Cyriis

Gedanken über Informatik-Fernstudium: Habe ich alles so richtig verstanden?

13 Beiträge in diesem Thema

Hallo zusammen,

ich habe mir hier im Forum nun einmal angemeldet, da ich mich heute einmal intensiver mit dem Thema Fortbildung und Studium beschäftigt habe und dementsprechend auch viel in diesem Forum gelesen habe. Da mir einige Leute hier doch recht schlau vorkommen, wollte ich einmal von diesem Wissensstand profitieren ;)

Doch erst einmal ein paar Informationen zu mir: Ich bin 25 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker Anwendungsentwickler und arbeite nun schon ca. 3-4 Jahre ausgelernt in diesem Beruf. Privat habe ich mich bislang immer über Bücher, Testprojekten und dem Internet weitergebildet. Da ich mich nun jedoch langsam für die eher "härteren" Themen interessiere und zunehmend eine gewisse Unzufriedenheit über meine "einfache" Arbeit auf der Arbeit aufkommt, kam heute einmal der Drang zur Recherche bzgl. eines Fernstudiums.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich nebenbei weiterarbeiten möchte/muss. Ein Präsenzstudium oder Vollzeitstudium kommt daher für mich nicht in Frage. Somit habe ich mich auf die Suche nach entsprechenden Hochschulen oder Unis gemacht und bin dort auf das verwirrende Problem gestoßen mit:

Universität oder FH, privat oder staatlich? Was ist das richtige? Was nicht?

Für mich selbst konnte ich inzwischen den Studiengang Medieninformatik abhaken, da ich aus diesem Studiengang praktisch jetzt schon fast alles kann. Daher wäre Informatik eher die richtige Wahl.

Inzwischen habe ich auch gelesen, dass private "Betriebe" zwar teurer sind aber dafür angeblich auch besseren Service bzw. bessere Betreuung anbieten. Einziger Nachteil, dass dort meist Wirtschaftsinformatik gelernt wird, was für mich nicht in Betracht kommt. Daher die Frage, ob es überhaupt gute private Anbieter im Bereich NRW gibt, welche ein reines Informatik anbieten?

Hat da jmd. Erfahrungen? Über Google wird man teilweise mit der ILS & Co. und so zugebombt, welche meines Wissens ja keine wirklichen FHs oder so sind oder?

Dann wäre für mich eine Frage vllt. noch interessant: Habe ich es richtig verstanden, dass FHs eher auf einen Wissensaufbau auf den Berufsalltag ausgerichtet abzielen während Universitäten eher auf die Forschung abzielen?

Das geht mir im Moment durch den Kopf. Ich hoffe, dass das nun nicht zu ungeordnet daher kam jedoch bin ich von dem Thema und all den unterschiedlichen Möglichkeiten echt überrannt. Vermutlich zu viel gelesen heute daher ein mögliches Chaos bitte einschuldigen :/

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Gibt hier ein paar Leute, die sowohl die Fernuni Hagen als auch private FH ausprobiert haben, denke die können dich hier am Besten beraten. Generell gilt wohl, dass eine Universität anspruchsvoller und zeitaufwendiger als eine FH ist. Folglich bist du mit einem FH-Studium in der Regel schneller fertig, was aber auch zu einem Teil daran liegt, dass du bei einer privaten FH meistens semesterunabhängig studieren kannst und somit flexibler als bei der semestergebundenen FUH bist. Auch kann die Betreuung bei einer FH besser sein (wobei ich mich über das Betreuungsangebot der FUH nicht beschweren kann. Ich komm gar nicht dazu alles in Anspruch zu nehmen). Nachteil einer privaten FH gegenüber der Fernuni Hagen ist erst einmal der geschätzt 4-10 mal höhere Preis. Dazu kommt noch, dass es eben "nur" FH ist, und sich das im späteren Gehalt sowie den Jobchancen (positiv wie negativ, FH soll ja praxisorientierter sein, wobei du bei einem Fernstudium die Praxis ja explizit neben dem Studium hast) wiederspiegelt.

Ich habe mich vor einem guten Jahr wegen Kosten, Ansehen, Anspruch und der Tatsache, dass ich die Praxis sowieso in meinem Job erlange, für die Fernuni Hagen entschieden. Das muss aber jeder individuell für sich entscheiden.

