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Hohe Kosten für berufsbegleitende Programme staatlicher Hochschulen gerechtfertigt?


vamstrike
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Hallo zusammen,

 

ich würde hier gerne ein Thema anreißen, welches mich jetzt seit einiger Zeit beschäftigt.

Es sind die teilweise sehr hohen Studienkosten bei Berufsbegleitenden Studienprogrammen an staatlichen Hochschulen und Universitäten ( Hagen ausgenommen)

Begründet wird dies damit, dass der Staat die Kosten für das Berufsbegleitende Programm nicht trägt und man als Berufstätiger ja das nötige Geld für ein Studium aufbringen könne.

Jedoch sind die Kosten teilweise höher als an den einschlägigen Privaten Hochschulen sodass ein einfacher Bachelor gut  >16.000€ kosten kann.

Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren wie Ihr dazu steht. Ich weiß, dass es auch "günstige" Programme für Berufstätige gibt. (z.B. oncampus oder Hagen)

Jedoch finde ich es nicht ganz fair wenn ein Vollzeitstudent "nur" die Studiengebühr tragen muss und der Berufsbegleitende Student die Kosten für das gesamte Studium bezahlen muss. Hier würde ich mehr Staatlich geförderte Programme deutlich bevorzugen, da man ja gleichzeitig durch die gezahlte Steuer die Grundlage für Kostenfreie/ Kostengünstige Hochschulbildung schafft. Den Aspekt der Steurrückerstattung würde ich gerne außen vor lassen, da dies nur einen Teil der Kosten wieder einspielt.

 

Also letztlich verstehe ich nicht, wie ein Studium an einer staatlichen Hochschule, welche durch die gezahlten Steuergelder finanziert wird(ohne privaten träger dazwischen) teurer oder sogar deutlich teuer sein kann als das Studium an einer privaten Hochschule, welche sich ausschließlich durch die Gebühren finanziert.

 

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Moin,

 

ich sehe das mal eiskalt aus egoistischer Sicht:

Ich zahle regelmäßig einen hohen Betrag an Steuern und Abgaben um mich an den Kosten für das übliche Leben, Infrastruktur, erste Bildungsangebote und Sozialversicherungen zu beteiligen.

Wenn jemand auf zweitem Wege aus Gründen der Umorientierung oder aus Spaß ein Studium aufnehmen möchte, habe ich überhaupt kein Problem damit. Aber ich bin stark dagegen, dass dafür meine Abgaben noch weiter steigen. 

 

Mit Bezug auf:

vor 19 Minuten schrieb vamstrike:

Hier würde ich mehr Staatlich geförderte Programme deutlich bevorzugen, da man ja gleichzeitig durch die gezahlte Steuer die Grundlage für Kostenfreie/ Kostengünstige Hochschulbildung schafft.

 

 

Zu den anderen angesprochenen Themen kann ich nicht viel sagen. Ich habe mich mit der Preisentwicklung und Förderungen nie auseinander gesetzt.

Bearbeitet von PVoss
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vor 25 Minuten schrieb PVoss:

Moin,

 

ich sehe das mal eiskalt aus egoistischer Sicht:

Ich zahle regelmäßig einen hohen Betrag an Steuern und Abgaben um mich an den Kosten für das übliche Leben, Infrastruktur, erste Bildungsangebote und Sozialversicherungen zu beteiligen.

Wenn jemand auf zweitem Wege aus Gründen der Umorientierung oder aus Spaß ein Studium aufnehmen möchte, habe ich überhaupt kein Problem damit. Aber ich bin stark dagegen, dass dafür meine Abgaben noch weiter steigen. 

 

Mit Bezug auf:

 

 

Zu den anderen angesprochenen Themen kann ich nicht viel sagen. Ich habe mich mit der Preisentwicklung und Förderungen nie auseinander gesetzt.

Evtl. kahm meine Intention auch falsch rüber.

