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jbreiter

Technischer Betriebswirt (IHK) nach Studium

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jbreiter

Hallo,

ich habe ein technisches Studium absolviert und merke allmählich, dass es mir an wirtschaftlichem Wissen mangelt.

Gerne hätte ich einen Überblick und praktisch anwendbares Handwerkszeug zu den wesentlichen wirtschaftlichen Themen.

Ich habe mich etwas umgesehen und bin beim Angebot der IHK hängen geblieben. Interessant finde ich insbesondere das Programm des technischen Betriebswirtes. Ich glaube, dass dort der Praxisbezug sehr im Vordergrund steht. Da die Inhalte gesetzlich geregelt sind, kann man sich wohl auch ganz gut selbst auf die Prüfungen vorbereiten.

Alternativ wäre wohl ein MBA eine Option. Die meisten Angebote sind jedoch relativ teuer und ich bin unsicher, ob die Inhalte diesen finanziellen Mehraufwand rechtfertigen.

Ließe sich die Entscheidung für eine IHK-Weiterbildung bei einem Jobwechsel plausibel erklären? Was meint ihr?

Es geht mir nicht um den Titel. Einen Master habe ich ja schon.

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nadjaPM

Wenn du es vorrangig für den Wissenserwerb mache willst und mit dem IHK BW rückblickend dieses Ziel als erreichst ansehen kannst, warum nicht…

Liegt halt stark daran, in welchem Umfang du wie tiefgehende Kenne erwerben willst

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jedi

Wenn es dir nur ums Wissen geht, nur zu. Auch beim IWW kann man wirtschaftliches lernen.


Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. [Konfuzius]

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Count Goldbeast
Ließe sich die Entscheidung für eine IHK-Weiterbildung bei einem Jobwechsel plausibel erklären? Was meint ihr?

Wie plausibel denn noch? Du sagst als Ingenieur willst du dich kaufmännisch weiterbilden, aber ein MBA oder ein weiteres Studium muss es nicht sein, und da dir der "praktische" Aufbau gefällt nimmst du das halt mit.

Wenn dich irgendwo bei nem Jobwechsel bewirbst nach paar Jahren und die Frage nach kaufmännischen Kenntnissen kommt kannste sagen "ja hab ich, bin auch technischer Betriebswirt..."

Gibt zwar Leute die meinen das ihnen da nach nem Studium ein Zacken aus der Krone bricht, aber imho ist das ziemlicher Quatsch. Den Bilanzbuchhalter machen auch viele erst nach dem Studium. Die IHK Abschlüsse sind im Gegensatz zu IWW, ILS etc. auch staatlich anerkannt.

Ist halt die Frage nach den Zulassungsvorraussetzungen, aber mit nem als Master abgeschlossenem technischen Studium und etwas Berufserfahrung sollte das kein Problem sein.

§ 2

Zulassungsvoraussetzungen

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

[...]

3. eine mit Erfolg abgelegte, staatlich anerkannte Prüfung

zum Ingenieur mit wenigstens zweijähriger einschlägiger

beruflicher Praxis

nachweist.

Der technische Betriebswirt unterscheidet sich vom "kaufmännischen" Betriebswirt das er von den kaufmännischen Inhalten etwas weiter unten nochmal anfängt und Module enthält die die kaufmännischen Fachwirte haben. Grundlagenwissen VWL und Rechnungswesen vor allem.

Der kaufmännische Betriebswirt steht näher am Bilanzbuchhalter und setzt das alles bereits vorraus, setzt beim Wirtschaftsprivatrecht nochmal ne Schippe drauf und geht ansonsten Richtung "General/International" Management eher auf "MBA Inhalte".

Für deinen Fall ist der technische Betriebswirt sicher der passendere, der gilt von der Aufgabenstellung im Bereich Investitionsrechnung/Finanzierung oft als die anspruchsvollste Prüfung von der Fragestellung her, aber das sollte bei deinem Hintergrund und Vorbereitung weniger ein Problem darstellen.

