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Markus Jung

Analyse: Deutsche Fernschulen nutzen kaum digitale Möglichkeiten

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Markus Jung

Die Hamburger Education Gateway GmbH, Betreiberin des Portals learnity.com, hat eine Analyse des digitalen Entwicklungsstands der deutschen Fernschulen durchgeführt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass 80 Prozent nicht oder nur sehr rudimentär digital aufstellt sind.

 

Zu den Ergebnissen heißt es bei learnity.com:

Zitat

Nach unserer Analyse bieten über 80% der Weiterbilder keine digitalen Angebote (ca. 29%) („Digitales Schlusslicht“) oder nur rudimentäre Angebote mit abrufbaren PDFs und Chatfunktion (50%) („Digitale Anfänger“) an. Bei 7,6% der Anbieter gibt es einen eher vernachlässigbaren untergeordneten Einsatz von Webinaren, bei ca. 5% gilt gleiches für den Einsatz von Videos (zusammen „Digitales Mittelmaß“). Knapp 8% haben ein etwas fortschrittlicheres digitales Angebot mit Videos und Webinaren („Digitale Herausforderer“). Nur 1% der analysierten Unternehmen bieten umfassende Videoreihen, Webinare, Online-Prüfungen und Zertifikate („Digitale Champions“).

 

Keine Infos habe ich dazu vorgefunden, wie bei der Analyse vorgegangen wurde und welche Fernschulen untersucht wurden. 

 

Die Ergebnisse wurden auch in einer Infografik aufbereitet:

Digitale Fernschulen.jpg

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Markus Jung
Am 30.3.2017 at 22:33 , Markus Jung schrieb:

Keine Infos habe ich dazu vorgefunden, wie bei der Analyse vorgegangen wurde und welche Fernschulen untersucht wurden. 

 

Eine diesbezügliche Anfrage bei learnity.com ist bisher unbeantwortet geblieben.

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der Pate

Wurde auch über die Sinnhaftigkeit einzelner digitaler Möglichkeiten eine Analyse vollzogen? Oder wird per se angenommen das digitale Möglichkeiten sinnvoll sind?

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Markus Jung

Nach den mir vorliegenden Infos ging es vor allem um die Verbreitung heute üblicher digitaler Möglichkeiten.

 

Wobei die in der Grafik genannten Funktionen durchaus welche sind, für die es nach meinem Eindruck eine Nachfrage gibt (also zum Beispiel Studienbriefe als PDF, Webinare/Videos oder auch Online-Prüfungen).

Bearbeitet von Markus Jung
Rechtschreibung

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der Pate

Die Nachfrage will ich gar nicht bestreiten. Ich denke was inzwischen auch gut ist, dass es verschiedene Hochschulen mit verschiedenen Systemen gibt. Die verschiedenen Studenten schätzen auch verschiedene Formen des Studiums. Die Einen schwören auf Vorlesungen und den direkten Kontakt zu Profs und Kommilitonen, die Anderen sind auf viele digitale Inhalte angewiesen.

 

Nur die Sinnhaftigkeit wird meiner Meinung nach nicht hinterfragt. Es ist toll die Unterlagen auf dem Tablet lesen zu können. Es ist toll verschiedene Tutorials sehen zu können und deren Sinnhaftigkeit würde ich hier auch nicht in Frage stellen. Anders sieht es bei anderen Bereichen aus. Ich möchte hier auch keine neue Diskussion über Online-Klausuren oder so erfassen, dafür gibt es Threads. Es scheint mir nur so, als ob diese Umfrage so gestaltet wurde, dass learnity.com, die wohl alles digital machen als besonders gut dasteht.

 

Digital ist definitiv eine Bereicherung, auch für das akademische Studium, aber deswegen muss es nicht sinnvoll sein wenn alles digitalisiert ist. Learnity.com bietet auf ihrer eigenen Homepage (Presseartikel vom 23.08.2016, "Fußballtraining geht auch anders" - http://www.learnity.com/support_pr.html) ja eine passende eigene Erläuterung. Die digitale Trainingsapp ist gut, aber trotzdem ersetzt sie nicht das trainieren der einzelnen Skills, alleine und im Team. Ein rein digitales Fußballtraining ist sinnlos. Diese Umfrage stellt aber, ohne kritisches Hinterfragen, es so da, je mehr digital, desto besser und dem widerspreche ich einfach, mir ist diese "Analyse" zu einseitig.

