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Professionelle Beratung: Gesetzt den Fall, Sie haben ein Problem ...

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…, ganz gleich, ob es sich nun um ein Problem im Job,  und suchen nun professionelle Beratung, weil Sie alleine oder im Austausch mit Freunden nicht weiter kommen: 

 

Was muss diese Person mitbringen? Wie muss sie ausgebildet sein? Welche Erfahrung soll sie haben?

 

Ich stelle diese Frage auf dem Hintergrund, dass immer mehr Hochschulen Studiengänge auflegen, die "Beratung" im weitesten Sinne zum Inhalt haben und sich die Diskussion hier im Forum in aller Regel darum dreht, wie man diese Ausbildung mit möglichst wenig oder auch gar keine verpflichtenden Präsenzen über die Bühne bekommen kann. Diese Ausrichtung der Diskussion halte ich für extrem an den Bedürfnissen des Studenten orientiert.

 

Aber der Student will ja irgendwann hinaus ins Beraterleben. Und sieht sich dort mit Anforderungen konfrontiert. Meine Frage deshalb an Sie: Wenn Sie Beratung suchen, wem wollen Sie dann gegenüber sitzen?

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Ich finde ein Berater sollte ein Experte in seinem Gebiet sein, angeeignet über mehrjährige Berufserfahrung.

Ich war über 4 Jahre im Bereich Ausländerrecht tätig und fühlte mich zum Schluss in der Lage gut zu beraten. Das ganze Wissen habe ich durch die Praxis gelernt, in dem ich bei Kollegen geguckt habe und mir dort Rat und Hilfe gesucht habe. Selbst zum Schluss gab es immer wieder Fallkonstellationen, die komplett neu waren und auf die mich kein Studium der Welt oder eine Fortbildung vorbereitet hätten. Auch den Umgang mit Menschen und Konflikten kann man nur in der Situation selbst lernen und nicht anhand von Theorie. 

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Ich habe schon meine Probleme mit dem Begriff: Was genau ist Beratung überhaupt? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Kann man das "lernen", "studieren"?

 

Wahrscheinlich muss man da zumindest auch mal grob aufteilen in eine fachliche und eine persönliche-kommunikative Ebene.

 

Um fachlich beraten zu können, braucht es wohl vor allem viel Erfahrungswissen. Theoretische Fundierung ist immer hilfreich, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand allein auf Basis von ein paar Studienskripten konfrontiert mit echten Problemstellungen ernsthafte Hilfestellung geben will. Insofern kann ein akademisches Studium hier vielleicht der Türöffner für eine solche Tätigkeit sein, aber dann fängt man wohl als Junior an und läuft erst mal mit ...

 

Persönlich-kommunikativ kann ein Fernstudium sicher nur Denkanstöße liefern, aber noch weniger auf das echte Leben vorbereiten als auf der fachlichen Ebene. Wie denn auch? Gesprächsstrategien etc. kann man schlecht vor dem Spiegel mit sich selbst üben. Ob da ein Präsenzstudium hilfreicher ist, hängt sicher davon ab, wie es aufgebaut ist – wenn auch da vorrangig Vorlesungen gehalten werden, geht das in die gleiche Richtung.

 

Darüber hinaus spielen beim Einzelnen sicher auch Talent, Erziehung , Lebenserfahrung und auch die eigene Persönlichkeit eine Rolle. Ich nehme für mich bspw. raus, dass ich Menschen ganz gut zuhören, Sachverhalte analysieren und verstehen und dann vor allem auch zwischen fachlich-technischem Kauderwelsch und normaler Sprache übersetzen kann, um meine Gegenüber dort abzuholen, wo sie stehen. Das macht mich nach Feedback andererer zu einem ganz guten (IT-)Berater. Bewusst gelernt oder gar studiert habe ich das aber nicht.

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Geschrieben (bearbeitet)

Es wurde schon angesprochen: "Beratung" kann viel heißen - und entsprechend vielfältig sind die Anforderungen.

