Draconis_Blackthorne

Gehaltsverhandlungen

18 Beiträge in diesem Thema

Ich habe mir jetzt einige Themen durchgelesen und immer wieder fiel mir das Wort "Gehaltsverhandlungen" auf. In der Region, in der ich lebe, sind Gehaltsverhandlungen die Ausnahme. Der Chef gibt vor, was er zahlen will, wer mehr will, der muss halt weiter suchen, denn es gibt genügend Leute, die die gleiche Arbeit für weniger Lohn machen würden". In vielen Personaldienstleistungsunternehmen wird nach den Mottos "Wer mehr haben wir, als wir anbieten, der erhält eine Absage" (teilweise auch tarifbedingt) und "Arbeitnehmer müssen hier nicht arbeiten, sie dürfen", gehandelt und Entscheidungen getroffen. Nach diesen Mottos handeln aber auch immer mehr andere Arbeitgeber hier in der Region und in anderen Teilen Deutschlands ist es wohl sehr ähnlich. Andere immaterielle Angebote wie Fort- und Weiterbildungen, Prämien, Erfolgsbeteiligungen, Arbeitgeberbeteiligung an Fort-, Weiterbildung oder Studium usw, die einen gewissen Ausgleich ergeben könnten, werden hier auch so gut wie nirgendwo angeboten.

Wie kommt ihr also darauf, dass man beim Gehalt noch großartig verhandeln könnte? Und wie sind eure Erfahrungen?
 

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Ich denke, der Verhandlungsspielraum wird schon von Angebot und Nachfrage geprägt und auch davon, um was für Stelen es geht.

 

Meistens versuchen Arbeitgeber ja, denjenigen zu finden, der möglichst nah an die Idealvorstellung des Unternehmens heran kommt - und da geht es neben der formalen Qualifikation auch um viele andere weiche Faktoren, zum Beispiel wie gut jemand ins Team passt. Und auch wenn es viele Bewerber gibt, bleiben da für halbwegs qualifizierte Stellen oft gar nicht so viele Bewerber übrig und da ist es dann schon so, dass es Verhandlungsspielraum gibt. Und verhandeln heißt ja nicht schlichtes fordern, sondern ist ein Geben und Nehmen. Zum Beispiel kann ein finanzielles Entgegenkommen mit der Erwartung verbunden sein, dass der neue Mitarbeiter sich dann auch besonders einsetzt und vielleicht auch mal was zu Hause für den Job macht etc.

 

Prämien sind ja besonders im Vertriebsbereich üblich, um einen besonderen Anreiz zu setzen, Unterstützung bei der Weiterbildung dient oft dazu,dass jemand dem Unternehmen mit der Zusatzqualifikation dann noch mehr Nutzen bringen kann usw.


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Geschrieben (bearbeitet)

Ich kann mich an einen Fall erinnern, in dem ums ein gewerblicher Kunde vorgab, dass er maximal 21 Euro pro Stunde für einen Maschinenbau- oder Chemieingenieuer zahlen will. Derjenige, der sich bei uns bewarb und den wir weitervermitteln wollten, hatte aber zuerst eine Gehaltsvorstellung von ca. 25 Euro pro Stunde (3750 Euro Monatsbrutto), er ging dann aber auf 22,50 Euro (3375 Euro Monatsbrutto) runter. Er war gelernter Chemikant, hat dann ein Bachelorstudium gemacht und dann noch den Master (beides im Chemieingenieurwesen). In seiner Fakultät war er nachweislich der beste Absolvent und wurde dafür auch ausgezeichnet. Ich hätte ihn mit Kusshand genommen und auch 4000 Euro im Monat gezahlt. Als wir ihn unserem Kunden vorschlugen und ihn die Gehaltsvorstellungen mitteilten, hat dieser uns erstmal zur Schnecke gemacht und ihn dann abgelehnt. Sowas mag nicht die Regel sein, aber meine Beobachtung ist, zumindest hier in meiner Gegend, dass solch ein "Personalmanagement" immer häufiger wird. Bei uns gibt es meistens nur mittelständische Unternehmen, der größte Teil davon gehört zu den diversen Handwerksbranchen, die außerhalb der Stadtgrenzen nur wenige Aufträge haben. Vielleicht nehmen sie deshalb auch lieber die billigeren Leute, die ihre Ausbildung oder ihr Studium gerade so geschafft haben, als jemand, der mehr, vielleicht sogar zu viel für dieses Unternehmen, zu bieten hat.

bearbeitet von Draconis_Blackthorne
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@Draconis, ist deine Firma in Ostdeutschland?

 

Im Westen wäre das allenfalls für einen Frischling aus dem Bachelorstudium denkbar. Aber nur in eine Klitsche, denn in größeren Betrieben wird meist Chemie-Tarif gezahlt.

 

Bei den Maschinenbauingenieuren, die bei Engineering Dienstleistern anfangen, gleiches Spiel. Gehalt ist auch hier eher bei 3300 brutto im Monat, teilweise auch nach einigen Jahren. Schade, passiert auch bei den größten .Engineering Dienstleistern in unserem lande.. Habe es an meinen Kollegen gesehen, leider.

