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psychodelix

Wie groß ist die Panik bei euch aktuell wegen Corona?

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Gast
Am 23.5.2020 um 11:31 , jedi schrieb:

Irgendwo habe ich gelesen, wie es den Schülern geht. Die müssen im Unterricht Maske tragen und dann in den Pausen auch noch. Auf dem Schulhof sind Bodenmarkierungen, wo sich jeder einzelne aufhalten darf. Auch da mit Abstand und Maske. Völlig Panne sowas.

 

In unserer Grundschule tragen die Kinder im Klassenzimmer keine Masken, auch nicht auf dem Schulhof, wohl aber im Schulgebäude. Im Ergebnis kommen sie dann bei Schulende alle mit Masken aus der gleichen Tür, um fünf Minuten später auf dem Spielplatz wieder gemeinsam nebeneinander zu buddeln ;-).

 

Neben den unbestreitbaren Gefahren von Covid, scheinen mir die rationalen Argumente für eine Abwägung der Verhältnismäßigkeit aller Maßnahmen in Bezug auf Kollateralschäden aller Art noch immer in der extrem polarisierten Diskussion aufgerieben zu werden. Die letzten paar Beiträge hier könnte man dabei fast als Symbol für die gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung nehmen.

 

Damit meine ich gar nicht unbedingt die potentiell epochale Wirtschaftskrise, die – wenn sie kommt – unzählige Menschen in Armut stürzen und damit auch gesundheitlich langfristig schlechter stellen wird, oder die Millionen Kinder weltweit, deren Impfungen derzeit nicht durchgeführt werden, oder die Flüchtlinge, die in vollkommen überfüllten Lagern in Griechenland vor sich hin vegetieren, ohne dass das hier medial noch irgendwen interessieren würde.

 

Man kann auch auf first-world-Probleme wie die Bildung unserer Kinder schauen. Ich sehe in meinem selbsternannten bildungspolitischen Elite-Bundesland absolut kein Konzept für ein "digitales Klassenzimmer". Unser Ministerpräsident stellt sich vor die Kameras und säuselt etwas von Verdoppelung der Anstrengungen und Aufwendungen. Da frage ich mich: 2*0=?

 

Es hängt hier extrem vom Geschick und der Motivation der einzelnen Lehrer ab, was passiert. In der Parallelklasse meines Kindes hat die Klassenlehrerin die ersten Wochen nach eigener Aussage zur Entschleunigung genutzt und ist auch jetzt für die Kinder nicht erreichbar. Bei uns läuft es zum Glück besser.

 

Als vor anderthalb Wochen angekündigt wurde, dass mit Beginn der letzten Woche die Schulpflicht wieder einsetzt, habe ich eine Weile überlegt, was ich mache. Die Faktenlage sieht ja momentan so aus, dass die Übertragungswege potentiell 50/50 Tröpfchen/Aerosole sind, was insbesondere den Aufenthalt in geschlossenen Räumen zum Risikospiel macht. Auf der anderen Seite hatte ich den Eindruck, dass meine Kinder ganz dringend wieder soziale Kontakte außerhalb der eigenen vier Wände brauchten.

 

Letztendlich haben wir nun beide Kinder für fünf Stunden täglich betreut. Was bei ihnen extrem stimmungsaufhellend gewirkt hat, und uns ein wenig mehr Luft zum Atmen aka Arbeiten gibt.

 

Es bleibt alles schwierig.

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