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Was bringt mir ein Fernstudium zum Psychologischen Berater beruflich?


Markus Jung
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Viele Fernschulen bilden Fernlehrgänge zum Psychologischen Berater an, teilweise auch in verschiedenen Ausrichtungen und mit der Zusatzbezeichnung Personal Coach. Bei den Interessenten und mitunter selbst den Teilnehmer:innen dieser Kurs besteht oft Unsicherheit darüber, welche beruflichen Möglichkeiten ihnen ein solcher Abschluss bringt.

 

Darauf gehe ich in dem nachfolgenden Video ausführlich ein. 

 

Bei einem Fernstudium zum Psychologischen Berater handelt es sich nicht um eine Ausbildung im klassischen Sinne, wie bei einer Berufsausbildung. Vielmehr sehe ich dieses eher als Weiterbildung, die auf vorhandenen Kenntnissen und Erfahrungen aufbaut.

 

Dann ist der Psychologische Berater auch keine geschützte Berufsbezeichnung, diese kann also im Prinzip jede und jeder verwenden. Damit geht einher, dass es auch keine vorgegebenen Anforderungen an einen Fernlehrgang zum Psychologischen Berater gibt, was den Umfang oder die Inhalte angeht. Es gibt zahlreiche Angebote mit dieser Bezeichnung auf dem Markt und es lohnt sich, sich hier vorab intensiv zu informieren und die verschiedenen Kurse zu vergleichen, zum Beispiel was die enthaltenen praktischen Übungen und Seminare angeht, online und vor Ort. 
 

Wichtig ist auch, dass ein psychologischer Berater, ähnlich wie ein Coach, nicht therapieren darf. Es ist also wichtig zu erkennen, wenn eine psychische Störung vorliegen könnte und dann an Ärzte und Therapeuten zu verweisen. Darauf wurde zum Beispiel in dem von mir absolvierten Lehrgang auch immer wieder hingewiesen.

 

Nun aber zum Video:

 

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Hi @Markus Jung, schön, dass du dieses Thema (noch mal) aufgreifst. Ich habe mir vor einigen Wochen mal verschiedene Anbieter angeschaut und sehe es ganz klar wie du, dass es sich da primär um eine Weiterbildung handelt bzw. höchstens um ein Bausteinchen für eine entsprechende Berufstätigkeit.

 

Im Endeffekt habe ich mich entschieden, mir den Laudius-Lehrgang ohne Betreuung zu bestellen. So habe ich das komplette Material in strukturierter Form vorliegen, habe aber gleichzeitig die Kosten minimiert.

 

Mich haben verschiedene Gedanken bewegt:

 

In meinem Job habe ich immer wieder Kontakt gerade zu jungen Leuten (z. B. FSJ'lern), die sich über Ausbildung und Beruf Gedanken machen. Außerdem arbeite ich eng mit diversen Ehrenamtlern zusammen, wo die Grenzen zwischen "Arbeit" und Privatleben eh schwammig sind und sich daraus ganz unterschiedliche Gesprächsthemen ergeben. Ich selbst hatte das riesige Glück, mehrere Jahre unter einer Chefin zu arbeiten, die die Kunst beherrschte, die richtigen Fragen zu stellen, wenn man sich im eigenen Gedankenchaos verzettelt hatte. Inzwischen bin ich selbst in einer Führungsposition und würde diesen "Service" auch gerne anbieten können. Aber auch für Verhandlungen, Konfliktgespräche o. ä. halte ich ein möglichst großes Wissen in diesem Bereich für hilfreich.