Das Thema Recht kommt nur zu kurz laut Rahmenplan, da solltest du dir Kenntnisse BGB/HGB/Sozialrecht separat davor aneignen.

Bearbeitet von Count Goldbeast

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jbreiter

Danke für eure ermunternden Antworten.

Als ich das Thema in meinem Bekanntenkreis angeschnitten habe, gab es eher Unverständnis ;)

Die Zulassungsbedingungen habe ich mir auch vorher angesehen. Interessant fand ich, dass die Option "Ingenieur + 2 Jahre Praxis" lediglich für den technischen Betriebswirt, nicht aber für den Fachwirt angeboten wird.

@ Count Goldbeast:

Du scheinst sehr kompetent in dem Bereich zu sein.

Kannst du mir ggf. auch Literatur für`s Selbststudium empfehlen?

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Count Goldbeast
Interessant fand ich, dass die Option "Ingenieur + 2 Jahre Praxis" lediglich für den technischen Betriebswirt, nicht aber für den Fachwirt angeboten wird.

Der Abschluss ist schon etwas älter von der Prüfungsordnung her, sicherlich sollte eine Zulassung für den technischen Fachwirt auch möglich sein, aber da dürfte sich jemand mit nem Ingenieurstudium in den nicht kaufmännischen Modulen zu Tode langweilen.

Das wäre also nicht wirklich sinnvoll.

Der technische Betriebswirt soll die Industriemeister - die je nach Fachrichtung bisher kaufmännisch nicht soviel gemacht haben von dort "abholen" und kaufmännisch fit machen.

Im wesentlichen ist der technische Betriebswirt von den Modulen her sehr nah am Industriefachwirt, nur der Schwierigkeitsgrad in den Klausuren ist nochmal ein bisschen höher. Ist halt eine Qualifikationsstufe mehr.

Der technische Fachwirt ist ein Grenzgang, der ist im ersten Teil identisch mit den kaufmännischen Fachwirten, in den anderen Teilen dann aber im Prinzip wieder "Industriemeister".

Bücher?

Klar, kein Problem.

Über den IHK-Verlag organisierst du dir am besten den Rahmenplan und die spezielle IHK Formelsammlung weil nur die in den Klausuren erlaubt ist,

https://www.dihk-bildungs-gmbh.de/weiterbildung/lernmaterialien/formelsammlungen/

brauchste beides auf jeden Fall im Selbststudium.

Also fangen wir mal an.

Erstmal die Basics im Rechnungswesen:

Winklers Verlag "Schmoltke/Deitermann" Industrielles Rechnungswesen IKR.

Dazu das Übungsheft und Lösungsbuch zum Thema die Kapitel Finanzbuchhaltung durcharbeiten.

Das sind die Basics auf denen alles aufbaut, wird zwar soviel nicht gefragt aber fürs Verständnis wichtig. Später brauchste das Buch für KLR dann.

Bildungsverlag 1: Wirtschaftsbezogene Qualifikationen Band 2

ISBN 978-3427190516 - Recht und Steuern und Unternehmensführung.

Hier Grundwissen Recht/Steuern u.a. für den technischen Fachwirt. - Band 1 kommt beim TBW nochmal, braucht man also nicht.

Schwind/Hauptmann "BGB leicht gemacht - Kleiner BGB Schein" mit Fallbeispielen.

auch empfehlenswert die "Tutorium Jura" Reihe Springer/Gabler Verlag zu den Anfängerklausuren die sich dem Gutachtenstil und Grundproblemen widmen, und zum selbst durcharbeiten Emde "Fallstudien REcht" BGB/HGB (recht dünnes Heft)

Zum besseren Grundverständnis sollte man da durchaus mit arbeiten, das kommt auch in den Lehrgängen aus Zeitgründen viel zu kurz.

