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Caroleen

Wirtschaftsrecht - Nichts Halbes und nichts Ganzes?

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Hallo liebe Community,

ich habe vor einigen Tagen einen spannenden Artikel über Rechtswissenschaftler/Wirtschaftsrechtler gelesen.

Darin stand unter anderem, dass besagte Personen auf dem Arbeitsmarkt quasi "unbrauchbar" seien.

In rechtl. Berufen würde man "richtige" Juristen vorziehen und in Wirtschaftsunternehmen die BWL-ler.

Man könne ja schließlich von beiden Bereichen nur das Nötigste und sei somit schlecht gestellt auf dem Arbeitsmarkt.

Ich sehe das überhaupt nicht so und würde gerne mal eure Meinung hören.

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Ich kenne den Artikel nicht, teile aber die grundsätzliche Aussage, die Du zusammenfassend dargestellt hast, wobei mir "unbrauchbar" etwas zu hart klingt. Ich habe 2 Wirtschaftsrechtler in meinem privaten Umfeld, beide üben einen Job aus, der so gar nichts mit dem Studium zu tun hat. Ich weiß, natürlich ist das nicht repräsentativ.

Hin und wieder wird behauptet, dass sei bei allen "Bindestrichstudiengängen" so. Das sehe ich anders. Ein Wirtschaftsinformatiker kann z.B. durchaus als Informatiker arbeiten, ein Wirtschaftsjurist, aber niemals als "echter" Jurist.

Das Thema wurde hier schon mal diskutiert, aber - tschuldigung - ich bin zu faul zum Suchen.

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Naja, jeder Beruf hat seine Daseinsberechtigung! Ich hatte auch mal Wirtschaftsrecht studiert, habe obwohl es mir Spass machte trotzdem davon abgekommen. Darüber wird oft diskutiert, sollte aber meiner Meinung nicht ausschlagebend sein, es zu studieren oder nicht.

Mein Cousin ist Volljurist und ich laufe jedem Abend mit ihm und dem Hund um die Häuser. Fakt ist, dass zig Volljuristen weiterhin jeden Monat auf dem Markt ströhmen und Geld verdienen wollen. Schau dir nur mal die Abgangsliste der der Rechtsanwaltskammer in Berlin an. Mein Cousin kotzt deswegen auch. Anwälte sind heute schon bereit für weniger was zu machen, bevor sie garnichts machen.

Seine weitaus älteren Kollegen in der Kanzlei, berichten das Anwälte in früheren Jahren gar kein Problem hatten, Kundschaft zu bekommen. Im Gegenteil musste man aufgrund des erhöhten Arbeitspensum sogar Aufträge an Kollegen abgeben, das hat sich enorm geändert.

Natürlich hat ein Wirtschaftsjurist / Unternehmensjurist sicherlich auch seine makanten Vorteile gegenüber dem Volljuristen (BWL Anteil) der heute wichtig ist, sonst hätte man sich diesen Studiengang auch nicht erdacht. Die Frage ist immer, wie die Unternehmerschaft dieses auf dem Markt annimmt. Wenn du dich als Hochschulabsolvent später bewirbst, hast du sicherlich auch gewisse Vorstellungen bzgl. deines Gehaltes.

Wenn der Unternehmer nun deine Vorstellungen mit denen eines Volljuristen abwägt, kann es durchaus passieren das ihr nicht weit auseinanderliegt. Er bekommt also für das gleiche Geld, mehr an Leistung durch den Volljuristen, ist doch logisch. Soweit ich weiß, darf der Wirtschaftsjurist auch nicht vor Gericht vertreten. Dazu müsste also denn wiederum ein Volljurist beauftragt werden!

Wie gesagt, kann man sich darüber sicherlich zig Stunden unterhalten, wieso, weshalb, warum. Ich denke wir werden irgendwann verlässliche Daten erhalten, wo die Absolventen untergekommen sind oder nicht.

In diesem Sinne

Gruß Daniel

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Naja,

generell wird ja immer gesagt, das - Studiengänge immer einen Bogen über etwas spannen sollen. Und ich meine zu glauben, dass Wirtschaftsrecht ja genau den job- Bereich abdecken soll, den der BWLer nicht mehr hinbekommt und der Volljurist aber keine Bock drauf hat.

Und ich glaube schon, dass der Wirtschaftsrechtler in Bereichen der Rechtsformen, Vertragsrecht usw. seine Vorteile ziehen kann, da er die BWL- Relevanz beurteilen kann (kann der Jurist nicht, außer mit Zusatzquali) und auch die Rechtsfolgen abschätzen kann (kann der BWLer nicht, außer mit Zusatzquali).

Und da das Wort Zusatzquali ja auch immer mit Zusatzgehalt verbunden ist (liegt wohl am Wortkonstrukt), hat man halt ein "Aus zwei mach' 0,75" geboren - denke ich.

Aber unbrauchbar? Ich denke, ein Ingenieur ist für betriebswirtschaftliche Belange unbrauchbarer... achja, da gibt's ja dann den Wirt.-Ing. ;)

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Es kommt wahrscheinlich drauf an, in welche Jobs man damit will. Klar kann man als Wirtschaftsjurist kein Anwalt oder Richter werden - dafür ist es unbrauchbar. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. jemand mit B.LL und Schwerpunkt "Personal und Arbeit" in einer Personalabteilung gut eingesetzt werden kann (genauso wie ein BWLer mit Schwerpunkt Personalmanagement) oder generell Wirtschaftsjuristen in den Rechtsabteilungen (größerer) Unternehmen. Wie DerAhnungslose schon sagte, gibt es sicher Bereiche, wo es für Juristen hilfreich ist, auch ein gewisses BWL-Know-How zu haben.

