Markus Jung

Welche Vorteile hat ein Onlinestudium wirklich?

11 Beiträge in diesem Thema

Kürzlich habe ich ein Video zur Frage "Fernstudium oder Onlinestudium?" erstellt und dabei deutlich gemacht, dass es fast kein Fernstudium ohne Online-Elemente mehr gibt und sich vor allem die Ausprägung unterscheidet und es zum Teil auch Geschmackssache ist, ob jemand alles online erledigen möchte oder seine Kommilitonen und Dozenten noch vor Ort treffen und Papier-Studienbriefe nutzen möchte.

 

In einem Tweet von von @onlinebynature (Andreas Wittke) gab es folgendes Feedback:

Zitat

@fernstudium sehr schönes Video, leider bist du aber nicht auf die didaktischen Mehrwerte der Onliner eingegangen, auch OER kommt nicht vor.

 

Wir haben das Ganze dann noch etwas vertieft, könnt ihr bei Interesse bei Twitter nachlesen.

 

Was mich interessiert ist, welchen Nutzen ihr als Fernstudierende im Onlinestudium seht? Welchen Mehrwert bietet es euch? Oder seht ihr sogar eher Nachteile?


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1. Im Idealfall kann man online schneller Kontakt zu Tutoren aufnehmen, schneller Hilfe bei Problemen und Fragen bekommen und schneller Rückmeldung auf Einsendeaufgaben erhalten. Das setzt  natürlich voraus, dass der Mensch am anderen Ende der Leitung auch schnell liest und antwortet.

2. Zum Teil kann man den Lernstoff im Form von Online-Tests aufbereiten, die eine gewisse Rückmeldung geben, ob man verstanden hat.

3. Im Prinzip könnte man auch mit multimedialen Elementen bestimmte Lernprozesse unterstützen. Der Stoff muss sich dafür eignen. Außerdem ist es sehr aufwendig so etwas aufzubereiten, weswegen ich bislang nur wenige  überzeugende Beispiele dafür gesehen habe.

4. Für die Studienorganisation kann es ganz nützlich sein. Man kann Module buchen und sich zu Prüfungen anmelden, ohne an Bürozeiten gebunden zu sein.

5. Im Prinzip könnte man über die Lernplattform Kontakt zu anderen Studierenden halten. Das würde aber voraussetzen, dass die Kommilitonen die Lernplattform so nutzen. Nach meiner Erfahrung nutzen die meisten Studierenden Plattformen ihrer Wahl für den Austausch mit anderen. Man organisiert sich so etwas selbst, nachdem man sich von Angesicht zu Angesicht kennengelernt hat. Dieser Austausch ist dann zwar auch online, aber eben nicht über die Plattform des Studienanbieters organisiert.

6. Ich studiere Informatik. Da ist es bisweilen praktisch, wenn der Lernstoff statt auf Papier als Webseite vorliegt. Man kann Code-Schnipsel in die IDE kopieren, sie verändern und unmittelbar laufen lassen. Diesen Vorteil muss man dann aber wirklich nutzen, um sich aktiv  mit dem Code auseinander zu setzen, Variationen auszuprobieren, bewusst Fehlfunktionen hervorzurufen, indem man die Eingabeparameter entsprechend wählt, solche Sachen. Ansonsten lernt man so sogar schlechter als wenn man Code mühsam vom Papier abgetippt hätte.

7. Gerade in einem Fach wie Informatik kann es praktisch sein, Lernstoff am Bildschirm zu lesen und sehr nahtlos zwischen dem Lehrtext und z.B. einem Modelling-Tool oder einer Datenbank wechseln zu können.

8. Weil man ohnehin gerade am Bildschirm sitzt, kann man auch gut Begriffe recherchieren, Dokumentationen einsehen, Literatur recherchieren, während man den Lehrtext liest. Das birgt aber auch die Gefahr abzuschweifen, sich im Stoff zu verlieren, wenig zielgerichtet zu lernen.

9. Im Vorfeld des Studiums kann man sich einen guten Überblick über Inhalte und Anforderungen verschaffen, wenn z.B. Leseproben der Module online verfügbar sind. Wenn für ein Modul Ansprechpartner genannt sind, kann man online schnell Kontakt aufnehmen, um etwa zu fragen, ob die eigenen Vorkenntnisse reichen, um den Stoff zu bewältigen.

 

Mir ist nach wie vor wichtig, auch gedruckte Unterlagen zu erhalten.

 

Ein wenig schade finde ich, dass - zumindest in meinem Studiengang - die Präsenzklausuren die Noten bestimmen. Ich finde das Online-Studium würde Chancen bieten, Leistung nicht nur punktuell zu messen.

bearbeitet von kurtchen
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Vielen Dank für deine ausführlichen Überlegungen.

 

Wie wichtig fändest du die Möglichkeit, online mit anderen Studierenden aktiv zusammenzuarbeiten, zum Beispiel an einem Wiki oder an Dokumenten über Google Drive?


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Hallo zusammen,

 

was ich vermisse: Rückfragen der Hochschulen, was die Studenten an Ideen haben, um das online Studium aus Ihrer Sicht zu optimieren.

 

An der Wilhelm-Büchner-Hochschule gab es vor einigen Wochen hier einen Evaluationsumfrage, was an digitalen inhalten zu verbessern wäre oder man als Student sich wünscht oder weniger benötigt.