Das Wissen kannste auch privat immer wieder brauchen. Mit ausgedehnten Fallstudien hat man sich bei der IHK die letzten paar Prüfungen etwas zurückgehalten es kann aber durchaus vorkommen und die machen dann oft bis zu 20% einer Klausur aus was die Punkte angeht, für den Bereich auch wenns nicht im Rahmenplan steht mehr Zeit aufwenden ist also gut investiert.

Gesetzbücher selber zum lesen und zum Einsatz in den Klausuren brauchste:

BGB, HGB, Arbeitsgesetze, Steuergesetze, Datenschutz (DTV)

und sonst sich an der aktuellen Hilfsmittelliste orientieren.

https://www.dihk-bildungs-gmbh.de/download/frei/pruefungen/technische-betriebswirte/hilfsmittelliste-2015/HL2015_Gepr_Technische_Betriebswirte.pdf

Für den technischen Betriebswirt speziell Werke als Gesamtübersicht und zur Prüfungsvorbereitung einmal

Kiehl Krause/Krause "Prüfung der technischen Betriebswirte" 978-3470473574

und ganz neu, "Kompendium für Technische Betriebswirte: Kompaktwissen und Prüfungsfragen" bei Cornelsen ISBN 978-3061510367

Cornelsen sind meist besser, aber besser man hat beide. In den Wälzern findest du den Prüfungsrelevanten Stoff nach Rahmenplan aufgeschlüsselt.

Damit sollte dann alles lückenlos abgedeckt sein das es nicht am Material liegt. :P

je nach Gusto weitere Ergänzungswerke kannste dir ja noch selber suchen wenn dich ein Bereich mehr interessiert. z.B. in VWL den Mankiw, oder für Projektmanagement lohnt sich vielleicht auch ein seperater Titel der weiter ins Detail geht.

Auch ein allgemeines Nachschlagewerk zur BWL wie der Wöhe oder Thommen/Achleitner sind nicht verkehrt und die Aufgaben in den Übungsbüchern dazu wirste verwenden können...

Am Ende hin dann viel mit den alten Klausuren arbeiten und sich an den speziellen IHK Fragestil gewöhnen. Also die alten Klausuren sich organisieren.

Die Projektarbeit zum Ende dürfte nach Bachelor und Master für dich dann keinerlei Problem mehr sein.

Bearbeitet von Count Goldbeast

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Dadi

es gibt auch spezielle Studiengänge, mir denen du dir zusätzliche wirtschaftliche Kenntnisse aneignen kannst:

z. B. "Aufbaustudiengang Wirtschaft für Ingenieure" der Hamburger Fernhochschule https://www.hamburger-fh.de/studiengaenge/studiengang/fernstudienprogramm-wirtschaft-vom-ingenieur-zum-wirtschaftsingenieur oder als Master-Studiengäng "Ökonomie und Management" der TU Kaiserslautern http://www.zfuw.uni-kl.de/fernstudiengaenge/management-law/oekonomie-und-management

"Wirtschaftsingenieurwesen" der WBH http://www.wb-fernstudium.de/wirtschaft/master-studiengang-wirtschaftsingenieurwesen/ oder auch das Angebot der FernUni Hagen: http://www.fernuni-hagen-hims.de/

sicherlich gibt es noch weitere ähnliche Studiengänge - einfach mal googeln

eine Alternative wären auch entsprechende Zertifikate, wie sie die meisten Fernhochschulen anbieten

als kostengünstige Alternative gibt es MOOCs, wie z. B.

http://mooc.rwth-aachen.de/frontpage/ bzw. https://iversity.org/de/courses/einfuehrung-in-die-betriebswirtschaftslehre

wenn's auch auf englisch geht - hier ne ganze Auswahl:

https://www.coursera.org/courses?query=economics&languages=de,en

es kommt immer darauf an, was du erreichen willst: nur das Wissen erwerben, einen Nachweis darüber besitzen oder sogar einen weiteren Abschluss - und natürlich auch darauf, was du investieren willst an Zeit und Geld

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UdoW

Bei uns in der Firma haben einige Ing. den TBW gemacht um sich kaufmännisches Wissen, was immer mehr gefragt ist anzueignen. Für den reinen Wissenserwerb als Ergänzung zum technischen Studium ist der TWB eine brauchbare und vom Aufwand eine überschaubare Wahl.


