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Arbeitszeugnis erhalten. Wie beurteilt ihr es?

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Wer kennt sich mit Arbeitszeugnissen aus und würde mal einen Blick auf meines werfen? Meiner Meinung nach ist es ein gutes, aber nicht sehr gutes Zeugnis. Problem bei der Zeugniserstellung war, dass ich das letzte Mal 1998 gearbeitet habe und seitdem in Beurlaubung war (ÖD). Sämtliche Vorgesetzte arbeiten nicht mehr.

Frau X erfüllte ihre Aufgaben zuverlässig und gewissenhaft. Sie bearbeitete alle Problemstellungen sorgfältig und systematisch. Daneben erledigte sie ihre Arbeit sehr selbstständig. Frau X konnte sich schnell in neue Arbeitsaufgaben einarbeiten. Außerdem achtete sie stets die Interessen des Unternehmens und ihrer Kollegen und überzeugte durch ihre Loyalität. Frau X ist diskret und gewissenhaft.

Frau X erledigte die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden überzeugte sie stets durch höfliches und korrektes Auftreten. Frau X zeigte überdurchschnittliches Engagement und beeindruckte durch ihr Interesse und ihre Auffassungsgabe. Darüber hinaus konnte sie Sachverhalte überdurchschnittlich schnell und sicher erfassen und lösen.

Insgesamt entsprach sie unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise und hat sich durch ihre Persönlichkeit die Anerkennung und Wertschätzung ihrer Vorgesetzten, Kollegen und Kunden erworben.

Frau X verlässt unser Unternehmen zum 31.12.11 auf eigenen Wunsch.Wir bedanken uns für ihre geleistete Arbeit und wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Werdegang alles Gute.

Was meint ihr dazu? Sind da irgendwo versteckte Seitenhiebe oder hat mein ehemaliger AG es gut geschrieben? In erster Linie geht es mir darum, dass durch ein paar Worte, die sich für mich als Laien gut anhören, eigentlich ganz anderes ausgedrückt wird.

Wie gesagt, die eigentliche Tätigkeit liegt schon Jahre her. Sofern mir das Zeugnis nicht gefällt, kann ich es noch abändern lassen.

Vielen lieben Dank.

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Ob ein Zeugnis gut oder schlecht ist, vor allem, ob unklare Aussagen drin sind, das lässt sich nur beurteilen, wenn man ein Zeugnis als Ganzes kennt.

Dazu gehört dann die Einleitung, die Tätigkeitsbeschreibung, die Würdigung (die haben Sie hier ja eingestellt), der Abschlussabsatz - und das gesamte Dokument, auf dem ja auch einer unterschrieben haben muss und das bestimmten Formerwartungen entsprechen muss.

Wenn jemand unsicher ist, dann empfehle ich immer, entweder ein vernünftiges Standardwerk zu kaufen (z.B. Weuster/Schaar Zeugnisse in Textbausteinen), das dann sorgfältig zu lesen oder - wenn das zu mühsam ist - ein paar Euronen in die Hand zu nehmen für einen professionellen Zeugnischeck.

Sabine Kanzler

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Grundsätzlich ist eh die Frage, wie ein Zeugnis, das 2012 für eine Tätigkeit bis 1998 erstellt wurde, bewertet wird. Im Nachhinein denke ich, wäre es besser gewesen, 1998 ein Zwischenzeugnis zu verlangen. Aber ich dachte nicht, dass ich so lange zu Hause bleiben werde. Mir geht es nur um eine Grobeinschätzung und ob es irgendwo Seitenhiebe gibt. Was ich aber nicht verstehen würde, aber man weiß ja nie. Noch kann ich das Zeugnis ändern lassen. Vllt. gibt es ja noch ein paar Einschätzungen dazu.

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Bitte verstehen Sie meine Anmerkung einfach als Hinweis aufgrund einer über 20-jährigen Beratungserfahrung und dem Lesen ganz, ganz vieler Zeugnisse. Grade mit den Infos, die jetzt noch dazu gekommen sind, wird die Angelegenheit unklarer - und damit lassen sich auch keine seriösen Grobeinschätzungen abgeben.

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Grundsätzlich stimme ich Frau Kanzler zu. Erst in der Gesamtheit ergibt sich ein Bild über das Zeugnis.