 

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kurtchen

Bei manchen der genannten Kriterien frage ich durchaus nach dem Nutzen. Bei Videos zum Beispiel. So etwas spielt in meinem (Online-)Studiengang keine nennenswerte Rolle. Und ich wüsste auch nicht, wozu das gut sein sollte.

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Markus Jung
Zitat

Bei manchen der genannten Kriterien frage ich durchaus nach dem Nutzen. Bei Videos zum Beispiel.

 

Ein Nutzen von Videos kann es sein, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu erklären, zum Beispiel im Bereich der Mathematik bekomme ich immer wieder mit, dass viele anhand von beispielsweise YouTube Videos voran gekommen sind, während sie an den schriftlichen Unterlagen vorher verzweifelt sind.

 

Klar, ein guter Lehrer im direkten Kontakt wie zum Beispiel bei Nachhilfe ist vermutlich noch besser, aber auch weniger verfügbar, teurer etc.

 

Ich denke, es kommt dabei auch sehr auf den eigenen Lerntyp an. Videos haben ja zum Beispiel den Nachteil, dass das Tempo quasi vorgegeben ist, während ich schriftliche Unterlagen viel mehr in meinem eigenen Tempo durcharbeiten kann und auch Markierungen etc. machen kann.

 

vor 19 Stunden, der Pate schrieb:

Es scheint mir nur so, als ob diese Umfrage so gestaltet wurde, dass learnity.com, die wohl alles digital machen als besonders gut dasteht.

 

Davon gehe ich auch aus ;). Ist aber auf jeden Fall eine gute Diskussionsgrundlage und ich freue mich über den Austausch hier dazu.

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KanzlerCoaching

Der Ansatz sollte m.E. eher sein

 

"Wann ist eine Fern(hoch)schule eine gute Fern(hoch)schule? Und wie könnte Sie durch eine digitales Angebot noch besser werden?"

 

Dann könnte man schauen, welche Ergänzungen in welchem Umfeld zusätzliche Möglichkeiten bieten und damit in Sachen Qualität zielführend ist.

 

Denn wenn man den Grad der Features als Grad für "toll" wertet, dann ist diese Plattform leider ganz weit unten, wenn man sie mit LinkedIn, Facebook und Xing vergleicht, die ja jeden digitalen Schickimicki begeistert aufgreifen. Die User sehen das aber wohl etwas anders, denn diese Plattform ist ja nicht tot, oder?

 

:27_sunglasses:

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paulaken

Vielen Dank Frau Kanzler, genau das wäre auch eher mein Ansatz. Zusätzlich sollte auch geschaut werden, was realistisch ist zu Realisieren.

Nehmen wir beispielsweise die erwähnte Chatfunktion. Die ist, per Definition, schon eingeschränkt. Eine gute und sinnvolle Chatfunktion setzt einen menschlichen Gegenüber voraus, der auch fundiert die Fragen beantworten kann. Ein Bot kann zwar einfache und regelmäßig vorkommende Fragen ausreichend beantworten, wenn es aber ins Detail geht, ist diese programmatische Antwort nutzlos.

Und ein menschlicher Gegenüber ist zeitlich nicht 24h verfügbar. Wo ist dann der Mehrwert zu einer herkömmlichen Email? Und ist bei sehr komplexen Themen nicht sowieso ein Telefonat besser?

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Markus Jung

Was den Vergleich zu Fernstudium-Infos.de angeht handhabe ich es so, dass ich die Entwicklungen beobachte und dann durchaus Neuerungen aufgreife, wenn ich diese für sinnvoll halte und es für mich realisierbar ist als Solo-Unternehmer.

 

So ist es zum Beispiel so, dass immer mehr von mobilen Endgeräten aus auf das Internet zugegriffen wird und Fernstudium-Infos.de ist bereits seit dem Relaunch im Herbst 2015 voll responsiv, während andere Seiten, auch im Bereich Fernstudium, erst wesentlich später umgestellt wurden oder dies noch bevor steht. Gibt natürlich auch welche, die schneller waren.

 

Und so sehe ich es mit vielen digitalen Angeboten der Hochschulen auch. Schauen, was sinnvoll ist und einen Mehrwert bietet und den Studierenden/Kursteilnehmern wenn möglich auch die Wahl lassen, ob sie zum Beispiel Papier nutzen möchten oder elektronische Materialien usw.

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