Bin übrigens auch gelernter FI/AE und habe mich 3 Jahre nach Ende meiner Ausbildung für das Studium der reinen Informatik entschieden.

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Und darf ich fragen wie du mit der Uni bislang zurecht kamst bzw. kommst? Persönlich macht mir ja Mathe etwas sorgen... ich hab mir dort einmal ein Beispielpdf angesehen und war im ersten Moment etwas erschlagen. Hatte nicht das Gefühl, dass ich jemals was in meinem Mathe LK gelernt habe.

Wenn ich dann dort auf keine reale Person zurückgreifen kann, hab ich etwas die Angst, dass diese rein virtuelle Lernhilfe nicht in vollem Umfang helfen kann.

Mit wie vielen Stunden ca. beansprucht dich die Uni pro Woche wenn ich mal fragen darf? Und in wie weit hilft einem die FiAe Ausbildung? :)

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Daher die Frage, ob es überhaupt gute private Anbieter im Bereich NRW gibt, welche ein reines Informatik anbieten?

Hier findest Du eine Übersicht der Fernstudiengänge im Bereich Informatik.

LG, Inés


"Birthdays are good for you. Statistics show that the people who have the most live the longest."

 

 

Larry Lorenzoni

 

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Zwei kurze Anmerkungen von mir:

Über Google wird man teilweise mit der ILS & Co. und so zugebombt, welche meines Wissens ja keine wirklichen FHs oder so sind oder?

Das ILS ist keine Hochschule, somit auch keine FH, sondern ein Weiterbildungsanbieter. Du kannst dort Fernlehrgänge absolvieren (auch aus dem Bereich Informatik), aber keine akademischen Fernstudiengänge.

Habe ich es richtig verstanden, dass FHs eher auf einen Wissensaufbau auf den Berufsalltag ausgerichtet abzielen während Universitäten eher auf die Forschung abzielen?

Grundsätzlich ist das korrekt. Allerdings verschwimmen diese Grenzen immer mehr. Wenn Du zum Beispiel an der FernUni Hagen ein Informatik-Studium mit gutem Abschluss hinbekommst, ist da sicherlich auch eine gute Grundlage für die berufliche Karriere. Schwieriger (aber auch nicht unmöglich) dürfte es da sein, mit einem FH-Abschluss in die Forschung rein zu kommen.

Was Mathe angeht, ist das Niveau im Informatik-Studium an der Uni sicherlich höher als an der FH.

Viele Grüße

Markus


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Was Mathe angeht, ist das Niveau im Informatik-Studium an der Uni sicherlich höher als an der FH.

Da würde mich halt gerne mal die subjektive Meinung von StefanK interessieren.

Die Liste von Inés werd ich mir noch einmal genauer ansehen. Gestern hatte ich sie nur überflogen gehabt und mir die beiden Einträge zu Informatik angesehen... viel Auswahl ist da ja nicht. Vielleicht eins der anderen Angebote aber eigentlich wäre ich gerne, so denke ich jetzt, bei der "klassischen" reinen Informatik geblieben. Doch das schaue ich mir heute Abend zu Hause einmal in Ruhe an :)

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Und darf ich fragen wie du mit der Uni bislang zurecht kamst bzw. kommst?

Klar.

Studiere jetzt im dritten Semester und habe bis jetzt hinter mir: Mathematische Grundlagen, Einführung in die Objektorientierte Programmierung, Einführung in die imperative Programmierung, Computersysteme I, Computersysteme II (wobei ich bei den beiden noch auf ein Prüfungsergebnis warte, sollte aber bestanden sein) und Betriebssysteme und Rechnernetze (wobei hier die mündliche Prüfung erst in diesem Semester zusammen mit Datenbanken I stattfindet). Im aktuellen Semester belege ich: Algorithmische Mathematik, Datenbanken I und Datenstrukturen I. Für das "Grundpraktikum Programmierung" habe ich mir ein Projekt aus meiner täglichen Arbeit als Softwareentwickler anrechnen lassen.

Bis jetzt alles bestanden und bis jetzt (inkl. aktuelles Semester) komme ich auch ganz gut zurecht. Gibt natürlich immer Fächer, die einem mehr und weniger liegen.

Persönlich macht mir ja Mathe etwas sorgen... ich hab mir dort einmal ein Beispielpdf angesehen und war im ersten Moment etwas erschlagen. Hatte nicht das Gefühl, dass ich jemals was in meinem Mathe LK gelernt habe.