 

Ich versuch es mal aufzudröseln:

 

Da ist einmal die fachliche Beratung. Es geht um ein ganz bestimmtes Sachthema, nehmen wir das Beispiel von Stephania, das Ausländerrecht. Dazu braucht es einmal profunde Kenntnisse, die sicher auch theoretisch erworben und auf dem Laufenden gehalten werden müssen. Dazu braucht es aber auch die kommunikative Kompetenz, die Beratungswünsche des Gegenübers angemessen zu verstehen und die Inhalte so darzulegen, damit das Gegenüber die auch versteht. Denn in der Beratung sitzt einem ja nicht ein Jurist gegenüber, sondern wohl in aller Regel ein Laie, der Informationsbedarf hat.

 

Eine andere Seite ist die Beratung in Unternehmen, wo es um Veränderungsprozesse geht. Da braucht es neben dem Wissen um die Abläufe, Strukturen und Schnittstellen zu anderen Unternehmensbereichten und wie die sich mit dem geplanten Veränderungsprozess selbst verändern auch Kenntnisse in der Moderation von Gruppen und viel Methodenwissen, um die notwendigen Prozesse in Gang zu bringen und so zu gestalten, dass sich die Gruppen nicht "verlabern". Am Ende sollen ja Ergebnisse stehen, die sich im Arbeitsalltag bewähren. Wer einmal das Vergnügen hatte, eine große Gruppe mit durchaus gegensätzlichen Teilnehmerinteressen zu moderieren, der weiß, wie viel Zeit und Ideen das in der Vorbereitung braucht und dass man als Moderator während so eines Workshops sehr gepflegt auf die Nase fallen kann. Für die Durchführung solcher Aufgaben braucht es neben dem Wissen Übung, Übung, Übung und noch mal Übung.

 

Der dritte Bereich ist alles, was Beratung in persönlichen Krisensituationen angeht. Da genügt es nicht, empathisch zu sein, gut zuhören zu können und ggf. Mut zu machen. In einer klassischen Beratungsausbildung hat sowohl Selbsterfahrung (um Übertragungen der eigenen Emotionen, Werten und Normen, die aus der Lebensgeschichte des Beraters erwachsen sind, zu verhindern) als auch das Wissen um Störungsbilder einen breiten Raum. Und natürlich auch hier das Lernen und Üben von Interventionsmethoden für die Beratungssituation.

 

Vor allem in diesem Bereich halte ich ausschließlich Fernlernen für keine geeignete Methode. Da müssen Pflichtpräsenzen dazu kommen und nicht nur ein oder zwei Wochenenden.

 

Ich für meine Person würde um jeden Berater zu persönlichen Krisensituationen einen weiten Bogen machen, der keine solide Ausbildung MIT entsprechendem Training vorweisen kann.

 

 

Bearbeitet von KanzlerCoaching

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Neben der Fachkompetenz und der Methodenkompetenz würde bei mir bei der Auswahl eines Beraters oder einer Beraterin auch noch ein weiterer Faktor eine Rolle spielen und das ist die Frage nach der bisherigen Erfahrung, je nach Themenbereich der Beratung auch noch Referenzen. Wenn dort deutlich wird, dass jemand schon seit vielen Jahren als Berater*in tätig ist, vielleicht auch noch Veröffentlichungen zu seinem Thema vorweisen kann oder Vorträge dazu hält oder es auch einen YouTube Kanal gibt, über den ich mir einen Eindruck machen kann, dann kann das gleichwertig oder sogar wichtiger als die formelle Qualifikation sein.

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Nun ja, es haben ja auch gerade im Bereich Coaching / Beratung in Krisensituationen Leute einen YouTube Kanal oder haben im Selbstverlag ein Buch veröffentlicht, die ziemliche Schaumschläger oder voll auf dem Esoteriktripp sind.

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Da stimme ich Ihnen vollkommen zu - nur wird das oft dann ja auch deutlich, wenn mehr gelabert oder kopiert wird, als wirklich etwas dabei herüber kommt. Ich sehe das auch eher als mögliche Bestandteile, die zu einem Gesamtbild beitragen können.