Master of Science: (Innovations- und Technologiemanagement) (2013)

Bachelor of Engineering (B. Eng.)- Technische Informatik (Automatisierungstechnik) (2011)

technischer Betriebswirt IHK (2005)

staatlich geprüfter E-Techniker (1989)

Lehre zum Elektrogerätemechaniker (1984)

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Doktor_C
Bei uns in der Firma haben einige Ing. den TBW gemacht um sich kaufmännisches Wissen, was immer mehr gefragt ist anzueignen. Für den reinen Wissenserwerb als Ergänzung zum technischen Studium ist der TWB eine brauchbare und vom Aufwand eine überschaubare Wahl.
Sehe ich auch so. Dennoch einige Argumente, was gegen den Technischen Betriebswirt IHK spricht:

- Ein Akademiker sollte Zusatzausbildung auf gleichem Niveau machen, sonst werden diese nicht ernst genommen (Meinung etlicher Entscheidungsträger)

- Wenn Du B.Eng. oder Dipl.-Ing FH/TU bist, könntest Du mit der wirtschaftl. Zusatzausbildung auf Master-Level aufsteigen (2 Fliegen mit einer Klappe ...)

Fazit: Aus Karrieregründen ist ein MBA / M.A. deutlich empfehlenswerter. Die Mehrkosten sollten sich beim nächsten Stellenwechsel problemlos amortisieren. Dennoch finde ich den Technischen Betriebswirt IHK rein inhaltlich interessant.

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Count Goldbeast

Der tBW soll einem technischen Spezialisten "grundlegendes Handwerkszeug" in Sachen kaufmännisches Wissen in die Hand geben das er sich von Controlling, Logistik etc. und anderen Abteilungen "nichts erzählen lassen muss".

Der Focus liegt auf Produktionswirtschaft und die Ebene eher "mittleres Management". Also da wo es die größten Berührungspunkte im Berufsalltag normal gibt.

Ein MBA (oder kfmn. BW) konzentriert sich in der Regel auf "Leadership" und "international Management" also mehr die Makro-Perspektive - Ebene "Top Management".

Schön und gut sowas wenn man sich als Nachwuchsführungskraft sieht (und gesehen wird), und wenn der Arbeitgeber das teure zweitstudium bezahlt und unterstützt. (und keine Steine in den Weg legt von wegen, "jetzt haben wir dem hier schon einen Platz als Ingenieur gegeben, und der will gleich wieder abhauen")

Unter Ingenieuren (und selbst Technikern) ist die Ablehnung sich in der Richtung weiterzubilden oft recht hoch, von wegen "ich muss das nich wissen" "BWL ist der Feind" usw.

Was man klar sagen muss, auch mit abgeschlossenem tech. Master kommt man von der Hochschule und hat in der Hinsicht wenn man nix im Nebenfach hatte oft weniger Ahnung wie ein kfmn. Azubi im 2. Lehrjahr und tlw. sogar ein Handwerker.

Da braucht man von wegen "Top Management" nicht anfangen, und von wegen "mein Zeugnis hat nicht genug Prestige" ebenso.

Mit dem "Karrierehindernis Ahnungslosigkeit" hat man da bei nem größeren Betrieb eh 0,01̅ Chance da irgendwo für nen Aufstieg in Betracht zu kommen. Wenn einem nicht auch noch aus Unwissenheit Peinlichkeiten oder gar teure Fehler unterlaufen und man als "Fachidiot" dasteht oder deswegen sogar an die Luft gesetzt wird...

Hab bei Kunden schon paar Sachen erlebt wo Ings. mit "fachfremden" Aufgaben mitbetraut wurden über die sie gestolpert sind.

Bearbeitet von Count Goldbeast

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