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psychodelix

Wie groß ist die Panik bei euch aktuell wegen Corona?

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vor 9 Minuten, Vica schrieb:

Es ist wirklich nicht einfach, auf Kontakte zu verzichten und sich daheim einzuigeln, vor allem als sozialer Mensch.

 

Niemand verlangt das von dir. Du solltest die Leute bloß nicht direkt treffen. Manche Leute nehmen das mit dem "social distancing" einfach unnötigerweise mega wörtlich. Ich bin sozial in keinster Weise auf Distanz gegangen (räumlich schon!) und nehme mir nach wie vor Zeit für meine Freunde. Telefonieren, schreiben... 

 

Aber es fällt mir leicht, ich bin beruflich sehr viel, meistens alleine, zu völlig unplanbaren Zeiten unterwegs. Freunde, die nur dann meine Freunde sind, wenn sie zu wochenlang vorher geplanten Events was unternehmen können, habe ich nicht. "Alleine" ist nicht dasselbe wie "einsam". Viele Leute wissen das nicht und sind leider nicht nur jetzt deswegen saumäßig unglücklich. 

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Mein Mann und ich haben einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und sind im Normalfall viel unterwegs, da er (und viele Freunde von uns) hobbymäßig Musik macht. Dieses Wochenende haben wir aber eine Party mit ca. 30 Leuten abgesagt, schon bevor die Auflagen strenger wurden.

 

Ich mache mir keine großen Sorgen um uns, aber um mein Familienangehörige, die älter und vorerkrankt sind. Es gibt auch junge Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden und denen man das nicht ansieht. Für diese Menschen halte ich mich streng an social distancing.

Das ist keine Panik, sondern Vernunft. 🙂

 

Mal ehrlich... Freunde von uns haben ein Konzert via Livestream gespielt und ca. 300 Menschen haben zugeschaut.

Wir haben dazu aufgerufen, uns per Video zuzuprosten, und über 100 Leute sind dem nachgekommen. 

 

Wir vereinsamen doch nicht. Wir haben den Luxus, vielfältige Medien benutzen zu können. 5 Leute hätten sich locker per Videochat treffen können.

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Moin @lilienthal,
 

Telefonieren, Skypen und schreiben sind nicht die Art, wie in erster Linie Kontakt zu anderen suche. Ich besuche gerne Leute, bin auch gerne mal woanders, als zu Hause. Sitze ihnen gerne gegenüber. Gehe gerne ins Café, zu Seminaren oder bin gerne in Gruppen unterwegs :) Gemeinsam bei einer Freundin auf dem Sonnendach, bei einer Feier oder Oma und Opa im Garten zu Kaffee und Kuchen. 
Ich sitze ihnen gerne gegenüber oder neben ihnen. 

Natürlich schreibe ich auch mal eine Mail! Oder rufe an. Oder Skype, WhatsApp etc. 
Natürlich bin ich dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt und man nicht generell vereinsamt. Es könnte schlimmer sein. 

Aber da kann ich mir jetzt nichts vormachen, dass das genau so gut ist wie sich persönlich zu sehen. Das wäre Selbstbetrug. Für mich ist es auch ein Anreiz, sich jetzt vernünftig zu verhalten, damit man alle gesund und munter persönlich wiedersieht, nicht in Form von Bits und Bytes. Ein paar Wochen finde ich das gut machbar :) Hoffentlich nicht 1,5 Jahre, wie der Chef-Virolge der Charité vorhersagt. Wahrscheinlich kann man aber auch erst nach so einem Zeitraum sagen, wie gut einem das tatsächlich bekommen ist 😕  


LG

Bearbeitet von Vica

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Ich wohne mit jemandem aus einer Risikogruppe zusammen und vermeide daher im Moment jeden anderen sozialen Kontakt. Eingekauft wird für 2 Wochen, um auch da so wenig Risiko wie möglich einzugehen. Wir haben vielfältigen Kontakt mit Freunden und Familie über Skype, WhatsApp und mehrere andere Dienste, die ich in den letzten Tagen erst kennengelernt habe. Und trotzdem: Ich merke, wie das schon nach einer Woche an meinen Nerven zehrt. Wenn das noch lange so weitergeht, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob wir nicht doch mal ein "kalkuliertes Risiko" eingehen werden - einfach nur, um psychisch gesund zu bleiben. Damit meine ich: Uns mit wenigen Leuten treffen, die in den letzten 2 Wochen ebenfalls isoliert waren, vorher keinen Kontakt mit bestätigten Fällen und seitdem keinerlei Symptome hatten. Mal sehen. 