Muss aber sagen, das gilt für Konstrukteure.

 

Wer Projektleitung macht, erhält  - wenn er den gut verhandelt - erheblich mehr.

 

 

 

bearbeitet von der_alex

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vor 12 Stunden, Draconis_Blackthorne sagte:

 als jemand, der mehr, vielleicht sogar zu viel für dieses Unternehmen, zu bieten hat.

 

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses "zu viel" entscheidend ist - niemand möchte für eine Leistung zahlen, die er gar nicht in Anspruch nimmt, also mehr Geld für einen besser qualifizierten Mitarbeiter bezahlen, dessen Qualifikation im Unternehmen aber gar nicht benötigt wird. Er ist dann überqualifiziert und muss entweder mit einem geringeren Gehalt zufrieden sein oder sich eine andere, besser für ihn passende, Stelle suchen.

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Ich zahle  ja auch nicht mehr für ein Taxi, das ein Dr. der Philosophie fährt - im Gegensatz zum Einwanderer aus Anatolien.

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vor 15 Stunden, Draconis_Blackthorne sagte:

 In vielen Personaldienstleistungsunternehmen wird nach den Mottos "Wer mehr haben wir, als wir anbieten, der erhält eine Absage" (teilweise auch tarifbedingt) und "Arbeitnehmer müssen hier nicht arbeiten, sie dürfen", gehandelt und Entscheidungen getroffen. Nach diesen Mottos handeln aber auch immer mehr andere Arbeitgeber hier in der Region und in anderen Teilen Deutschlands ist es wohl sehr ähnlich. Andere immaterielle Angebote wie Fort- und Weiterbildungen, Prämien, Erfolgsbeteiligungen, Arbeitgeberbeteiligung an Fort-, Weiterbildung oder Studium usw, die einen gewissen Ausgleich ergeben könnten, werden hier auch so gut wie nirgendwo angeboten.

 

Dem kann ich Draconis_Blackthorne nur zustimmen. Meine Erfahrungen in Vorstellungsgesprächen (neue Bundesländer) decken sich mit dieser Feststellung, auch bei meinem aktuellen Arbeitgeber. Da ist es teilweise auch darin begründet, dass das Personalmanagement nur von einer Person durchgeführt wird, diese ist damit total überlastet & meines Erachtens auch nicht kompetent genug, dazu noch mit "typischer Sanierungsmanier". Kosten, Kosten, Kosten, das ist alles was zählt. Sicherlich auch in der Branche begründet, die sehr reglementiert ist. Es ist ein mittelständisches Unternehmen, dass nur auf Leute aus ist, die möglichst viel Bildung (hohe Abschlüsse) mitbringen, aber diese nicht honorieren wollen. Sie suchen für die Stellen nur "Manpower" mit vielen Extras, denn dann kann der neue Mitarbeiter noch Dies & Jenes mitmachen. Eine gezielte Personalentwicklung findet nicht statt, Ausnahmen sind hier, wenn neue Updates ins System kommen.  Leider findet auch kein Umdenken statt, trotz des schlechten Betriebsklimas & der einsetzenden Fluktuation, denn die Meinung steht immer noch behaarlich, "es stehen genug Leute vor der Tür die arbeiten wollen"! :angry: Und das von einer Führungskraft die Mitte 30 ist. :confused:

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Geschrieben (bearbeitet)

Zu der "  Eine gezielte Personalentwicklung findet nicht statt, Ausnahmen sind hier, wenn neue Updates ins System kommen. ..."

 

Kenne ich auch leider nicht anders... selbst in sehr großen Betrieben. Man macht seine Arbeit und fertig. Was du noch kannst oder möchtest...egal.

 

Es gibt auch in keinem mir bekannten Betrieb eine Datenbank, in der die Fertigkeiten, Erfahrungen der Mitarbeiter und Einschätzungen der Führungskräfte über einen Mitarbeiter gezielt abrufbar sind. Wenn man einen Experten sucht, dann wird eine Stellenanzeige geschaltet. Das diese Person bereits im Betrieb ist, das weiß ja keiner... selbst so erlebt.

 

Ein Abteilungsleiter wollte eine Schulung im Innovationsmanagement. bekam diese auch von der Personalstelle bezahlt.

Kostet für ihn ca. 1600 Euro für 3-4 Tage. Ich habe das studiert und auch dem Personalchef in einem Personalgespräch erzählt (das war ca. 1 -2 vor dieser Kursanmeldung). Der Personalchef hat sich nicht einmal Notizen gemacht...

Die Kollegen hätte ich schulen können, hatte zu dem Zeitpunkt sehr wenig zu tun.

