ich hätte mal eine Frage, die nun nicht speziell in die vom Threadersteller angestrebte Richtung geht, aber generell noch hier rein gehört, denke ich.

 

Und zwar habe ich aus Neugierde letztens an einer Infoveranstaltung von der HFH für den Master in Psychologie teilgenommen. Was das Therapeutendasein angeht, wurde erwähnt, dass in Kliniken auch oft nicht approbierte Therapeuten gesucht werden (z.B. systematische Therapeuten, Kunsttherapeuten, Gesprächspsychotherapeuten). Ich habe eher einen gegenteiligen Eindruck. Ist hier jemand dabei, der diesbezüglich ein paar Infos hat? Auch wie gut man als nicht approbierter Therapeut über die Runden kommen kann und wie groß die Nachfrage ist?

Bearbeitet von psycCGN
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Für die meisten, die eine Therapie/eine Beratung suchen, sind die Kosten das Problem. Wenn man als niedergelassener Therapeut eine Krankenkassenzulassung hat, dann sind die Stunden abrechnungsfähig mit der Krankenkasse, wenn man ein Rezept hat. Bei Therapeuten ohne Krankenkassenzulassung muss der Ratsuchende selber zahlen.

 

Ich bekomme z.B. aus der Region regelmäßig telefonische Anfragen, auch zum Thema "Familientherapie". Ich habe in diesem Bereich Erfahrungen, habe eine dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung in systemischer Familientherapie gemacht und betrachte mich also durchaus als kompetent. Die Bereitschaft, als Privatzahler kurzfristig einen Termin zu bekommen, geht aber gegen null. Lieber warten die Menschen trotz Leidensdruck monatelang auf einen Termin bei jemandem mit Kassenzulassung.

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Kunst-, Musik-, Tanztherapeuten werden benötigt, das sind aber oft eigenständige Berufsbilder, für die es eigene Studiengänge gibt.

 

Was systemische oder Gesprächspsychotherapeuten angeht, so ist das doch eher so, dass diese nicht zusätzlich zum psychologischen Psychotherapeuten eingestellt werden, vielmehr kann es sein, dass ein psychologischer Psychotherapeut neben seinem Haupttherapieverfahren (mit dem er die Approbation erhält, also tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutisch) noch Zusatzverfahren miteinbringen kann - ist natürlich immer auch eine Frage der Zeit, die derjenige dann in eine solche Zusatzausbildungen steckt.

 

Andererseits treffe ich immer wieder auf Psychologen, die im klinischen Kontext ohne Approbation tätig sind. Ich würde diese Stellen als begrenzt einschätzen, es gibt sie sicher, man ist aber immer darauf angewiesen, angeleitet zu werden (durch Arzt oder PPT) und kann nur in diesem Kontext therapeutisch oder ko-therapeutisch tätig sein. Ich hatte erst letztens eine Fortbildung besucht, da hat ein Arzt erzählt, dass seine Frau (Dipl.-Psychologin) im klinischen Kontext ohne Approbation tätig ist.

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Hallo,

das geht bei uns auch; klinische Psychologen, die therapeutisch tätig sind und inhaltlich kaum was anderes machen als echte Therapeuten. Ebenso die PiAs. 
Bei uns ist es allerdings gedeckelt: Bei der Patientenzuordnung gehen approbierte PPs natürlich vor, die haben freie Wahl. PiAs haben eine vorgeschriebene Patientenanzahl und die reinen klinischen Psychologen bekommen Patienten, die übrig sind (oder müssen schnell sein bei der Neuzuteilung) oder sind permanent auf Vertretungsliste (Vertretungen werden allerdings tagtäglich fällig) und ansonsten gerne als Gruppenleiter gesehen. Jetzt während Corona haben die reinen Kliniker bei uns eigentlich ziemlich gut zu tun. 

vor einer Stunde hat psycCGN geschrieben:

Auch wie gut man als nicht approbierter Therapeut über die Runden kommen kann und wie groß die Nachfrage ist?


Also mehr als ein PiA hat man auf jeden Fall :) Aus diesem Grund hoffen unsere PiAs umgekehrt, sich als klinische Psychologen anstellen zu lassen und bewerben sich zumeist auch als solche. Die bearbeiteten Fälle können ihnen später von der Ausbildungsstelle angerechnet werden. Das ist möglich, sofern das Institut einverstanden ist. 

LG 

Bearbeitet von Vica
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