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Markus Jung

Vorstellung eines Studienbriefs

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Danke schön für dieses spannende Feedback! Wenn das okay ist, würde ich gerne auf ein paar Punkte eingehen, warum wir manches so und nicht anders gemacht haben:

 

Die grafische Aufbereitung ist für uns ein Teil der Didaktik bei den Lehrheften. Das wird bei allen Fernlehranbietern der Fall sein, weil ja kein Anbieter denkt: „Wir haben nun ein neues Grafiktool, dann wollen wir auch mal direkt jedes Feature in den Text hereinbasteln.“

 

Die grafische Aufbereitung ist bei uns so gedacht: Die Lehrhefte sind Workbooks, d.h. die Lehrbriefautorin ( = meist ich ;) ) will nicht immer allein festlegen, was für die LeserInnen „merk-würdig“ ist und was deshalb der Weisheit letzter Schluss ist. Das können (und sollen) die TeilnehmerInnen ein Stück weit auf sich und ihre individuelle Situation übertragen. Jedenfalls laden wir in den Heften dazu ein...

 

Dies bedeutet, dass die Teilnehmerinnen genug Platz für ihre Anmerkungen und Fragen haben sollen. Deshalb auch die halbe Seite und auch die leeren Rückseiten der Blätter, die Platz auch für längere Anmerkungen bieten sollen.

 

Uns war es auch wichtig, dass die grafische Aufbereitung reduziert wirkt. In einem „echten Lehrgespräch“ würde ich ja auch nicht ständig hervorheben (oder im schlimmsten Fall herumbrüllen ;) ), dass Thema A ganz, ganz, ganz  besonders wichtig ist und Thema B weniger - bis gar nicht. Da warte ich als Präsenzdozentin auch mal ein wenig ab und lasse in vielen Fällen den TeilnehmerInnen Platz für sich, wenn dies didaktisch geboten erscheint.

 

Das bedeutet für uns als Anbieter einen Spagat: Die Hefte sollen auf der einen Seite  reduziert sein und Platz für die Gedanken der TeilnehmerInnen lassen, auf der anderen Seite sollen die Hefte wichtiges und notwendiges Fakten-Wissen präsentieren, das entsprechend auch grafisch hervorgehoben wird. Das versuchen wir, in jedem Lehrheft zu schaffen. Dabei sind wir unseren TeilnehmerInnen wirklich dankbar, wenn sie uns auch hinsichtlich der grafischen Gestaltung Veränderungsvorschläge machen.

 

Zum Thema Ringbindung: Wir wollen jetzt schauen, welche anderen Modelle wir finden können, die für unsere Workbooks vielleicht besser geeignet sein könnten. Danke für das Feedback!

 

Sorry für diesen langen Text... ;)

 

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

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vor 3 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

 

Was machen Sie denn mit Fachliteratur? Die ist doch in aller Regel auch nicht farbig, sondern besteht aus ganz normalem schwarzweißem Fließtext.

 

Und zu einem Studium gehört ja auch dazu, sich damit zu beschäftigen.

Mann darf allerdings nie vergessen, der Mensch denkt in Bildern und lernt auch so besser.
Es geht nichts über eine durchdachte farbliche Trennung.

Bearbeitet von schreiner_aus_ob

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vor 4 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

 

Was machen Sie denn mit Fachliteratur? Die ist doch in aller Regel auch nicht farbig, sondern besteht aus ganz normalem schwarzweißem Fließtext.


Ich meinte keinen farbigen Text, sondern nur die Bilder oder Tabellen oder sonstige grafische Darstellungen in Farbe. 
Den Fließtext markiere ich mir schon selber farbig 😉

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vor 2 Stunden, schreiner_aus_ob schrieb:

Mann darf allerdings nie vergessen, der Mensch denkt in Bildern und lernt auch so besser.
Es geht nichts über eine durchdachte farbliche Trennung.

 

Jede Gliederung, jede Bebilderung und jede farbliche Markierung lenkt die Aufmerksamkeit und zwar genau auf das, was der Autor für das Wesentliche hält. In gewisser Weise ist das Manipulation. Und je intensiver Farbe und Bilder eingesetzt werden, um so mehr manipuliert der Autor über den  reinen Text hinaus.

 

Das sollte man auch im Auge behalten. Oder im Bewußtsein..

😉

 

Bearbeitet von KanzlerCoaching

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Mit Manipulationsversuchen des Autors haben graf. Abbildung in FLBs  m.M.n. eher weniger zu tun, sondern es geht um farbige Darstellungen, z. B. : Modelle, tabellarische Auswertungen, Diagramme, auf die der Text Bezug nimmt. Da es oft mehr Balken als Graustufen gibt, ist der Einsatz von Farbe oft schon sinnvoll. Das heißt nicht, dass es nicht auch ohne geht, klar. Sicherlich kommt es auch auf die Disziplin an, aber für Manipulation bietet solche Lektüre wenig Raum. Es ist ja ein bloßes Wälzen von Fakten. 