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Ich möchte, so ist im Moment der Plan, in die Personalabteilung. Auch Rechtsabteilungen in Unternehmen und Banken interessieren mich, ich arbeite ja momentan auch in den Bereich.

Bankfachwirt kam für mich nicht in Frage, weil ich mich damit einfach zu sehr festlege.

Ich denke, dass man im Endeffekt immer erst Gewissheit hat, wenn man fertig ist und sich auf dem Arbeitsmarkt umschaut. Ich habe bei der Wahl des Studiengangs konkrete Stellenanzeigen gesucht und dann in den Bewerbungsvoraussetzungen. Da stand dann oft ein Studium der Rechtswissenschaften dabei,,

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Ich kenne den Artikel jetzt auch nicht aber so heiß wird das nicht gegessen wie es gekocht wird. Allerdings empfiehlt es sich sehr gut zu überlegen, was man später einmal machen möchte, bevor man sich für einen Studiengang im Allgemeinen und Wirschtschaftsrecht im Besonderen entscheidet.

Ich habe in meiner Vergangenheit sehr viel mit Wirtschaftsrechtlern zusammengearbeitet und zugegeben, nur ganz wenige haben gesagt, dass sie noch einmal den Weg gehen würden. Viele würden eher ein BWL-Studium jetzt vorziehen oder eben Jura. Das heißt aber ja nicht, dass nicht jeder dieser Leute seinen Einstieg und die berufliche Karriere gefunden hat. Von BWLern und Volljuristen allerdings werden sie belächelt und das leider meist auch zurecht, wenn es um extrem juristische oder kaufmännische Fragen geht, sind sie schnell im Hintertreffen.

Ihren unbestreitbaren Vorteil haben Wirtschaftsrechtler in Bereichen wo kaufmännisches Wissen aber auch juristische Expertise gefragt ist. Ganz typisches Betätigungsfeld für Wirtschaftsrechtler sind bspw. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Steuerberatung, Backoffice in wirtschaftsjuristischen Kanzleien für die Analyse und Ausarbeitungen und in Rechtsabteilungen von Unternehmen. Da sie hier schnell mit Vertrags- oder Gesetzestexten in Berührung kommen, sind viele BWLer meist schnell überfordert. Die reinen Juristen hingegen verstehen leider kaum bspw. den Hintergrund einer Transaktion oder den kaufmännischen Part der juristischen Auseinandersetzung (Dispute Analysis). Hier liegt die Stärke der Wirtschaftsjuristen. Wer aber in solche Bereiche nicht möchte, der sollte sich überlegen ob das Studium im von fachlicher Seite wirklich so viel bringt. Wirklich breit ist dieser Bereich wo Vorteile liegen also nicht (ähnlich übrigens wie bei den Wirtschaftsingenieuren).

Wenn man mit dem Abschluß aber etwas machen möchte, was mehr in kaufmännische Richtung oder typisch kaufmännisch ist, der ist meist wirklich im Hintertreffen. Verstärkt in Richtung Jura wird hingegen auch schon aufgrund der gesetzlich verankerten Rechtsberatung schwer möglich. Wie schon angedeuted wurde ist der Weg ja mit einem LL.B. oder LL.M. zum Staatsexamen und zum Volljuristen versperrt. Wer sich den Weg lange offen halten möchte, dem sei der Unternehmensjurist der Uni Mannheim nahegelegt - leider allerdings Vollzeit.

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Volljurist sind Rechtswissenschaftler erst mit dem 2. Staatsexamen. Ohne diese zusätzliche Qualifikation kann ein Jurist auch gleich Harz4 anmelden.

Und schon mit dem 1. Examen ist Jura neben Medizin einer der anspruchsvollsten Studiengänge. Diese Einstellung haben Absolventen anderen Fachbereichen entsprechend voraus, denn wer schon einmal durch die Hölle gegangen ist...

Was das Thema BWL-Kenntnisse angeht... Die Big-4 stellen auch gerne Geisteswissenschaftler, schicken diese auf 2 monatige Lehrgänge und dann gehts ab.

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Ich denke, in den Rechtsabteilungen von Banken sind Wirtschaftsjuristen sicher gefragter als BWL-ler und Volljuristen, da hier eine gewisse Kombination aus beiden Bereichen gefordert wird.

Da ich selbst Bankkauffrau bin und diverse Einblicke erhalte, denke ich schon, dass der Studiengang hierfür sehr geeignet ist.

Lehrgänge durch den Arbeitgeber, ich denke da wird man nicht drumrum kommen, die Praxis und Theorie ist ja doch immer nochmal ein Unterschied.

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Wirtschaftsrecht hat schon seinen Sinn. Die können sich auch weiterqualifizieren (WP, StB) und dann ordentlich Karriere machen. Das deutsche Steuerrecht ist doch relativ kompliziert. Auch bei internationalen Geschäften sehe ich einen Einsatzpunkt.

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