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Lohnt sich „Angewandte Psychologie“ - Fernstudium?


sarah_am
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KanzlerCoaching
vor 1 Minute schrieb sarah_am:

In diesem Berufsfeld würde ich zwar Menschen helfen, aber hätte nicht wirklich richtig Kontakt mit der Psyche des Menschen usw.. Deswegen würde es mich auch nicht richtig erfüllen. 

 

Glauben Sie mir, Sie HABEN in diesem Berufsfeld wirklich richtig Kontakt mit der Psyche des Menschen. Und das nicht nur im geschützten Bereich einer Therapiesitzung.

 

Ich weiß das, ich habe jahrelang als Sozialpädagogin in einer stadtteilbezogenen Beratungseinrichtung gearbeitet und dort ganz unterschiedliche Angebote gemacht.

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vor 11 Minuten schrieb sarah_am:

Habe aber einfach Angst vor falschen Entscheidungen und Kontrollverlust

 

Das kann ich total nachempfinden! Aber in fast zwanzig Berufsjahren habe ich auch gesehen, dass sich immer wieder neue Perspektiven ergeben und Türen geöffnet haben, die ich direkt nach der Schule weder in Erwägung gezogen noch für möglich gehalten hätte. Oft entsteht der Weg erst beim Gehen. Mach dich also nicht zu sehr verrückt.

 

Bearbeitet von Alanna
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vor 21 Minuten schrieb FOM Alumni:

Danke für die Ergänzung 👍

 

Laut dem Link von TomSon kannst du dir anscheinend immer noch Freiwilligendienste anrechnen lassen, vielleicht wäre das eine Überlegung wert (im schlimmsten Fall geht es nicht und dann studierst du was ähnliches oder halt privat - aber auch da würde ich aufpassen z.B. an der Fresenius wirst du damit keine Psychotherapeutin mehr).

 

Ansonsten weiß ich nicht, wie sinnvoll es ist, bereits als Abiturientin sich auf Neuro- und Schulpsychologie zu fixieren, wodurch systematisch alle anderen Bereiche limitiert werden und kategorisch die Systemtherapie auszuschließen. Nicht falsch verstehen, es ist in gewisser Weise sinnvoll, wenn man von vornherein sich klare Gedanken darüber macht, in welche Richtung die Reise gehen soll, aber man sollte gerade in einem Bereich mit einer so hohen Zulassungshürde wie der klinischen Psychologie vielleicht etwas mehr Kompromissbereitschaft mitbringen (vielleicht war ich aber auch nie privligiert genug, um mir solche Gedanken machen zu können, da Migrations- und Arbeiterfamilie).

Dazu können Interessen und Neigungen auch mit der Zeit wandeln, ich hatte z.B. vor etlichen Jahren in der Altenpflege begonnen und hätte damals nicht gedacht, dass mich heute die Arbeit mit den Kids so erfüllen würde (und wer weiß, vielleicht habe ich früher oder später wieder einen Tapetenwechsel).

 

Da werde ich dir hier wahrscheinlich keine zufriedenstellende Antwort geben können. Nach meinem Kolloquium steht allerdings ein Interview mit Markus in Planung, vielleicht bist du ja dabei und bringst deine Fragen mit (aber kleiner Spoiler: wir beschäftigen uns - im sozialtherapeutischen Bereich jedenfalls - täglich mit den Irren, die ihr nur 1x/Woche in den Sitzungen ertragen dürft😛). Ansonsten gibt es für uns Pädagogen (sofern wir natürlich die nötige Qualifikation mitbringen) die Möglichkeit, eine heilpädagogische Praxis zu eröffnen (google am besten nach "heilpädagogische Praxis [+ der Name deiner Stadt]", vielleicht hilft dir das für einen Einblick). Natürlich würde ich dann auch aus Logik- und Effizienzgründen von einem Zweitstudium (klinische) Psychologie abraten, sofern du dich für den Weg der Pädagogik entscheiden solltest.

 

Ansonsten, wenn du dir die Arbeit in den Neurowissenschaften vorstellen kannst, kannst du dir vielleicht Gedanken um die klassischen Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Biochemie, Medizin* - privat oder im Ausland) machen, ist halt nicht so sexy wie die klinische Psychologie, allerdings realisierbarer (und gerade als Neurologe / Psychiater bist ja auch ziemlich nah an deinem Wunschfeld).

 

Und glaub mir, etwas Schulunterricht, worin Freud und Adler beredet werdet und der Berufsalltag, worin täglich bspw. mit Borderlinern gearbeitet wird, wo man nicht weiß, ob sie sich bis zur nächsten Sitzung nicht umgebracht haben... mach dir da das Berufsleben ohne eigene Einblicke nicht zu romantisch, wir hatten schon diverse Kündigungen, weil man mit dem Klientel nicht zurecht kam.