Mathe LK ... schön wärs, hätte ich einen gehabt ;) . Also evtl. hole ich kurz ein wenig zu meiner Vorgeschichte aus: Hab auf der Hauptschule meine mittlere Reife (M-Zweig, falls dir das was sagt) gemacht, was in der Arbeitswelt wohl zwischen Hauptschule und Realschule angesiedelt wird (hätte mir das mal jemand vorher gesagt ... aber hinterher ist man immer schlauer), hab diesbezüglich also eigentlich kein brauchbares Mathe gehabt. In der Berufsausbildung zum FI/AE steht Mathe leider nicht auf dem Lehrplan, deshalb wurden meine Mathe-Kenntnisse über die Jahre auch nicht besser. Als ich dann berufsbegleitend meine Fachhochschulreife nachgemacht habe, war das der erste "mathematische Kulturschock" für mich. Da gab es dann auf einmal sowas wie "Funktionen mit f von x", wovon ich vorher nie gehört hatte (nur um dir mal meinen damaligen mathematischen Wissensstand zu verdeutlichen). Das Studium-Mathe war dann der zweite mathematische Kulturschock. Dort musste ich auf einmal alles herleiten und beweisen und nicht mehr so viel rechnen (und wenn dann auch komplett ohne Taschenrechner). Also für mich auch noch einmal komplett neu. Ich musste dann alles in allem (inkl. Studientage, Einsendeaufgaben, Prüfungsvorbereitungen, ...) auch ca. 20h/Woche für das "Mathematische Grundlagen"-Modul investieren, habe es dann aber auch mit 2,3 abgeschlossen.

Du siehst, auch als mathematischer Newbie kommt man irgendwie durch die Mathekurse (gibt ja insgesamt nur 2 komplette Mathemodule, und das Zweite belege ich in diesem Semester). Ggf. hat man dabei natürlich einen größeren Aufwand und es kann auch gut passieren, dass man mal durchfällt. Aber das Schöne an den Mathekursen an der FUH ist ja, dass diese alle nur irgendwann mal bestanden werden müssen. Also Note zählt nicht ins Zeugnis und du darfst so oft an der Prüfung teilnehmen, wie du möchtest.

Ansonsten begegnet einem die Mathematik mal mehr und mal weniger auch in den anderen Modulen. Aber ich behaupte mal, wenn man die zwei Haupt-Mathe-Module hinter sich hat, kann einen diesbezüglich nur noch wenig aus dem Kernbereich erschüttern ;) . Informatik ist nunmal nach einem puren Mathematikstudium und einem Physikstudium eines der mathelastigsten Studienfächer.

Achja, die Mathe-Klausuren sind meistens nicht ganz so anspruchsvoll wie das Skript ;) .

Wenn ich dann dort auf keine reale Person zurückgreifen kann, hab ich etwas die Angst, dass diese rein virtuelle Lernhilfe nicht in vollem Umfang helfen kann.

Hauptsächlich hilft man sich eigentlich in der Newsgroup (bzw. auch mal über Skype/ICQ mit Leuten, die man über die Newsgroup kennengelernt hat). Die Newsgroups sind je nach Modul unterschiedlich gut betreut. Aber gerade die Betreuung für die Mathemodule sind sehr, sehr gut. Mir hat auch mal eine Professorin an einem Sonntag Abend um 20 Uhr einen 4 DIN-A4 Seiten umfassenden Roman bzgl. Vektoren in der Newsgroup geschrieben ;) . Ansonsten gibt es natürlich noch die Sprechstunden der Professoren/Betreuer sowie persönlichen E-Mail Kontakt zu den Professoren und die Einsendeaufgaben.

Wenn du lieber auf "reale" Hilfe zurückgreifen möchtest, wird dir modulabhängig ca. 14-Tägig in ausgewählten Studienzentren eine Wiederholung der aktuellen Kurseinheit angeboten. Habe ich aber noch nie in Anspruch genommen, da ich eigentlich mit dem Skript bzw. der Newsgroup immer ganz gut zurecht kam, und ich dann nicht unbedingt alle 14 Tage ca. 100km einfach zum nächsten Studienzentrum fahren wollte. Außerdem gibt es zu den meisten Modulen Studientage, an denen an einem oder mehreren Tagen (meistens WE) noch einmal die wichtigsten Dinge wiederholt werden. Dient auch ganz gut als Klausurvorbereitung.

