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Bachelor- und Masterabschlüsse nachteilig für öffentliche Wahrnehmung?


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Hallo zusammen,

 

seid ihr auch der Meinung, dass die "neuen" Abschlüsse gegenüber den alten Diplomabschlüssen eher nachteilig sind, wenn es bspw. um ein öffentliches Amt geht?

Mir fällt in den Medien immer wieder auf, dass Personen z. B. als Dr. / Diplom-xy vorgestellt werden, aber niemals als "hat einen Masterabschluss im Fach xy". Letzteres klingt einfach komisch und für einen Unwissenden wie nach einem Schulabschluss. Z. B. neulich in der ARD: Frau abc ist Diplompädagogin und kandidiert für Amt Z. In Österreich werden Personen z. B. mit "Herr Magister" angesprochen (die Österreicher sind sehr versessen auf solche Dinge). Irgendwie strahlt "Frau Diplompädagogin" auch deutlich mehr Kompetenz aus als "Frau abc hat einen Masterabschluss in Pädagogik", oder? Auch werden Diplomabschlüsse deutlicher öfter ausgeschrieben bzw. bewusst vor den Namen gestellt, z. B. dann, wenn sich Personen selbstständig machen. Anhand eines "M. Sc." hinter dem Namen kann ein Außenstehender ja nicht einmal das Fachgebiet erahnen.

 

Ich selbst arbeite in einem Bereich, da interessiert es eher wenig, welchen Abschluss man hat. Aber ich denke, für Personen, die in der Öffentlichkeit stehen (wollen), sind die "neuen" Abschlüsse nachteilig, obwohl man für einen Masterabschluss faktisch mehr leisten musste als für ein verleichbares Diplom (2 wissenschaftliche Arbeiten, Notenhürde bei Master, sämtliche Leistungen zählen von Beginn an, längere Regelstudienzeit etc.).

 

Was meint ihr dazu?

Bearbeitet von Fernstudent1986
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Das Problem besteht sicher, wird sich aber loesen, einfach durch Zeitablauf. Z. B. sind die ersten Doktoranden mit Master auch noch aufgefallen, inzwischen ist es Standard. Beim "einfachen Volk" wird es laenger dauern, aber irgendwann kommt es auch. Ich fuerchte, die ersten Bachelor/Master-Absolventen sind da in einer bloeden Situation, an der keiner was aender kann. In Oesterreich wird Magister "immerhin" als Bezeichnung verwendet. In Deutschland konnte man sich mit dem Magister auch nicht "praesentieren", obwohl es genausogut ein Abschluss war wie Diplom.

Wenn Du sagst "Irgendwie strahlt "Frau Diplompädagogin" auch deutlich mehr Kompetenz aus als "Frau abc hat einen Masterabschluss in Pädagogik", oder?", das ist eben der Gewoehnungsprozess. Wenn natuerlich selbst Du es so darstellst, wie soll Lieschen Mueller es besser wissen? Und es ist ja nur Gewoehnung, die Bezeichnungen an sich strahlen ja gar nichts aus.

Problematisch sind hier natuerlich auch gewisse Praktiken, z. B. auf Wahlzetteln die Benutzung von akademischen Graden als Berufsbezeichnungen. Habe ich jedenfalls regelmaessig gesehen, dass "Diplom-Chemiker" o. ae. als Beruf angegeben wurde. Ist natuerlich Unsinn, aber zeigt eben auch die Ungleichbehandlung der Abschluesse. Denn Master of Science oder Magister Artium wuerde (zumindest in Deutschland) niemand angeben. Diplom-Chemiker ist noch als Taxifahrer was besseres. Aber es bringt wenig, sich ueber sowas aufzuregen, das kann man nur humoristisch nehmen. Genauso wie die Ueberhoehung von Doktor allenhalben.

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  • Admin

Ich sehe die Problematik auch, aber da die Diplom-Absolventen (so wie ich auch) irgendwann aussterben werden, wird es dann zumindest keine Benachteiligung mehr geben, da immer mehr Berufstätige die neuen Abschlüsse haben.

 

Und wo es darauf ankommt, lässt sich ja durchaus zum Beispiel ein "M.Sc. - Informatik" hinschreiben.