 

Kurzfassung:

Frewilligendienst - yay

Fachfremde Ausbildung - nay

Evtl. Gedanken um Pädagogik machen (ein guter Träger bezahlt dich auch gut, das ist Marktwirtschaft) - yay

Gedanken um Bio-/Chemie, Medizin machen - yay

Privatstudium klinische Psychologie - nur wenn man versichern kann, dass du auch danach deine Approbation bekommen kannst, sonst - nay

 

LG

 

*meine Schwester ist Psychotherapeutin (nach dem alten Gesetz, also mit Selbstzahlerausbildung) und auf die Frage, was sie lieber studiert hätte, wenn sie nochmal die Wahl hätte, meinte sie, Medizin.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort 🙏🏻 Deine Ratschläge haben mich auf neue Ideen gebracht.

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polli_on_the_go
vor 1 Stunde schrieb sarah_am:

diesem Berufsfeld würde ich zwar Menschen helfen, aber hätte nicht wirklich richtig Kontakt mit der Psyche des Menschen usw.

Da würde dir meine Bekannte in der PSB (psychosoziale Beratung) für Menschen mit Suchterkrankungen, die auch den Qualifizierten Entzug mit begleitet, die aber auch noch in der ambulanten Eingliederungshilfe für psychische kranke Menschen arbeitet sicherlich widersprechen.

 

Und ich z.B. beginne Ende des Monats bei einer umfassend qualifizierten ernährungswissenschaftlerin und Diätassistentin sowie Fachberaterin und Coach eine ganzheitliche Ernährungstherapie (Füge den Link mal bei), bei der es auch aber nicht primär um die Zusammenstellung von Essen geht, sondern trotz der Grundqualifikation im Bereich Ernährung um Glaubensmuster, Körper usw.

 

Qualifizierte Arbeit, auch mit "der Psyche" des Menschen ist weit über die reine PT möglich und arbeitet oft Hand in Hand z.B. in der Körpertherapie, der Ernährungstherapie wie ich sie mache, der PSB, der Psychiatrischen komplexbehandlung im Rahmen der Ergotherapie mit den Psychotherapeuten zusammen.

 

Oft wird dann zwar noch einiges an Zusatzqualifikationen gebraucht, aber ich denke da sind wir uns bei etwas so zerbrechlichem wie der Psyche auch einig, dass das gut so ist und ich hoffe, das stimmen mir die Profis @TomSon und @Vica hier zu. Mein Eindruck ist, dass du dich entweder von deinem engen Ziel verabscheiden musst und beginnen musst breiter an deinen Berufswunsch heranzugehen oder eben, dass du für so was wie die Berlin oder Hamburg Medical School und ich glaube auch Witten Herdecke noch weitaus mehr Geld in die Hand nehmen musst, als für ein Fernstudium.

Bearbeitet von polli_on_the_go
Ergänzung
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vor 2 Stunden schrieb sarah_am:

Das habe ich mir auch überlegt zu machen, glaube aber dass es mir nicht sonderlich etwas bringen wird. Bin nämlich ein Mensch der eher gute bis durchschnittliche Leistungen erbringt ( selten sehr gute) . und mein Abischnitt ist 2,3 .

Auch wenn jemand im polyvalenten Psychologie-Bachelor drin bist, kann es äußerst schwer werden, danach in den entsprechenden Master aufgenommen zu werden. Die Studienkapazitäten sind begrenzt und der Studiengang wird äußerst beliebt sein. Das heißt, dass der NC sehr weit oben angesiedelt sein wird. Der Leistungsdruck im Bachelor ist definitiv vorhanden. Und auch im Bachelor müsstest du schauen, dass du die relevanten Module überhaupt belegen kannst, um für den Master für Psychotherapie zugelassen zu werden. Ich denke, dass Noten dann auch eine große Rolle spielen werden. Ich möchte hiermit nur zum Ausdruck bringen, dass es nicht geschafft ist, bloß in einen universitären Psychologiebachelor rein zu kommen. Die Hürden werden dich das ganze Studium über begleiten. Neben zeitlichen und finanziellen Belastungen, sollte dies bedacht werden. Und ich möchte hiermit nicht ausschließen, dass du Höchstleistungen erbringen kannst.

 

vor 50 Minuten schrieb sarah_am:

Ich habe auch sehr lange überlegt doch Soziale Arbeit zu studieren, bin aber zu dem Entschluss gekommen dass es doch nichts für mich wäre. In diesem Berufsfeld würde ich zwar Menschen helfen, aber hätte nicht wirklich richtig Kontakt mit der Psyche des Menschen usw.. Deswegen würde es mich auch nicht richtig erfüllen. 