 

Und wenn bei einigen der Fokus auf dieser Art der Selbstpräsentation liegt hätte ich auch wieder Bedenken, wieviel Lust und auch Kapazitäten dann für die individuelle Arbeit vorhanden sind.

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Geschrieben (bearbeitet)

Hallo,

 

das ist ein sehr schöner Ansatz, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen und über die ich auch schon sehr oft nachgedacht habe, auf Grund von Beobachtung.

 

Jemand, der in der Beratung etc. tätig ist und mit Menschen interagiert, muss(!) im Stande sein, sich selbst zu reflektieren und die Distanz zu seinen eigenen Gefühlen und Verhaltensmustern herzustellen, um eventuelle  Interaktionsmuster des Patienten davon unabhängig sehen und überhaupt erst analysieren zu können.

 

Fingerspitzengefühl und ein Überblick der Situation müssen da  Hand in Hand gehen und sind unabdingbar, da bedarf es auch keiner Ausnahme.

Dies gilt allerdings nicht nur im Bereich der Beratung, sondern generell im Leben, um sich selbst überhaupt ernst nehmen zu können! Pauschalisierung ist genau so nutzlos wie Vergleiche zu ziehen, da jeder anders gestellt durch umliegende Randbedingungen etc.

 

Man muss einfach direkt ein paar Punkte abstecken wie z.B. zu prüfen, welche Einflussfaktoren man hat und von welcher Position heraus, wie diese wiederum in Bezug zu den eigenen Präferenzen stehen, wie viel Zeit und Energie die ganze Prozedur an sich wert ist und wie die Randbedingungen sind usw., usf.

 

Arbeitet man diese Punkte ab, bräuchte man an sich keinen Berater im klassichen Sinne mehr, sondern im höchstfall jemanden, der mit einem selbst die Punkte durchgeht und die Aspekte beobachteter Sachverhalte und Gegebenheiten materieller/immaterieller Natur von Bezügen und/oder Inhalten und ihrer Mechanik, durchgeht. Dazu muss vorher aber erst mal die Grundlage gegeben sein, überhaupt etwas tun ZU WOLLEN an der Situation an sich, denn es sind immer die subjektiven "Gründe", etwas tun zu wollen oder eben nicht. Der Motivationsraum ist es, welcher die Grundlage ebenso wie den Handlungsraum maßgeblich bestimmt.

 

Will man wirklich etwas tun und kann es nicht, liegt es oftmals auch an einer Wahrnehmungslücke. Diese kann schon allein dadurch entstehen, dass man nicht alle "Informationen" auf dem Schirm hat.

Ist ein Berater nicht in der Lage, dieses Gesamtpaket "abzuliefern", ist er kein Berater, sondern ein Schwätzer!

 

 

Eine angenehme Nachtruhe wünsche ich.

 

🌻

 

Bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gelöscht

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Hallo!

Ich sehe das tatsächlich anders, die fachliche Kompetenz steht bei mir erst an zweiter Stelle. An erster Stelle steht für mich, dass mein Berater Empathie mitbringt und mich versteht. Das mag daran liegen, dass ich nicht so richtig in die Gesellschaft passe. Zudem benötigt mein Berater Kreativität, da gewohnte Konzepte (z.B. Vollzeit-Arbeit im Angestelltenverhältnis) absolut nichts für mich sind, genauso sieht es auch in anderen Bereichen aus.

Dann kommt die fachliche Kompetenz. Mein Berater sollte sich in dem Bereich sehr gut auskennen, zu dem er mich beraten möchte. Je nach Fachgebiet reicht hier das theoretische Wissen aus oder er sollte auch Berufserfahrung (im fachlichen Sinn) haben.

Und dann folgt noch die Beratungskompetenz. Die Theorie dahinter ist natürlich wichtig, aber in erster Linie zählt die Praxis und da würde ich auch auf Referenzen schauen.

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