Ansonsten gibt es auch noch Kontaktlisten. Diese kannst du nach Studenten, die identische Module belegen und sich in deiner Umgebung (sofern diese dazu eingewilligt haben) befinden, durchsuchen, und so ggf. Lerngruppen bilden/finden.

Mit wie vielen Stunden ca. beansprucht dich die Uni pro Woche wenn ich mal fragen darf?

Also ich belege Module für 20 ECTS (30 ECTS wäre ein Vollzeitstudium) im Semester und habe bzw. lasse mir die beiden Praktika auf meine berufliche Tätigkeit anrechnen. Wäre also - wenn alles problemlos verläuft - nach 4 statt 3 Jahren fertig. Inkl. Studientage (sofern ich teilnehme), Einsendeaufgaben, Newsgroupbeteiligung und Prüfungsaufgaben dürfte ich zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche investieren (Mathe mit alleine ca. 20h/Woche war eine Ausnahme, habe parallel dazu nichts lernen müssen).

Und in wie weit hilft einem die FiAe Ausbildung? :)

Sehr. Gab schon einige Situationen, in denen ich mir gedacht habe "Puh, hätteste die Ausbildung nicht bzw. keine Berufserfahrung, würdeste jetzt ganz schön blöde aus der Wäsche gucken". Also nicht nur die Ausbildung hilft viel, sondern auch die Berufserfahrung. Bspw. habe ich für das komplette Modul "Einführung in die OOP" nichts gelernt, da ich Java und OOP durch die Ausbildung und meine Berufserfahrung gut genug beherrsche. Die Fachhochschulreife hat in erster Linie für Mathe geholfen, sonst eigentlich nicht.

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Da würde mich halt gerne mal die subjektive Meinung von StefanK interessieren.

Kenne kein FH-Studium zum Vergleich. Aber Markus hat da wohl recht, wenn ich mir teilweise die Aussagen von anderen Studenten hier anhöre, sehe wie man sich teilweise in den Newsgroups quält, und die Mathemodule von Wirtschaftsinformatikern an der AKAD ansehe.

Prüfungen werden aber sehr fair bewertet und man bekommt auch immer sehr gute Hilfe von der Kursbetreuung. Zu schaffen ist es also auf jeden Fall.

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Wow... vielen Dank für den Roman! Gibt mir jedenfalls schon einmal einen guten Einblick und stimmt mich durchaus glücklich :)

Das mit FiAe und die Berufserfahrung teilweise gut zuspielen wird, hab ich gehofft. Vor allem beim Einstieg in OOP. Ist ja praktisch täglich Brot bei mir. Java zwar noch nicht so aber Java muss ich nun berufsbedingt durch Android eh lernen bzw. bin es schon dabei.

Ich werde vermutlich dann auch mehr in Mathe investieren müssen. Immerhin ist mein Abi schon nun gut 6-7 Jahre her glaub ich. Da kann ich mich nur wenig an noch etwas wichtiges erinnern :/

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Ich studiere ebenfalls (wie StefanK) Informatik an der FU Hagen. Zwar kann ich keine Fachinformatikerausbildung vorweisen, aber meine Erfahrung als Administrator hilft auch. ;) Seit ca. 4 Wochen läuft mein zweites Semester (Teilzeit).

Im ersten Semester kam ich mit 11 Stunden pro Woche reine Lernzeit zurecht. Darin sind keine Recherchezeiten (z.B. im Internet) oder Lesen der Newsgroup der FernUni enthalten. Ebenfalls nicht enthalten sind die Zeiten in denen ich eine Aufgabe während des Schlafens im Kopf hin- und herwürfelte.

Das Mathe-Niveau ist hoch aber machbar. Die Newsgroup wird hervorragend betreut und auch "dumme" Fragen werden verständlich und präzise beantwortet.

Wenn Sie sich pro Woche etwa 20 Stunden mit dem Lehrtext und den Einsendeaufgaben beschäftigen, würde ich das nicht als zu viel erachten.
Dieser Satz steht in der Einleitung zu "Grundlagen der Mathematik". Er ist nicht als Abschreckung gedacht sondern vermutlich ein Ratschlag.

Das passt, wie das Kind in den Brunnen.

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