 

Die Open Universitiy in england macht es ja seit Jahren vor: Hier sind große Gruppen, die sich Gegenseitig informieren, aufbauen und Wissen teilen. Darauf gibt es Noten. Wie bringt man sich ein, Inhalte etc.

Dieses ist eine spezielle Unterrichtsform. Warum nicht bei uns auch?

 

Manchmal glaube ich, dass die Vorteile des Online Studiums nur die privaten Hochschulen nutzen: Druckkosten und die Logistikkosten fallen weg.....

 

Evtl. ist die Didaktik des Lehrens noch am Frontalunterricht hängengeblieben...

 

Die Vorteile die ich im Online Studium sehe:

 

1) Unterlagen digital--> Ich kann überall lernen, wo ein PC oder Tablet sich befindet. Im Flugzeug oder Urlaub sicher ein Vorteil.

 

2) Online Prüfungen durch multiple Choice (an der Euro FH)--> Kann sofort sehen, was ich gut kann und wo ich schwächen habe.

 

3) Online Klausuren an de HFH im online Studiengang Wirtschaftsrecht--> Kann hier sofort sehen, ob meine Rechtslogik mit dem Gesetz konform geht.

 

 

 

 

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Digitale Unterlagen können immer aktuell abgerufen werden. Das ist schon ein Vorteil, da grade in der informatik sich einiges weiterentwickelt. Wer da nur altes Material bietet, ist als Anbieter schnell weg vom Fenster.

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Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. [Konfuzius]

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Die Möglichkeit, mit anderen kollaborativ an Dokumenten zu arbeiten, finde ich nicht so wichtig. Nach meiner Erfahrung, auch und gerade am Arbeitsplatz, funktioniert gemeinsames Schreiben von Texten schlecht bis gar nicht. Was geht: Aufgaben verteilen, Ziele vereinbaren, und dann arbeiten die Leute für sich. Am Ende schaut man, was die Leute geliefert haben und wie es zu den Zielen passt. Dazu braucht es keine ausgefuchste Software. E-Mail genügt. Aber man braucht die Disziplin, das Vereinbarte auch zu liefern.

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Hierzu sind auch die Ergebnisse der Trendstudie 2016 interessant. Dort wurde unter anderem gefragt, welche Geräte die Teilnehmer besitzen und welche sie davon für das Fernstudium nutzen und auch welche digitalen Möglichkeiten sie sich wünschen und welche aus ihrer Sicht angeboten werden. In meinem Video zur Trendstudie geht es ab hier um die Lehrformate und Lernmittel im Fernstudium.


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Dr. Ronald Deckert, Vertretungsprofessor an der HFH, hat in einem von der Fern-Hochschule veröffentlichten Interview unter anderem auf die Frage geantwortet, wie das Lernen und die Lehre von morgen aussehen.

 

Auszug:

Zitat

Digitalisierung und Vernetzung bringen vielfältige neue Möglichkeiten für das Fernlernen mit sich. So kann die Übermittlung von Informationen über Schrift, Ton und Bild erfolgen. Für Austausch, Zusammenarbeit und kritischen Dialog sind Online-Verbindungen, Online-Räume und Social Media insgesamt einsetzbar. Feedback und Kontrolle zum Lernstand kann durch Programme unterstützt werden, von der teilweisen Automatisierung von Feedback mittels automatisch ausgewerteter Online-Tests bis hin zur Unterstützung durch Plagiatssoftware.

 

Im Kern also neue Medien wie Videos oder Podcast, mehr Möglichkeiten zur (fachlichen) Kommunikation sowie Software-Einsatz zum Beispiel für automatisches Feedback oder zur Plagiatskontrolle. 

 

Wie steht ihr zu diesen Entwicklungen?

 

Das Interview mit Prof. Deckert ist übrigens auch insgesamt interessant zu lesen und der HFH-Werbeblock hält sich in Grenzen 😉. Es geht unter anderem um Konnektivismus.

 

Und zur Einführung neuer digitaler Technologien fand ich auch diese Aussage interessant, in dem Fall ist es konkret auf die Vorgehensweise der HFH bezogen:

 

Zitat

Es ist aber zugleich auch gut und richtig, dies sehr bedacht zu tun, und Neuerungen zu etablieren, die besonders didaktisch Sinn machen.

 

Das sehe ich auch so - der Einsatz von neuen digitalen Lernformen kann Sinn ergeben, ob dies auch wirklich der Fall ist, sollte geprüft werden und nicht irgendwelche "Spielereien" eingeführt werden, nur weil sie gerade "in" sind und sich vielleicht im Marketing gut machen könnten. 


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Eins der wichtigsten Punkte bei einem Onlinestudium ist: Ich kann hauptberuflich arbeiten und nebenbei studieren.

Ist für mich DER Punkt überhaupt.


Fernuniversität Hagen: Promotion in Informatik (02.01.2017 - tbd)

Wilhelm Büchner Hochschule: M.Sc. Wirtschaftsinformatik (01.07.2015 - 13.12.2016)

Wilhelm Büchner Hochschule: B.Sc. Wirtschaftsinformatik (16.11.2012 - 20.06.2015)

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vor 3 Stunden, SebastianL sagte:

 Ich kann hauptberuflich arbeiten und nebenbei studieren.

 

Ist das eine Besonderheit des Onlinestudiums? - Ist ja im Grunde bei allen Formen des Fernstudiums so. Auch wenn es im Onlinestudium evtl. noch etwas flexibler ist, wenn auch Präsenzen online durchgeführt werden etc.


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