 

Auf der anderen Seite hat mich der Preis eines solchen Fernlehrgangs doch abgeschreckt unter dem Gesichtspunkt, dass es für mich eben "nur" eine persönliche Weiterbildung wäre. Es ist ja auch nicht so, dass ich mich noch nie mit Kommunikation und Gesprächsführung beschäftigt hätte, und da waren auch ein paar Präsenzfortbildungen bei: zwei Tage GFK, vier Tage psychosoziale Notfallversorgung, fünf Tage kollegiale Beratung. Ich hätte also etwas Sorge, dass ich viel Geld für einen Lehrgang ausgebe, der zum Teil Wiederholung ist und zum Teil einfach irrelevant, weil ich keine "Berufsausübung/Selbständigkeit" damit anstrebe.

 

Zu guter letzt habe ich mir über die Verwertbarkeit im Lebenslauf Gedanken gemacht. Und da könnte ich mir vorstellen, dass ein Zertifikat "Psychologischer Berater" eher komisch wirkt bzw. mehr Fragen aufwirft als hilft, wenn man schon einen B.Sc. Psychologie vorzuweisen hat. Ich glaube, mit diesem Abschluss wird einem tendenziell mehr Kompetenz unterstellt, als wirklich vorhanden ist. Dass man im Psychologie-Studium - zumindest an der FUH - gar nicht mit Gesprächsführung/Beratung in Berührung kommt, ist vielen nämlich überhaupt nicht klar.

 

Bei all dem Für und Wider habe ich jetzt also "nur" die Lernhefte bestellt, bekomme also keine Betreuung und auch kein Zertifikat, kann mir aber trotzdem das entsprechende Wissen aneignen. Und darauf bin ich gespannt, denn beim Reinblättern habe ich schon ein paar interessante Themen entdeckt.

 

Bearbeitet von Alanna
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  • Community Manager

Gerade bei Deinem Profil und bei Deinen Zielen finde ich diese Vorgehensweise sinnvoll. Du hast schon Seminare mitgemacht, in denen Du praktische Tools an die Hand bekommen hast, hast Erfahrungen als Führungskraft und machst einen Master, in dem es um Psychologie & Kommunikation geht. Da kann so ein Kurs dann allenfalls noch ein paar zusätzliche Impulse geben und ergänzendes Wissen vermitteln.

 

Etliche bringen ja deutlich weniger in den Lehrgang mit und um da denn maximal möglichen Nutzen zu erzielen, halte ich sowohl die Betreuung als insbesondere auch die Seminare für bedeutsam.

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  • 3 Wochen später...

Wofür soll man einen psychologischen Berater brauchen, wenn es Psychotherapeuten gibt? 
 

Hinter einem psychologischen Berater kann jeder Heinz stecken, der noch nie was von Psychologie gehört hat. Es gibt noch nichtmal einen Ausbildungsrahmen dafür, d.h ich könnte jetzt einfach auch irgendwelche Kurse anbieten und dann euch Zertifikate als psychologischer Berater ausstellen. 
 

Das ganze ist einfach extrem unseriös und vermittelt leider das Bild, psychologische Berater könnten therapieren. M.E. sollte dieser Begriff verboten werden, da es potentielle Patienten in unseriöse Angebote verleitet. Gerade die Inhalte „coachen“ und „therapieren“ verschwimmen immer stärker…

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@Juggler95: Naja, ein Berater berät und ein Therapeut therapiert. Und nicht jede:r, der/die Beratungsbedarf hat, benötigt auch therapeutische Unterstützung. Und Therapeut:innen haben auch keine Kapazitäten, um allgemeinen Beratungsbedarf zu decken.

 

Von daher gibt es meiner Meinung nach durchaus die Berechtigung für den Bereich Beratung und Coaching, die ja eng miteinander verwandt sind.

 

Ob es gut wäre, wenn es hier Vorgaben geben würde, was solche Lehrgänge beinhalten sollen, darüber lässt sich sicherlich diskutieren. Und auch, inwieweit gerade das „psychologischer“ problematisch ist, woran Du Dich vermutlich besonders störst, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

 

Außerdem liegt es in der Verantwortung der Berater:innen, die Grenzen zur Therapie zu kennen und einzuhalten.

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