Ich stimme @KanzlerCoaching zu, dass die Arbeit als Pädagoge auch Arbeit mit der Psyche des Menschen ist. Wir Pädagogen ohne Approbation haben zwar nicht die Erlaubnis zur Heilbehandlung aber pädagogische Interventionen für die Arbeit mit Menschen mit psychischen Störungen oder Auffälligkeiten haben Überschneidungen mit psychotherapeutischen Interventionen. Anders wäre es schwierig, den pädagogischen Alltag zu meistern. Ich finde auch, dass ein Pädagoge mehr Möglichkeiten hat, eine Beziehung und Bindung zu seinem Klientel aufzubauen, als dies bei einem Psychotherapeuten der Fall ist. Als Lehrer beispielsweise sehe ich meine Schüler täglich 5 bis 6 Stunden. Ein Psychotherapeut sieht seine Patienten oft einmal die Woche für 45 bis 60 Minuten. Die Arbeit als Pädagoge ist eben niedrigschwelliger. Das, der schwere Zugang zur Tätigkeit als Psychotherapeut und vielleicht auch das Gehalt führen wahrscheinlich zu der Exklusivität dieses Berufs.

Und bei der Wahl eines Pädagogikstudiums muss auch das Curriculum betrachtet werden. Ich habe Studiengänge für Soziale Arbeit gesehen, die mehr in Richtung Management gehen. Es gibt aber auch Studiengänge, die viele Module aus der Psychologie beinhalten. Als Sozialarbeiter (Bachelor) hättest du wahnsinnig viele Möglichkeiten, dir einen Master zu suchen, der deinen Vorstellungen möglichst nahe kommt. Die FH Münster bietet beispielsweise den Master "Soziale Arbeit. Therapie, Förderung, Betreuung (Clinical Casework)" an. In diesem Master können sich die Studierenden beispielsweise für den Schwerpunkt "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie", "Verhaltenstherapeutische Interventionen bei Autismus-Spektrum-Störungen" oder "Förderung von Kindern mit Entwicklungs- und Lernbeeinträchtigungen" entscheiden. Die soziale Arbeit ist ein sehr breit gefächertes Gebiet. Hier empfiehlt es sich, die einzelnen FH durchzuklicken. Eventuell findet sich ein Angebot, das dich reizen würde. Und Sozialarbeiter ist ein Berufsstand, mit dem du wohl kaum arbeitslos werden wirst.

 

vor 50 Minuten schrieb sarah_am:

Fraglich ist für mich nur ob ich mich in dem Weg „Angewandte Psychologie“ reinstürzen soll, wo ich nicht unbedingt weiß ob Neuropsychologie oder Schulpsychologie wirklich etwas für mich wären (Alle andere Möglichkeiten wie Organusationspsychologie usw.  kommen eher nicht in Frage)..

Die GNP wird die Ausbildung zum klinischen Neuropsychologen an das Psychotherapiestudium koppeln. 2032 soll es wohl endgültig sein, dass die Ausbildung zum Neuropsychologen ausschließlich von Approbierten Psychologen absolviert werden kann. Die GNP will eben auch dazugehören. 

Nun könnte man sagen, dass man bis dahin diese Ausbildung ja noch machen kann. Ja. In meinem Praktikum habe ich allerdings keine jüngeren Kollegen gesehen, die nicht Psychotherapeut sind oder nicht schon bereits in der Psychotherapeutenausbildung sind. Warum sollte ein Klinikchef einen Psychologen nehmen, wenn er auch einen haben könnte, der die Approbation hat? Ob die Approbation ein Muss ist, darüber kann man sich wahrscheinlich streiten. Im Klinikalltag wird man aber auch mit Menschen arbeiten, welche potenziell suizidgefährdet oder depressiv sind, in wenigen Monaten sterben werden oder aufgrund von schweren Unfällen/Krankheiten/Operationen Persönlichkeitsstörungen aufweisen. Und eine psychische Störung kommt selten allein. Da ist die Versuchung groß, sich jemanden ins Haus zu holen, der eben das studiert hat.

Was die Schulpsychologie angeht, so sollte sich niemand vor dem Studium das Ziel setzen, Schulpsychologe zu werden. Es gibt nicht allzu viele Schulpsychologen. Ein Schulpsychologe muss eine Masse an Schulen abdecken. Die Anzahl verfügbarer Stellen sind ziemlich limitiert. Daher gehört dieser Beruf meiner Ansicht nach in die Kategorie: ergibt sich oder ergibt sich nicht.

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