Bei mir ist es z.B so Ausbildung gemacht und anschließen im Betrieb aufgestiegen. Jetzt befinde ich mich in einer Position in der ich ohne Akademischen Abschluss zwar im aktuellen Konzern meine Stelle habe jedoch kaum Chancen in einer anderen Firma in gleicher Position einzusteigen. (Die Erfahrung habe ich bereits gemacht, da es im Bewerbungsverfahren teilw. offen kommuniziert wurde)

Jetzt habe ich quasi seit x Jahren Steuern gezahlt und tue dies auch weiterhin wenn ich Berufsbegleitend studiere, warum muss ich dann z.B. xtausend € studiengebühr bezahlen während die staatliche Hochschule und die Vollzeitprogramme durch meine Stuerabgaben finanziert werden.

 

 

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ganz pragmatisch betrachtet, warum nicht einfach die günstigen staatlichen Angebote nutzen, die du schon genannt hast, wenn dich der Preis stört.

 

Für mich war der Preis einer der Gründe weshalb ich mich für die Fernuni Hagen entschieden habe. Ich bin zufrieden dort.

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vor 2 Stunden schrieb PVoss:

Wenn jemand auf zweitem Wege aus Gründen der Umorientierung oder aus Spaß ein Studium aufnehmen möchte, habe ich überhaupt kein Problem damit. Aber ich bin stark dagegen, dass dafür meine Abgaben noch weiter steigen. 

 

Wir reden alle groß vom lebenslangen Lernen, aber dann soll nur die Erstausbildung davon gedeckt sein? Da tue ich mich schwer mit (obwohl ich schon Jahre hatte, in denen ich sechsstellig Steuern abgedrückt habe). Ich sehe da keinen großen Unterschied zwischen Studierenden kurz nach der Schule, solchen, die ihren dritten Studiengang absolvieren (weil die ersten beiden nix waren) und eben jemandem, der nebenberuflich noch mal studiert.

 

Allerdings weiß ich gerade gar nicht, worum es genau geht – kannst du da konkreter werden @vamstrike?

 

Ich kenne bislang vor allem https://www.vawi.de/ und die üblichen Executive MBAs, wie z.B. https://www.wi.tum.de/, die ordentlich kosten. Die scheinen mir beide als Satelliten konzipiert zu sein – aber warum genau da so hohe Preise aufgerufen werden, im Vergleich zu den normalen Studiengängen an den Unis, weiß ich nicht.

Bearbeitet von developer
Typo
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Zu dem Thema fallen mir ad hoc drei Aspekte ein, wobei es sicherlich noch einige weitere gäbe.

 

  1. Vor nicht ganz 15 Jahren hatte an einer Staatlichen Abendwirtschaftsschule meinen Abschluss zum Staatlich geprüften Betriebswirt gemacht. Die Ausbildung war, und ist immer noch, kostenlos. In meiner Klasse waren zur "Einschulung" 34 oder 35 Teilnehmer, wobei es insgesamt drei oder vier Klassen gab. Meine Mitschüler waren irgendwo zwischen 19 und 55 Jahre alt und kamen aus allen möglichen, in der Regel kaufmännischen Bereichen. Innerhalb der ersten Stunde des ersten Einführungstages verließen drei Mitschüler:Innen die Klasse. Nach Ende der drei Einführungstage waren wir auf 28 Schüler:Innen geschrumpft. Zum Ende des ersten Schuljahres hatte sich dann jede der drei bzw. vier Klasse um die Hälfte der Schüler:Innen halbiert- was uns so auch schon in der Einführungswoche prognostiziert wurde. In den weiteren verbleibenden zwei Jahren haben dann noch einmal eine Handvoll Schüler:Innen die Klassen verlassen. Alles vom Steuerzahler finanziert...

    Was ich damit sagen will: Wäre diese berufsbegleitende Weiterbildung fühlbar kostenpflichtig gewesen, dann hätten sich von vornherein vermutlich nur die Hälfte der Teilnehmer:Innen für die Teilnahme an dieser Weiterbildung entschieden.
     