 

Und warum sollte es nicht auch normal werden, dass jemand vorgestellt wird mit "x hat ein Master-Studium der Informatik abgeschlossen". Sofern es nicht eh mehr um die Tätigkeit als das Studium geht.

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In technischen Fachgebieten ist es einfacher. Da kann man nach dem Ingenieurgesetz noch den Ing. führen. So ist der Abschluss als Bachelor oder Master besser gekennzeichnet. So gesehen ist beides führbar.

 

Nach einigen Jahren im Beruf kann man den EUR ING von der FEANI bekommen.

Bearbeitet von jedi
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Der Unterschied liegt darin, dass so mancher den Dipl.Ing. Blabla wie einen Titel vor seinen Namen gesetzt hat, vergleichbar mit dem Dr. Blabla oder dem Prof. Dr. Blabla. Nur ist Dipl.Ing. kein Titel und gehört also auch nicht vor den Namen.

 

An "Herr Master Blabla" hat bei der Anrede noch keiner gedacht und es auch nicht ausprobiert. Klingt ja auch blöde, irgendwie! 

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Das was KanzlerCoaching beschreibt, ist meines Erachtens allerdings seit langem Usus. Schaut mal z. B. einfach darauf, wenn ihr durch die Stadt geht, wie viele Schilder da an verschiedenen Büros etc. hängen mit Diplom-X (VOR dem Namen!). Macht sich natürlich gut und strahlt Kompetenz aus. Klingt halt deutlich besser als Herr Müller, M. A.  Unwissende werden den Diplom-X immer bervorzugen und ihm eine höhere Kompetenz zuschreiben.

 

Es scheint hier wirklich keinen zu kümmern, dass ein Diplom "nur" ein akademischer Grad und kein Titel ist wie der Dr. Wird einfach vor den Namen gestellt.

 

 

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vor einer Stunde, Markus Jung schrieb:

Und warum sollte es nicht auch normal werden, dass jemand vorgestellt wird mit "x hat ein Master-Studium der Informatik abgeschlossen". Sofern es nicht eh mehr um die Tätigkeit als das Studium geht.

 

Ganz einfach: zu sperrig. "Diplom-Kfr." enhält halt zwei wichtige Infos: Die Frau hat ein Diplom und das Fachgebiet ist BWL / WiWi.

 

Ich habe z. B. im TV noch niemals gesehen, dass jemand so vorgestellt worden wäre, wie ich es oben geschrieben habe. Sogar der "Wettermensch" wird explizit als "Diplom-Meteorologe" vorgestellt. In Polit-Talkshows werden Diplomgrade sehr häufig genannt, Master- oder Bachelorgrade nie. Ich kenne kein einziges Beispiel.

 

Achtet einfach mal drauf, ist wirklich interessant. Scheinbar können / wollen sich die öffentlich-rechtlichen Sender selbst nicht an die neuen Abschlüsse gewöhnen (private Sender schaue ich nicht).

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Letztlich ist das alles irrational. Fernstudent1986 sagt (sicher nicht ganz zu unrecht) "Diplom-Kfr." enhält halt zwei wichtige Infos: Die Frau hat ein Diplom und das Fachgebiet ist BWL / WiWi" - warum wird dann aber beim Doktor das Fachgebiet praktisch immer weggelassen? Niemand wird als Dr. rer. pol. vorgestellt (um im Beispiel zu bleiben), da ist das Fachgebiet dann egal, Doktor gilt immer. Und in Oesterreich ist es ganz normal, dass jemand als Mag. Mayer vorgestellt wird bzw. sich so auf Schildern etc. praesentiert. Ist in Deutschland nie ueblich gewesen. Und natuerlich koennte es ueblich sein, dass sich Leute als Master Meier (oder Meier Master of Science o. ae.) vorstellen. Aussageloser als der ewige Dr. Meier ist es auch nicht. Wie gesagt, rational ist das alles nicht. Bei Lieschen Mueller gilt noch immer jeder simple Dr. med. als Universalgenie, ein Master in Physik oder ein Magister in Sinologie gilt bestenfalls als gar nichts, schlechtestenfalls als Spinnner. Was will man da noch sagen?

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