Wenn ich alleine wohnen würde, würde ich wahrscheinlich weiterhin einzelne ausgewählte Leute treffen - am besten in einem "geschlossenen Kreis", also so, dass jeder nur Leute innerhalb der Gruppe trifft und keine anderen. Manchen Leuten macht es vielleicht nicht so viel aus, alleine zu sein bzw. "nur" virtuell Kontakte zu pflegen - mir offenbar schon.

Tatsächlich frage ich mich, was wohl die psychischen Langzeitauswirkungen von Ausgangssperren etc. sein werden. Ich vermute da einen starken Anstieg an Depressionen, häuslicher Gewalt und auch Suiziden. Daher: Es stimmt schon, dass die Anforderungen eigentlich nicht besonders groß sind - noch nie konnte mal so viel gutes tun, indem man einfach mit Netflix auf der Couch saß. Aber dauerhafte Isolation ist nun auch nichts, was viele Leute einfach mal so wegstecken.

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@ClarissaD Ich kann verstehen, dass bei Personen mit psychischen Vorblastungen diese, von Presse & Co. heraufbeschworene Endzeitstimmung, zu Verschlechterungen führt etc. pp. Aber alles andere finde ich ziemlich "über-dramatisiert", ggf. gefallen sich manche Personen da draussen auch in so einer Rolle. Ausgangsperren haben wenig mit Isolation zu tun, und es gibt Menschen die müssen weit mehr aus halten im Leben, ohne psychisch krank zu werden, als auf der Couch rumzusitzen und "leider" nur Video-Chats & Netflix benutzen zu dürfen.

 

Bearbeitet von Muddlehead

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Vielleicht hilft es auch, mal folgenden Artikel zu lesen, um die Relation zwischen der möglichen Bedrohung "Aber es wird mich psychisch fertigmachen, keine Leute zu treffen!" und der tatsächlichen für sich selber zu bemessen: https://www.propublica.org/article/a-medical-worker-describes--terrifying-lung-failure-from-covid19-even-in-his-young-patients

 

Letzten Endes hat natürlich jeder selber zu wissen, wie er sich fühlen möchte und (noch) selber zu entscheiden, welche Risiken er eingeht . Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass demnächst eine komplette Ausgangssperre kommen wird. Das scheint die wirklich einzige Möglichkeit zu sein, vielleicht doch noch einige Menschen davor zu bewahren, jämmerlich auf dem Trockenen zu ertrinken.

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@Muddlehead Im Prinzip stimme ich dir da zu und vor einer Woche hätte ich noch genau dasselbe geschrieben. Ich merke nur halt selbst, dass es mir nicht so leicht fällt wie ich dachte und ich habe keine Vorbelastungen und bin in einer recht komfortablen Situation mit Home-Office, ohne Kinder etc. Menschen mit psychischen Belastungen hilft es auch wenig, zu wissen, dass andere Leute mehr aushalten, ohne psychisch krank zu werden - davon gehen die psychischen Belastungen ja nicht weg. Ich wollte nur sagen, dass ich es nachvollziehen kann, wenn Leute im Moment AUCH an ihre psychische Gesundheit denken und dass nicht jeder, der darüber nachdenkt, trotzdem noch Leute zu treffen, einfach nur egoistisch und ignorant ist.

Bearbeitet von ClarissaD

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vor 2 Minuten, ClarissaD schrieb:

wenn Leute im Moment AUCH an ihre psychische Gesundheit denken und dass nicht jeder, der darüber nachdenkt, trotzdem noch Leute zu treffen, einfach nur egoistisch und ignorant ist.


Na ja eigentlich doch? Weil das marginale Probleme sind im Vergleich zu der Verbreitung/Folgen des virus.

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