  2. Die Aufgabe des Staates ist primär für die Grundversorgung seiner Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Sei es im Rahmen von Sozialleistungen, der Gesundheit oder eben dem Bildungssektor. Alle Aufgaben, die hierüber hinausgehen, sollen (oder müssen) in privater Trägerschaft erfüllt werden. Es ist nicht Aufgabe des Staates, in Konkurrenz zur Wirtschaft zu treten. Dies lässt sich auch auf den Bereich der Hochschulen übertragen, wobei in vielen Bereichen keine klare Abgrenzung erfolgt.
     
  3. Die Hochschulen befinden sich untereinander in einem Konkurrenzkamp - Stichwort: Hochschulranking. Dies setzt nicht nur voraus, dass die Hochschulen selber "Dienstleistungen" auf einem qualitativ hohen Niveau abliefern, sondern es erfordert eben auch, dass die Studierenden ein entsprechendes "Bildungsniveau", sowie eine gewisse Entschlossenheit und Ausdauer mitbringen. Ein Steuerungsinstrument, um die "Spreu vom Weizen" zu trennen, können hier u.a. neben definierten Aufnahmekriterien und Aufnahmeprüfungen auch Studiengebühren in einer nicht unbeträchtlichen Hohe sein. Eine Person, die gewillt und in der Lage ist, € 16.000,00 für ein Studium auszugeben, wird nicht so ohne weiteres auf halbem Wege aufgeben und € 8.000,00 in den Wind schreiben. Die Schmerzgrenze liegt einfach höher.

Man kann über das derzeit geltende (und funktionierende) System streiten, nur wird dies den Sachverhalt nicht ändern. Alternativ besteht die Möglichkeit, selber aktiv zu werden und zu versuchen, eine Änderung des Systems herbeizuführen.

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Vielleicht verstehe ich den Thread auch irgendwie falsch. Aber eine private Hochschule ist ein Unternehmen das Gewinne erwirtschaften muss. Der Unterhalt einer solchen Organisationen kostet Geld. Studienhefte, Lehrkräfte, Gebäude etc. Die Kosten werden von den Kunden (Schüler, Studenten) bezahlt.
 

Eine staatliche Hochschule ist viel günstiger, da Sie vom Staat finanziert wird. 


Private Anbieter punkten oft mit einem besseren Service z.B. bei der Betreuung, aufbereitete Studienhefte etc. 
 

Du kannst eine Menge Geld sparen, indem du z.B. an der Fernuni Hagen studierst. 

 

Ich gebe dir dennoch Recht, Bildung ist leider sehr teuer. Vielleicht sprichst du einfach mal mit deinem Arbeitgeber ob er sich an den Kosten beteiligt. Das Wissen aus dem Studium kommt deinem Arbeitgeber schließlich auch zu Gute. 

 

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vor 10 Stunden schrieb developer:

(a) Wir reden alle groß vom lebenslangen Lernen, (b) aber dann soll nur die Erstausbildung davon gedeckt sein?

a) naja... das funktioniert auch ohne Hochschule. Und wird ja trotzdem bereits gefördert, z.B. eben über die Absetzung von Werbungskosten in der Steuererklärung. Es gibt da sicher noch Dinge die ich nicht auf dem Schirm habe, zum Beispiel Stipendien, generell die Förderung von Hochschulen oder Volkshochschulen.

 

b) Jein. Es gibt ja auch außerhalb der Hochschulen Weiterbildungen die gefördert werden und zu einem Abschluss führen, zum Beispiel Umschulungen.

 

Es geht mir nicht ums Prinzip, wenn ich sage, dass jemand der im Berufsleben steht selbst für seine Weiterbildung aufkommen soll (ob selbst bezahlt, per Kredit, über Stipendien, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber, oder eben durch Wahl der FUH und geringe Gebühren... spielt dabei keine Rolle).

Ich finde nur, dass man irgendwo eine Grenze ziehen muss. Es gibt so viele andere Themen die noch Förderungswürdig wären, wie kostenloser ÖPNV, dass ich die kostenlose Hochschulbildung nicht an erster Stelle der Liste setzen würde.

 

Allerdings: Wenn unsere Regierung es schaffen würde effektiver mit den Geldern zu arbeiten, würde ich mich auch nicht darüber beschweren, wenn die eingesparten Gelder in solche Förderungen fließen. Mir geht es nicht darum, dass meine Abgaben hoffentlich verringert werden, sondern dass meine Abgaben bitte nicht noch höher steigen.