Da eh' einiges im Argen dort war, habe ich dann auch kurz danach gekündigt. 

bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gelöscht

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Mein Freund ist Dipl. Ingenieur der Elektrotechnik und hat nach ca. 6 Jahren Berufserfahrung die Stelle gewechselt, da ihm der alte Arbeitgeber durch die Blume klar gemacht hat, dass es vom Gehalt nicht weiter geht und man ihn nicht hindere etwas Neues zu finden. Er hatte lediglich damals ein Zwischenzeugnis verlangt. Die Jobsuche war bei ihm relativ unkompliziert: 5 Bewerbungen und 4 Zusagen. Seine aktuelle Stelle wurde durch einen Headhunter vermittelt. Nachdem die Zusage kam, ging es noch um das Gehalt. Er wollte 200 € mehr brutto pro Monat. Die haben sie ihm dann auch zugesichert einen Tag später. Jetzt nach zwei Jahren stehen die ersten Verhandlungen an. Mein Freund strebt 5% mehr an. Aber die sind da in der Firma recht knausrig, so wird es auf 1,5% hinauslaufen. Ein Ingenieur wird mit mehr Berufserfahrung immer wertvoller, so scheint es mir. Da wird auch nicht mehr auf die Dipl. Urkunde geguckt. Die Nachfrage ist riesig und er wird oft von Headhuntern angerufen. Ich denke bei einem Arbeitgeberwechsel wird wieder einiges mehr rausspringen. Das ist aber erstmal nicht geplant, evtl. in 5 Jahren. Der weitere Vorteil ist, mein Freund hat einen sehr "sauberen" Lebenslauf ohne Lücken oder "Abweichungen": Abi mit Schwerpunkt Elektrotechnik, Zivi, Studium in 9 Semestern, direkter Jobeinstieg. Das einzige was vielleicht fehlt sind Auslandserfahrungen. So etwas ist denke ich einfach sehr attraktiv für Arbeitgeber.

 

Ich selbst habe keinen Verhandlungs-Spielraum. Ich werde nach TVÖD bezahlt und bekomme alle paar Jahre eine Stufenerhöhung bzw. die Gewerkschaft verhandelt neu. Wenn ich mehr Geld will, muss ich mich auf höher bewertete Stellen bewerben. Die eigene Stelle höher bewerten zu lassen (durch ein Gremium), dauert Ewigkeiten (1 Jahr und mehr).

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Studium BWL B.A. an der IUBH - 5. Semester

(Bisher 130 CP von 180 CP)

 

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vor 4 Stunden, Markus Jung sagte:

 

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses "zu viel" entscheidend ist - niemand möchte für eine Leistung zahlen, die er gar nicht in Anspruch nimmt, also mehr Geld für einen besser qualifizierten Mitarbeiter bezahlen, dessen Qualifikation im Unternehmen aber gar nicht benötigt wird. Er ist dann überqualifiziert und muss entweder mit einem geringeren Gehalt zufrieden sein oder sich eine andere, besser für ihn passende, Stelle suchen.

Er erfüllte genau die Vorgaben, die uns unser Kunde machte (Uni-Diplom oder Master, bevorzugt mit vorheriger einschlägiger Berufsausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Chemieindustrie). Das einzige Problem war halt nur der verlangte Stundenlohn. 22,50 Euro für einen Master in Chemieingenieurwesen mit Note "Sehr gut" finde ich schon sehr preiswert. Ich weiß nicht, wie ihr es seht, aber eine höhere Bildung sollte auch mit einem höheren Gehalt entlohnt werden.

Ich kenne übrigens auch einige Leute, die seit vielen Jahren in ihrem Beruf arbeiten und vom Chef und von Mitarbeitern sehr geschätzt werden, aber auch schon seit vielen Jahren keine Lohnerhöhung mehr erhalten haben und auch zukünftig nicht bekommen werden. Wer seine Löhne noch verhandeln kann bzw. wer regelmäßig Lohnerhöhungen bekommt, der kann sich heute sehr glücklich sein. Schlimm finde ich nur, dass absolut keine weiteren Gegenleistungen angeboten werden. Keine Beteiligungen an Meisterfortbildungen, keine Beteiligungen am nebenberuflichen Studium, keine weiteren Qualifizierungen durch die IHK oder HwK, kein Urlaubsgeld, kaum oder gar kein Weihnachtsgeld (und wenn doch dann nur als freiwillige Gratifikation)...einfach gar nichts. Wo ich damals meine Ausbildung machte gab es zumindest noch Anwesenheitsprämien. Wer sich in einem Monat zu den Arbeitszeiten immer anwesend war, bekam umgerechnet 60 Euro (Auszubildende)  bzw. 100 Euro (Hilfskräfte) bzw. 130 Euro (Fachkräfte) mehr Netto im Monat. Allein das hat sehr motiviert und nach Feierabend saß man noch eine halbe Stunde oder Stunde mit den Chefs zusammen und unterhielt sich über Gott und die Welt. Heute ist es so, dass die Angestellten 15 Minuten vor Feierabend sehr nervös werden, weil sie pünktlich das Büro bzw. die Werkstatt verlassen wollen und falls jemand Krank wird und einer einspringen muss, haben alle urplötzlich irgendwelche wichtigen Termine. Auch wenn ich die "alten Zeiten" besser finde, kann ich jeden verstehen, der bei solch einer Personalpolitik keine Sekunde länger arbeitet, als es der Arbeitsvertrag vorsieht.

bearbeitet von Draconis_Blackthorne

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