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Seiteneinsteiger: FH-Abschluss reicht nicht zum unterrichten

Empfohlene Beiträge

vor 14 Minuten, Silberpfeil schrieb:

Erwachsene Menschen, die andere erziehen und bilden möchten, sollten schon so viel Selbstkompetenz besitzen, auf sich selbst aufpassen zu können. Sonst führt sich ja ihr Bildungsanspruch ad absurdum. 

 

Ich habe ja lange in einem pädagogisch/psychologischen Umfeld gearbeitet. Selbstkompetenz, um auf sich selber aufpassen zu können, ist da elementar.

 

Daneben ist aber auch regelmäßige Supervision ein wichtiges Instrument, um seine Arbeit professionell und mit möglichst wenig blinden Flecken tun zu können. Diese Supervision muss nicht wöchentlich stattfinden. Aber als Instrument sollte sie zur Verfügung stehen in jedem Umfeld, in dem soziale Interaktion Teil des Arbeitsauftrages ist.

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Wenn die Belastung groß, das Engagement hoch und die Zeit knapp ist, lässt sich so etwas wohl leicht sagen. Versorgungsstrukturen und Entlastungen müssen geschaffen werden. Die Einstellung: "Sieh zu, wie du mit den Anforderungen zurecht kommst. Schließlich bist du erwachsen" ist meiner Meinung nach nicht korrekt. In der Traumapädagogik ist Selbstfürsorge eine ziemlich wichtige Sache, die in den Fortbildungen thematisiert wird und sowohl auf der Ebene der Kollegen als auch auf institutioneller Ebene praktiziert wird. Man kann einfach nicht erwarten, dass entsprechende Fähigkeiten einfach da sind. 

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Man könnte noch hinzufügen, dass der Staat auch immer mehr von Lehrern erwartet, z.B. Stichwort Inklusion. Meistens (besonders an Brennpunktschulen) erledigen die Lehrer außerdem noch Aufgaben von (oft nicht vorhandenen) Sozialarbeitern.

Dass das natürlich den Druck immens erhöht, ist schon fast eine logische Konsequenz.

Ich denke, man ist fast dazu gezwungen, irgendwann tatsächlich zu sagen, "hier ist die Grenze meines Aufgabengebietes erreicht, hier müssen andere Leute /Stellen helfen", allein schon als Selbstschutz.

Es gibt eine ganze Reihe von guten Dokus über Lehrer an Brennpunktschulen und die meisten opfern sich schon unglaublich auf, meistens zu Lasten der eigenen Familie. Aber sie leisten trotzdem großartiges für die Schüler 👍

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Und wenn wir das nun alles auf eine Liste von Aufgaben packen, die Lehrer stemmen müssen, bleibt die Frage, wie jemand das ohne pädagogische Ausbildung leisten soll.

 

Abgesehen davon kann man Supervision niemandem „von oben“ per Anweisung aufzwingen.

Aber natürlich müssen dafür die Strukturen geschaffen werden.

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Ob man das alles durch eine pädagogische Ausbildung abdecken kann, weiß ich nicht; zumal ja die Seiten- und Quereinsteiger (zumindest in BaWü soweit ich weiß) schon mind. einen Schnelldurchlauf in Pädagogik absolvieren müssen.

Bei den Quereinsteigern weiß ich den Umfang nicht, die Seiteneinsteiger gehen ja ganz normal durch das Refendariat und haben dort auch Unterricht in der Seminarschule mit den "normalen" Uni-Absolventen.

Eine pädagogische Ausbildung macht noch keinen guten Lehrer, das wissen wir glaube ich alle, wenn wir an unserer Schulzeit zurückdenken :)

Evtl. sollte die reine Pädagogik mit aktuellen Zusatzinhalten ergänzt werden, um tatsächlich den Lehrern die Fähigkeiten zu geben, auch auf die momentanen Herausforderungen reagieren zu können. Das ist zumindest mein Gedankengang. Die genauen Inhalte kenn ich selbst (noch) nicht.

Führt aber glaube ich gerade etwas OOT :)

In ein paar Jahren kann ich - wenn alles gut läuft - ja selbst direkt von der Front berichten :)

 

 

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Am 24.8.2020 um 21:33 , Arazjal schrieb:

Zum Beispiel hier:

https://www.lehrer-werden.nrw/chancen/berufskolleg

 

Alles ist abhängig vom Bundesland, Schulform und den Fächern. Die zuständigen Ministerien haben i. d. R. Die Voraussetzungen auf ihren Seitenn

 

In NRW braucht man für das BK auch den Master. Man kann nach einem ensprechenden Bachelor ggf. noch einen Master Ed. dran hängen. Zu OBAS und / oder der Pädagogischen Einführung wird man nur mit Master zugelassen.

 

Derzeit sind in NRW auch wieder die Ausschreibungen für den Seiteneinstieg online. Wer sich informieren möchte, kann hier mal schauen: Leo NRW

 

Bearbeitet von anjaro

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Am 6.9.2020 um 09:52 , psycCGN schrieb:

 

Ich würde hier den Vergleich ziehen zu anderen Berufen. Auch in der Medizin herrscht ein großer Ärztemangel. Würde man hier den Lehrer als Quereinsteiger zulassen? Das würde absolut jeder als komplett abwegig ablehnen.

Das ist berufspolitisch höchst interessant, was Du schreibst. Nein, einen Lehrer würde man sicherlich nicht zulassen. Aber auch in diesem ärztlichen Bereich gibt es (zurecht) Diskussionen darüber, was ärztliche Aufgabe ist - und was nicht. Viele Aufgaben eines Arztes können auch andere Berufgruppen erbringen - zum Teil sind diese sogar besser dafür geeignet als Ärzte -> Pflegewissenschaftler, Ökotrophologen usw.

Ich denke daher auch, dass man Lehrer von berufsfremde(re)n Aufgaben entlasten müsste.

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vor 4 Stunden, Pinguinchen schrieb:

Ich denke daher auch, dass man Lehrer von berufsfremde(re)n Aufgaben entlasten müsste.

 

Ich bin absolut für ein inderdisziplinäres Team an Schulen. Ich finde, nur Lehrer unter sich können schon mal einen Tunnelblick bekommen. 

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