Dennoch: In der Würdigung, wie du sie hie reingestellt hast, kann ich keine "Seitenhiebe" entdecken. Für mich ist es ein gutes Zeugnis. Insgesamt ist die Würdigung gut geschrieben. Man entdeckt klassische Textbausteine, die sich in jedem (guten) Zeugnis finden. "Zu unserer vollen Zufriedenheit" deutet regelmäßig auf eine gute Bewertung hin.

Interessant wären noch die Tätigkeitsbeschreibung und die Einleitung.

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Man entdeckt klassische Textbausteine, die sich in jedem (guten) Zeugnis finden. "Zu unserer vollen Zufriedenheit" deutet regelmäßig auf eine gute Bewertung hin.

"Zu unserer vollen Zufriedenheit" ist mitnichten eine gute Bewertung, da hier die zeitliche Komponente "stets" fehlt (die aber oben im Text enthalten ist.

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Ich bin da absolut kein Experte, aber habe auch mal ein paar Einzelheiten gelernt, von denen ich aber nicht weiß, ob die noch gültig sind.

Der Satz

"stets zu unserer vollen Zufriedenheit" = 2

"stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" = 1

Wichtig ist auch, dass bei der guten Arbeitsbeziehung nicht nur die Kollegen, sondern auch die Vorgesetzten angeführt werden.

Verlässt auf eigenen Wunsch = positiv

Gut oder ausschlaggebend ist auch, wenn am Schluß gedankt wird und viel Glück für die Zukunft gewünscht wird.

Ich habe auch schon gehört, dass ein Zeugnis mit "gut" als Bewertung besser ankommt als ein Zeugnis mit einem "sehr gut", weil das dann

auch schon wieder auffällig sein kann.

Meine laienhafte Einschätzung rein aus dem Teil, den du hier zitiert hast, ist, dass es positiv gehalten ist.

Und sagen wir mal so: wenn aufgrund der Umstände das Zeugnis nun erst jetzt erstellt wurde, würde ich das Datum nicht als bewußten

Seitenhieb einschätzen. Vor allem, wenn die Chefs nicht mehr da waren, kann nicht jemand unterschreiben und rückdatieren auf ein Datum,

der vielleicht damals noch gar nicht in der Firma war. ABER: das wirst du in einer Bewerbung halt dann erklären müssen.

Aber ich würde es auch von jemandem, der davon wirklich etwas versteht, überprüfen lassen; schließlich begleitet einen ein Zeugnis ein Leben lang. Und so teuer wird das dann auch nicht sein.

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In meinem allerersten Arbeitszeugnis stand mal Frau A. war bei den Kollegen geschätzt". Ich hab das sehr negativ interpretiert, als würde man nicht mit Frau A. auskommen.

Dieser Satz tauchte allerdings nie wieder in folgenden Arbeitszeugnissen anderer Arbeitgeber auf.

Ich habe gegoogelt, konnte aber nichts finden. Was bedeutet das, welche Note ist das?

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Ich kann dir hier nur das sagen, was ich auch wieder nebenbei mitbekommen habe, ohne, dass das aber wirklich stimmen muß:

Es hat nicht alles mit Noten zu tun. Manchmal werden auch andere Dinge verschlüsselt.

Z.B., dass das Verhältnis zwischen Frau A. und dem Chef nicht besonders gut war.

Wenn also geschrieben wird: "Frau A. war bei den Kollegen geschätzt" fehlt hier der Chef wieder. Warum steht hier nicht: "Frau A. war bei den Kollegen und Vorgesetzten geschätzt". Wahrscheinlich weil sie eben nur bei den Kollegen geschätzt war und beim Chef NICHT.

Ich glaube, noch schlechter wäre gewesen: "Frau A. war bei den männlichen Kollegen geschätzt". Du verstehst? ;-)

Andere Möglichkeit wäre: Der Chef wußte nichts von der Zeugnis-Geheimsprache und hat es so gemeint wie geschrieben. (Ja, ja, das gibt es wirklich).

In kleinen Betrieben kommt es wohl öfters mal vor, dass es ein einziges Musterformular für die Zeugniserstellung gibt.

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Gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden überzeugte sie stets durch höfliches und korrektes Auftreten.

Positiv fällt hier auch auf, dass die richtige Reihenfolge eingehalten wurde. Umgekehrt wäre es negativ behaftet.

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