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ich will mal ein paar Beispiele aufzeigen um den Unterschied Privat und Staatlich darzustellen.

Natürlich gibt es auch Hagen, aber ich finde Hagen jetzt nicht gerade gut an Berufsbegleitende Studenten angepasst, wenn das gesamte Semester von dem einen Prüfungstermin abhängt.

 

Bachelor

iu (privat) aktuell mit Rabatt ab 338€ Monatlich in Vollzeit. (Den Rabatt gibt es ja quasi immer)

Bei 6 Semestern kommt man so in Vollzeit auf ca.12.168€

srh (privat) aktuell 388€ Monatlich in Vollzeit. Gesamt 13.986€

 

Hier kann ich die Kosten ja auch absolut nachvollziehen aber jetzt mal zum vergleich ein paar Angebote Staatlicher Hochschulen.

 

HS Schmalkalden (staatlich) Semestergebühr 1980€+ca.100€ Semesterbeitrag. Gesamt 12.480€

Wobei das Studium ohne Anrechnung von bereits erbrachten Leistungen eher 7 oder 8 Semester dauert. 

(also entsprechend teurer)

 

TH Aschaffenburg (staatlich) Semestergebühr 1890€ +60€ Semesterbeitrag. Bei 8 Semestern gesamt 15.600€

 

Leuphana Universität Lüneburg (staatlich) Semesterbeitrag 2.300€+210€ Semesterbeitrag bei einer Regelstudienzeit von 7 Semestern. Gesamt. 17.570€

 

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (staatlich) kosten pro Modul 750€+Semesterbeitrag von 181€ bei 21 Modulen.

Gesamt 16.836€ bei 6 Semestern.

 

Ich habe mich bei allen genannten Programmen bis auf die TH AB auf die Betriebswirtschaftlichen Studiengänge bezogen. TH AB ist Wirtschaftsingenieurwesen.

 

Natürlich sind die Programme bei den privaten bei einer verlängerten Regelstudienzeit auch teurer, allerdings ist es ohne vorher angerechnete Leistungen auch Problemlos möglich in 6 Semestern zu entsprechend günstigeren Konditionen abzuschließen.

Bei den genannten staatlichen Programmen ist es größtenteils nicht Möglich ohne Anrechnung in 6 Semestern abzuschließen, was die Kosten natürlich auch beeinflusst.

 

Es gibt  noch deutlich mehr solcher Beispiele und man könnte das ganze auch auf den Master ausweiten, ich will den Post allerdings nicht zu lang gestalten :D

Klar kann man abschließen sagen, wenn dich das stört dann geh da hin wo es am günstigsten ist, aber mir geht es mehr ums Prinzip. Den Vollzeitstudenten der im 14. Semester studiert finanzieren meine Abgaben ja auch, da in diesem Fall durch den Studenten nur die Semestergebühr gezahlt werden muss.

 

 

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Ich bin sogar der Meinung alle Universitäten und FHs sollten Geld kosten. Nicht so viel wie in den USA, aber vlt. 200 € - 300 € im Monat (wenn die Eltern arm sind, könnte man ja Zuschuss bekommen). Das klingt jetzt etwas kontrovers, aber ich denke wenn das Studium Geld kostet ist die Hürde größer sich Zeit zu lassen und ein Studium würde ernster genommen werden. Ebenso müssten die Unis/FHs ihre Standards verbesser (Biblotheken, Ausstattung Räume, Qualität der Vorträge). Viele würden erstmal eine Ausbildung machen, bevor sie irgendwas studieren nur weil sie noch keine Ahnung haben, was sie später machen möchten.

 

Natürlich muss jeder in Deutschland dennoch die Möglichkeit haben zu studieren. Dort könnten Talentcoaches in Bezirke kommen und Menschen mit weniger Einkommen fördern und helfen. Ebenso gibt es die Möglichkeit durch Bafög, Stipendien sich sein Studium zu finazieren.

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