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Eine farbliche und deutliche Hervorhebung in Lehrtexten kann eine Form der Manipulierung sein, aber eben manchmal auch nur eine Hervorhebung... ;)

 

Ich denke, es kommt auch auf die Lehrinhalte an: Wenn es in allererster Linie darum geht, den TeilnehmerInnen Fakten, Daten oder Merksätze zu vermitteln, dann sind deutliche Hervorhebungen schon ganz nützlich. Vor allem, wenn dieses Wissen später in standartisierten Prüfungen abgefragt wird.

 

Bei dem hier vorgestellten Fernkurs "DozentIn in der Erwachsenenbildung" ist der Schwerpunkt ein anderer: Es geht weniger um Faktenwissen, sondern um die Entwicklung der wichtigsten Kompetenzen und Fähigkeiten, die ein Dozent im Job drauf haben muss. Und es geht auch immer wieder  um die Frage: "Welcher Dozententyp will ich überhaupt sein?"

 

Je mehr ich als Autorin da mit grafischen Vorgaben der überdeutlichen Art arbeite, desto eher kann ich damit die LernerInnen auch in eine bestimmte Richtung lenken. (manipulieren?). Das soll aber am Ende dieses speziellen Kurses eben nicht herum kommen, dass die Absolventen als spätere Dozenten alle nach dem immer gleichen Schema F arbeiten, das ich als Lehrheft-Autorin ihnen vermittelt habe... ;)

 

Dieses weniger präskriptive Vorgehen passt natürlich nicht zu jedem unserer Teilnehmer gleichermaßen, aber dafür gibt es ja auch noch die Kursbetreuung, um das zu thematisieren... Und am Ende sind die meisten auch ganz zufrieden damit, was sie erreicht haben..

 

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

 

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vor 23 Minuten, Vica schrieb:

Mit Manipulationsversuchen des Autors haben graf. Abbildung in FLBs  m.M.n. eher weniger zu tun, sondern es geht um farbige Darstellungen, z. B. : Modelle, tabellarische Auswertungen, Diagramme, auf die der Text Bezug nimmt. Da es oft mehr Balken als Graustufen gibt, ist der Einsatz von Farbe oft schon sinnvoll. 

 

Bei Grafiken etc. … klar, da sind Farben hilfreich. Mir ging es eher um farbliche Hervorhebungen in Texten.

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Was ich mit Farbe meinte war jetzt weniger, dass es "bunt" wird, sondern dass eine Basisfarbe zum schwarz hinzu kommt, um so zum Beispiel Überschriften schnell wahrnehmen zu können.

 

Hier mal ein Beispiel (stammt von der IUBH, soll hier aber keine Rolle spielen):

Beispiel-Skript-IUBH.jpg

 

vor 22 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

 Ich kann es sogar ganz umklappen und habe dann (grade, wenn ich damit unterwegs bin) nur eine Seite vor mir

 

Das ging aufgrund des Umfangs bei dem mir vorliegenden Skript nicht so gut, weil es keine durchgehende Spirale ist. Vielleicht macht dieses Foto deutlicher, was ich meine:

 

Skript umklappen.jpg

 

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Also von der Wahrnehmung her macht das Türkise zur grau unterlegten Überschrift keinen so wahnsinnig großen Unterschied - jedenfalls meiner Meinung nach. Aber es sieht hübsch aus, das stimmt schon. Wäre mir aber jetzt nicht sooo wichtig. Ich bin da eher pragmatisch und arbeite mit Markern, wenn ich Farbe will.

 

Mir ist bei Lesetexten ein ansprechendes und schnell erfassbares Schriftbild wichtig. Also Größe, Zeilenabstände, Absatzabstände. Und ich mag "grade" - klare - Schrifttypen (wie z.B. die hier in fi) lieber. Das Schriftbild von der IUBH mag ich jetzt nicht so und mich würden da vor allem die unterschiedlichen Schrifttypen am Rand und im Haupttext stören. 

 

Was mich zur Frage an Anne Oppermann führt: Wie ist bei Euch die Entscheidung für Euren Schrifttyp zustande gekommen? Und thematisiert Ihr das auch im Kurs? Denn Dozenten müssen ja auch Unterrichts- und Arbeitsmaterialien erstellen.

Bearbeitet von Markus Jung
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Zur Auswahl der Schrift:

 

Uns war es wichtig, dass der Text gut lesbar ist. Deshalb fiel die Wahl auf eine serifenlose Schrift. Unser Schrifttyp ist den meisten Leserinnen und Lesern geläufig und lenkt deshalb nicht unnötig vom Inhalt ab. Wir haben uns außerdem umgeschaut, wie andere Lehrmaterialien gestaltet sind, so z.B. Lehrbücher oder frei zugängliche Unterrichtsmaterialien im Internet.

 

Das Thema „Lesbarkeit von Unterrichtsmaterialien“ haben wir bislang noch nicht in unserem Dozentenlehrgang aufgegriffen. Dank für den guten Tipp!

 

Hier zur Aufmunterung noch ein kleines Onlinespielchen (kostenlos und ohne Anmeldung) für Typografie-Nerds:
 

I shot the serif but I did not shoot the sans-serif

Bearbeitet von Markus Jung
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